Die gefürchtete Frage: Wie will ich sterben?

Von: Stefan Schaum
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Will ich um jeden Preis am Leb
Will ich um jeden Preis am Leben bleiben? Die Frage nach der gewünschten Behandlung etwa nach einem Unfall ist die zentrale Frage, die sich beim Ausfüllen der Patientenverfügung stellt. Foto: Stock/Jochen Tack

Würselen. Natürlich ist das alles noch ganz weit weg. Man ist schließlich kerngesund, hat das Eigenheim bald abbezahlt und die Kinder werden sich doch später bestimmt um die Pflege kümmern. Wozu sich also groß fragen, wie das alles mal sein wird im Alter? Im Fall einer Demenz, nach einem Unfall, bei einer schweren Krankheit.

Aber wer wird in diesen Fällen darüber entscheiden, wie lange das Leben währen sollte? Und wie das eigentlich aussehen kann: ein würdevolles Sterben? Diese Fragen meiden viele. Genau deshalb sollen sie beim ersten „Würselener Vorsorge- und Erbrechtstag” berührt werden. Dort geht um das Leben im Alter, Gesundheitsvorsorge, neue Wohn- und Betreuungsformen - und auch um den letzten Weg.

„Wir wollen die Besucher anregen, sich rechtzeitig mit unbequemen aber wichtigen Fragen auseinanderzusetzen”, sagt der Würselener Rechts- und Vorsorgeanwalt Norbert Maubach. Viele Experten hat er für Vorträge, Podiumsdiskussionen und als Ansprechpartner an Infoständen im Alten Rathaus gewinnen können. Das sei ein leichtes gewesen, „schließlich kommt dem Thema angesichts des demographischen Wandels immer mehr Bedeutung zu. Der Gesprächsbedarf ist enorm”. Mediziner, Seniorenbetreuer, Architekten, Pflegeberater, Bestattungsunternehmer - sie alle wollen mit Besuchern ins Gespräch kommen. Leicht ist das bei solch sensiblen Themen nicht, sagt Dr. Rudolf Harlacher, Leiter der geriatrischen Klinik im Medizinischen Zentrum in Würselen. Doch sei es nötig. Er hat schon oft erlebt, „wie schmerzvoll es für Angehörige ist, machtlos am Bett eines Patienten zu stehen, der nur noch von Maschinen am Leben gehalten wird. Viele denken, dass dann etwa der Ehepartner automatisch wichtige Entscheidungen treffen darf - aber dem ist nicht so.”

Wichtiges Instrument

Ohne eine Patientenverfügung sind Medizinern die Hände gebunden, dann müssen sie alles daran setzen, das Leben zu verlängern. Selbst dann, wenn der Patient nicht mehr aufwachen wird, wenn er Schmerzen erleiden muss. Harlacher: „Man sollte sich genau in solch möglichen Situationen hineindenken und sich fragen: Was soll dann mit mir geschehen? Eine gut formulierte Patientenverfügung ist für uns ein ganz wichtiges Instrument.” Die könne im Lauf des Lebens problemlos umformuliert werden, ergänzt er. Wenn sich die Einstellung etwa zum Thema Organspende ändern sollte. Auch darüber wird beim Infotag gesprochen. Ebenso über Sportmöglichkeiten für Senioren und Betreuungsangebote. Das Ganze soll ein Wegweiser für ein altersgerechtes Leben sein. „Als Senior lässt es sich in Würselen gut leben”, sagt Norbert Maubach. „Es kann ganz bestimmt nicht schaden, darüber bereits in jungen Jahren nachzudenken.”

Infotag: Das Programm im Überblick

Der „1. Würselener Vorsorge- und Erbrechtstag” findet am Samstag, 24. November, von 10 bis 16 Uhr im Alten Rathaus in Würselen, Kaiserstraße 36, statt. Der Eintritt ist frei.

Um 10 Uhr eröffnet Bürgermeister Arno Nelles als Schirmherr den Infotag. Die Vorträge der Referenten im Überblick: „Vorsorge aus Sicht der Geriatrie”, Dr. Rudolf Harlacher (ab 10.05 Uhr); „Patientenverfügung”, Rechtsanwalt Norbert Maubach (10.45 Uhr); „Organspende”, Dr. Evagelos Karassimos (11.30 Uhr); „Vorsorgevollmacht”, Norbert Maubach (13 Uhr); „Alternative Betreuungsformen”, Seniorenbetreuerin Indra Diel (13.30 Uhr); „Senioren sollen sich in Würselen wohlfühlen”, Seniorenbauftragter Dieter Juschka (14 Uhr); „Wohnen im Alter in Würselen”, Technischer Beigeordneter Till von Hoegen; „Wohnformen im Alter”, Hasan Alagün vom Demenz-Servicezentrum (14.45 Uhr); „Kulturelle Bildung für ältere Menschen”, Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär a.D. (15.30 Uhr).

Mehr Infos zum Programm unter Tel.: 02405/41460.

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