Würselen - Die Gefahren lauern im Internet bei jedem Mausklick

Die Gefahren lauern im Internet bei jedem Mausklick

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Referent Peter Arz erklärte, worauf Eltern achten müssen, wenn ihr Kind im Internet unterwegs ist. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Wie schütze ich mein Kind vor Cybermobbing? Das Jugendamt hatte gemeinsam mit der Polizei ins Alte Rathaus geladen. Kriminalhauptkommissar Peter Arz referierte und schloss am Ende: „Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch. Reden Sie über die Gefahren im Netz, machen Sie sensibel und appellieren Sie immer wieder an die Vernunft des Nachwuchses.“

Im Internet lauern Gefahren. Die Fakten: Die neue JIM-Studie belegt, dass Jugendliche durchschnittlich täglich 179 Minuten im Internet verbringen. Was machen sie da? Die Studie deckt es auf: 45 Prozent der Zeit sind sie in Netzwerken aktiv, im Chat oder schreiben E-Mails, 25 Prozent nutzen sie zu ihrer Unterhaltung, 17 Prozent um zu spielen und 13 Prozent wenden sie doch noch auf, um sich zu informieren.

83 Prozent der Jugendlichen nutzen regelmäßig ein soziales Netzwerk wie Facebook, „denn es begeistert, unverbindlich neue Menschen kennenzulernen, ohne Elternkontrolle plaudern zu können, die Anonymität zu genießen, verschiedene Rollen auszuprobieren, einfach zu flirten und letztlich Freundschaften zu sammeln“, sagte Peter Arz.

Hatten Jugendliche 2011 durchschnittlich noch 206 Freunde in sozialen Netzwerken, waren es 2012 bereits 272 und 2013 dann 290. „Davon sind es nur 95 Freunde, die vom Profilinhaber wirklich getroffen werden und nur 17 Freunde, denen der Profilinhaber Wichtiges anvertrauen würde“, sagte der Kriminalhauptkommissar.

Abhängigkeitspotenzial

Was sind denn nun die Gefahren im Netz? Es ist der sorgenlose Umgang mit persönlichen Daten, ein mögliches Abhängigkeitspotenzial beim zeitlich unbegrenzten Surfen, das Cybermobbing, das sich durch spöttische Kommentare zeigt, peinliche Videos oder gefälschte Profilen, aber auch Kontaktaufnahmen mit sexuellem Hintergrund.

Dabei seien die Täter oftmals Gleichaltrige, die Profilinhaber sexuell anmachen, um das Zusenden von pornografischem Bildmaterial bitten würden, aber auch die Profilinhaber auffordern würden, sexuelle Handlungen zu vollziehen und zu fotografieren.

„Das sind sexuelle Straftaten, die sofort zur Anzeige kommen müssen“, war das klare Urteil von Peter Arz. Also sollten Eltern ihren Kinder raten, ein offenes Profil bei sozialen Netzwerken immer einzuschränken, in der Art, dass nur bestätigte Freunde Bilder sehen und Infos lesen könnten.

Wenn es doch zum Mobbing im Netz komme, dann sollte nicht auf Angriffe reagiert werden, der Mobber sollte geblockt und ignoriert werden, Beweise sollten gesammelt werden, Eltern und möglicherweise die Polizei eingeschaltet werden.

Was sind die Möglichkeiten der Prävention? „Kinder müssen gestärkt werden“, sagte der Polizist. So sollten sie die innere Haltung haben und wissen: Ich lasse mir nicht alles sagen. Ich gebe nicht viele Daten von mir preis, damit ich mich nicht angreifbar mache. Ich kann meinen Eltern meine Sorgen mitteilen und erhalte ihre Unterstützung. Wenn ich Hilfe hole, ist das kein petzen. Und letztlich ist der stark und selbstbewusst, der auch mal nein sagen kann.

Für die Eltern hielt Peter Arz folgende Ratschläge parat: „Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der elektronischen Medien und bleiben Sie mit ihren Kindern immer im Gespräch.“

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