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Die Höhner sind mit dem Herzen dabei

Von: Lars Odenkirchen
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Freut sich riesig über das Bundesverdienstkreuz für Karnevalsverrückte: Sabine Mathieu wurde am Sonntag mit dem Goldenen Wappen der Baesweiler Narrenzunft ausgezeichnet - und das ist seltener als der Bundesorden. Foto: Wolfgang Sevenich

Baesweiler. Die Zahl „Elf” ist dem Karnevalisten heilig. Für die elfte Verleihung des Goldenen Wappens der Baesweiler Narrenzunft galt es folglich, einen würdigen Kandidaten zu küren, der sich besonders um den Karneval verdient gemacht hat.

Ob es eine langwierige Entscheidung war, ist nicht überliefert, doch am Ende hatte das Wappen in Sabine Mathieu erstmals eine Preisträgerin gefunden - und zugleich eine überaus verdiente, wie man am Montag bei der Verleihung den zahlreichen Glückwünschen entnehmen konnte.

„Die einzige Steigerung”

„Sabine Mathieu ist die einzige überhaupt mögliche Steigerung zu Carl Meulenbergh”, urteilte etwa Kreisdirektor Helmut Etschenberg über die Nachfolgerin des zehnten Wappenträgers. Auch Bürgermeister Dr. Willi Linkens war sich sicher: „Bei der entscheidenden Zahl Elf hat die Narrenzunft die richtige Preisträgerin gefunden.” Und Landrat und Laudator Meulenbergh meinte gar: „Eine Laudatio ist gar nicht nötig, weil die ganze Sitzung eine einzige Laudatio für Sabine Mathieu ist.”

Gekonnt hatte bis dahin bereits Narrenzunft-Präsident Dieter Schönebeck durchs Programm geführt, in dem „euch zur Freud und Sabine zur Ehr´” das Bardenberger Trommler- und Pfeiferkorps, Tanzmariechen Melina Messias, die Jugend- und Juniorentanzgruppe der Narrenzunft und der Aachener Sänger Hans Montag ihr Können bewiesen hatten.

Zweimal zog es die Preisträgerin und überzeugte Karnevalistin dann schon vor der Verleihung des Wappens auf die Bühne in der Baesweiler Burg: Als die Oidtweiler Frauengemeinschaft ein Loblied auf den Stadtteil anstimmte, schunkelte sie fröhlich mit, und auch den Auftritt des Baesweiler Dreigestirns verfolgte sie aus nächster Nähe.

Auf die Bühne hatte Schönebeck ebenfalls Sabine Mathieus Ehemann, AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu, beordert. Der zeigte vor allem den anwesenden Herren erst einmal, warum seine Frau überhaupt ausgezeichnet wird: Aktiv war sie bisher nämlich nicht nur als Hofnärrin in der vergangenen Session in Prinz Reiners Hofstaat, sondern vor allem als Büttenrednerin, Texterin und Sängerin bei der Oidtweiler Frauensitzung, die den Herren naturgemäß verschlossen bleibt.

Lasst Videos sprechen

Mathieu war sich sicher: „Dieses Wappen wird unsere Ehe verändern - wachen Sie einmal neben einer Wappenträgerin auf!” Zu lange reden wollte er aber nicht, um sich „nicht die Zunge zu verbrennen: Als Mann sagt man ja oft das Richtige nicht, aber dafür das Falsche.”

Stattdessen ließ Mathieu lieber Videos sprechen: Gemeinsam mit Höhner-Frontmann Henning Krautmacher war er im Kölner Karneval unterwegs und präsentierte nun Videobotschaften von elf prominenten Karnevalisten, etwa Bernd Stelter, Wicky Junggeburt, Guido Cantz, Willibert Pauels und den Räubern. Das Publikum zeigte sich beeindruckt - und amüsiert, denn die Paveier gratulierten irrtümlich zum „goldenen Lappen.” Natürlich meldeten sich auch die Höhner selbst zu Wort: „Die Sabine is ene janz leeve, nette Höhner-Fan.” Und auch wenn der Gruß nur per Video kam - „mit dem Herzen sind mer dabei”. Der Höhepunkt des rund dreistündigen Programms sollte aber erst noch folgen.

In seiner Lobrede würdigte Landrat Meulenbergh die Preisträgerin als „Karnevalistin mit Witz und Ironie. Sie zeigt uns die schönste Form des Volkskarnevals, denn sie nimmt die lokalen Ereignisse aufs Korn.” Nicht nur als Karnevalistin, auch im sonstigen Leben, etwa als Aachener Stadtführerin, sage sie „immer laut, was sie denkt. Sabine weiß immer, was sie will. Sie hat den Überblick.” Kurz und knapp - „eine geborene Kandidatin für das Goldene Wappen”.

Die Preisträgerin selbst freute sich anschließend „maßlos.” Das Wappen sei „wie das Bundesverdienstkreuz für Karnevalsverrückte, nur seltener!” Zuerst fehlten ihr gar die Worte: „Das passiert mir selten, ich bin sprachlos.” Allein wollte sie all das Lob aber auch nicht einfahren: „Eine Frauensitzung kann viel lustiger sein als ein Fernsehabend. Doch Karneval ist nie eine Sache von Einzelpersonen. Ein Erfolgsmodell wie die Oidtweiler Frauensitzung verlangt das Engagement eines ganzen Haufen von Frauen.”

Freuen durfte sich am Sonntag am Ende der Wappen-Verleihung übrigens nicht nur die Preisträgerin: Knapp 1500 Euro wurden gesammelt. Sie kommen der AZ-Aktion „Menschen helfen Menschen” zugute und sollen vor allem für bedürftige Familien von Schulanfängern aus Baesweiler verwendet werden. Mit dem Geld soll Schulmaterial gekauft werden.

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