Die Fusion mit großer Solidarität gestalten

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
Aufschlussreich: (v.l.) Thomas
Aufschlussreich: (v.l.) Thomas Thönneßen (Generalvikariat), Pfarrer Ferdi Bruckes, Iris Tom-czak-Pestel (Kirchenvorstand), Birgit Kremer-Hodok (Pfarrgemeinderat) und Thomas Mohr (Kirchenvorstand) informierten. Foto: A. Thomas

Baesweiler. Es ist das böse F-Wort in den katholischen Kirchengemeinden: Fusion. Dass das gar nicht automatisch negativ besetzt sein muss, sondern auch der nächste logische Schritt einer längeren Entwicklung sein kann, zeigt das Beispiel Baesweiler.

Zum 1. Januar 2013 wird aus den sechs bis jetzt eigenständigen Baesweiler Gemeinden die große Pfarrei St. Marien. Nun haben in St. Andreas Setterich Pfarrer Ferdi Bruckes und Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes vorgestellt, was das für die Gemeinden heißt.

Schritt auf Verwaltungsebene

Der große Unterschied zu den Fusionen im Bistum vor gut zwei Jahren sei, dass der Zusammenschluss nicht vom Bischof angeordnet sei, sondern von den Gremien ausgeht, so Pfarrer Bruckes. Die Sachzwänge seien auch hier die gleichen: Seit Jahren gibt es weniger Priester, die für immer mehr Gemeinden verantwortlich sind, und zurückgegangene Schlüsselzuweisungen durch das Bistum. Das habe eine engere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden bedingt: auf pastoraler Ebene als Gemeinschaft der Gemeinden; seit 2009 mit nur noch einem Gesamtpfarrgemeinderat; auf Verwaltungsebene seit drei Jahren als Kirchengemeindeverband (KGV). Auf dieser Ebene könne jedoch nur entschieden werden, was die Kindergärten und das Personal der Gemeinden betreffe. Alles andere müsse weiterhin in die sechs Kirchenvorstände, erläutert Thomas Mohr für Kirchenvorstand und KGV. Das bremse bei den Aufgaben, die es in Zukunft zu bewältigen gelte. Daher sei es der logische Schritt, mit der Fusion auf Verwaltungsebene zu vollziehen, was im Gemeindeleben in den letzten Jahren schon immer mehr zusammengewachsen sei.

„Natürlich braucht das Zeit, das wird ein Prozess sein, muss sich erst bei allen in Herzen und Köpfen festsetzen”, sagt Pfarrer Bruckes. Er appelliert an die Gemeindemitglieder, diesen Weg mitzugehen und über den Tellerrand der eigenen Gemeinden zu schauen. Dabei werde niemand zurückgelassen.

Veränderungen und nicht ganz leichte Entscheidungen bringt auch das Kirchliche Immobilienmanagement (KIM) mit sich. Das Bistum hat alle seine Gemeinden mit der Forderung konfrontiert, ein Drittel der jährlich geplanten Instandhaltungskosten für die pastoral genutzten Immobilien dauerhaft einzusparen. In Baesweiler sind das gut 65 000 Euro im Jahr. Damit stehen alle Pfarrhäuser, Pfarrheime und auch die Kirchen auf dem Prüfstand. In den vergangenen Monaten hat sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern aller sechs Gemeinden, den pastoralen Mitarbeitern, Pfarrer Bruckes und Mitarbeitern des Generalvikariats mit dieser Frage beschäftigt. Immer wieder haben sich dazu vor allem die Ehrenamtlichen zusammengesetzt und überlegt. Wichtigstes Ergebnis der nun erstellten Einsparungsliste ist: In Baesweiler wird in den nächsten Jahren keine Kirche geschlossen.

Möglich wird das durch die finanzielle Solidarität der Gemeinden untereinander. Jede Gemeinde hat einen Fonds zur Instandhaltung ihrer Gebäude, der zweckgebunden ist. Darüber hinaus anfallende Mittel fließen in einen gemeinsamen Topf.

So können auch die Kirchen und Gebäude erhalten bleiben, die künftig aus der Bezuschussung durch das Bistum herausfallen. Betroffen sind die Kirchen in Beggendorf und Bettendorf sowie zur Hälfte die Kirche in Puffendorf, das Pfarrheim und Pfarrhaus in Oidtweiler. Aus St. Willibrord in Loverich soll eine Grabeskirche werden, worüber die Instandhaltung refinanziert werden soll.

Knapper wird es auch personell. Der Verstärkung des Pastoralteams durch Pfarrvikar Hans-Peter Jeandrée (seit Mai) steht der Weggang von Pastoralreferent Norbert Franzen und Gemeindereferent Hanno Marheineke gegenüber. Gemeindereferentin Maria Pütgens nimmt derzeit ein Sabbatjahr. Ersatz komme frühestens im nächsten Herbst, so Pfarrer Bruckes.

Das bedeute letztlich, dass Schwerpunkte gesetzt werden und die ein oder andere Baustelle warten müsse. Und wichtiger denn je sei das Engagement der Menschen in den Gemeinden. „Jeder kann etwas, gemeinsam kriegen wir das hin.”

Sechs Gemeinden, rund 15.000 Mitglieder

Die Anzahl der Katholiken in den einzelnen Pfarrgemeinden: St. Petrus, Baesweiler, rund 6900 Gemeindemitglieder; St. Andreas, Setterich, rund 3400; St. Martinus, Oidtweiler, rund 1800, zuzüglich St. Wendelinus, Bettendorf, rund 300 Gemeindemitglieder; St. Pan-kratius, Beggendorf, rund 1200; St. Willibrord, Loverich/Floverich, rund 1100; St. Laurentius, Puffendorf, rund 300 Gemeindemitglieder
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert