Alsdorf - Die Schulmensa zur Weihnachtsbühne gemacht

Die Schulmensa zur Weihnachtsbühne gemacht

Von: Holger Bubel
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Engagiertes Schülerteam der Gustav-Heinemann: Jenny Jonas (v.l.), Bianga Moustou, Mediha Goraya, Dounia Zerroual und Selina Schulz haben die Weihnachtsfeier für Alsdorfer Flüchlingsfamilien mit organisiert und Päckchen gesammelt. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Jazar und Dusan sind sich einig: Das Christkind kommt dieses Jahr, ganz bestimmt. Schließlich war man ja auch brav. Da sollte die Mühe schon belohnt werden.

Die fünfjährigen Zwillinge leben seit vier Jahren in Deutschland, jetzt in Alsdorf, geboren wurden sie allerdings in Jugoslawien. Wo genau? „Kroatien, Serbien, Bosnien – das ist doch ganz gleich“, sagt der Papa. Das Familienoberhaupt der Pacics macht da keinen Unterschied: Jugoslawien ist Jugoslawien.

Die Flüchtlingsfamilie war der Einladung der Schülervertretung der Gustav-Heinemann-Gesamtschule gefolgt und zur Weihnachtsfeier in die Schulmensa gekommen. Die Schüler haben dazu die Asylsuchenden im Alsdorfer Stadtgebiet persönlich aufgesucht und eingeladen. Der Kontakt wurde über die Jugendorganisation „Die Falken“ hergestellt, in der einige Schüler engagiert sind. „Die Leute haben sich total darüber gefreut. Vor allem die Kinder“, berichtet Elftklässlerin Selina Schulz.

Und das Programm, das die Oberstufenschüler unter Organisation der SV-Lehrer Sibel Yilanci, Eva Eylert und Axel Borchwaldt zusammengestellt hatten, konnte sich wahrlich sehen lassen: Die Schülerband spielte Rockig-Weihnachtliches auf und der Literaturkurs der Klasse 12 spielte Theater Szenen – ohne Sprache, aber daher für alle verständlich. Zudem hatten die Schüler ein leckeres Buffet für ihren Besuch aufgefahren. Auch Geschenkpakete wurden für die Eingeladenen zusammengestellt und liebevoll eingepackt. 100 an der Zahl. „Darin ist alles Mögliche. Besonders an die Kinder haben wir natürlich gedacht“, sagt Schülerin Dounia Zerroual. Spielzeug, Kleidung, Sprachbücher, Hygieneartikel – und natürlich Süßigkeiten. Die Paketaktion hat an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule bereits Tradition: „Im vergangenen Jahr haben wir die Päckchen gleich in die Asyl-Unterkunft gebracht“, erinnert sich Selina Schulz.

Und sie erklärt das Motiv für das Engagement der Schule: „Wir wollen, dass die Flüchtlinge auch ein Weihnachtsgefühl haben. Ihnen zeigen, dass sie zu uns, zu Alsdorf gehören.“

Und dazu muss man nicht einmal christlichen Glaubens sein: „Ich stamme aus Pakistan. Wir feiern zu Hause kein Weihnachten. Aber diese Aktion finde ich sehr schön“, sagt daher auch Muslimin Mediha Goraya.

Leider haben es der Familie Pacic nur wenige Asylsuchende in Alsdorf nachgemacht und waren der Einladung in die Schule gefolgt. Dafür aber hat SV-Lehrerin Sibel Yilanci Verständnis: „Die Menschen sind nicht mobil, viele haben kleine Kinder. Da ist es nicht einfach zu uns in die Schule zu kommen.“

Aber Schüler und Lehrer sind um so mobiler. Und so wurden kurzerhand die Pakete in Autos gepackt und zu den Flüchtlingen nach Hause gebracht. „Die haben nicht schlecht gestaunt und sich unheimlich gefreut“, erzählt Sibel Yilanci.

„Bis in den frühen Abend waren wir unterwegs und haben uns wie der Weihnachtsmann gefühlt.“ Und trotzdem waren am Ende noch Weihnachtspäckchen übrig. Darüber durften sich dann die Kinder des Kinderheims St. Hermann-Josef in Merkstein freuen. 20 Päckchen lieferten Lehrer und Schüler dort noch ab. „Unter dem Strich war das ein sehr schöner und erfolgreicher Tag. Ich glaube, für unsere Schüler war das eine Aktion, die sie in Erinnerung behalten werden“, zieht Sibel Yilanci eine positive Bilanz nach einem langen „Schultag“.

Und auch die Zwillinge Dusan und Jazar strahlen am Ende vor adventlicher Glückseligkeit. Die ersten Geschenke haben sie ja nun bekommen. Was das Christkind wohl noch am heutigen Abend bringt, das zeigt sich dann unter dem Weihnachtsbaum.

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