Die Basis erwartet die Regionalkonferenz mit Spannung

Von: bea/eska/gp/ks
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Nordkreis. Wer ist der bessere CDU-Vorsitzende im Land - nach Jürgen Rüttgers? Diese Frage richten die Kandidaten Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Landtagsabgeordneter Armin Laschet (Aachen) nicht nur an das eigene Spiegelbild, sondern auch bei Regionalkonferenzen an die Basis.

Am Freitag findet eine solche Veranstaltung in Aachen statt. Was sagen Vertreter der CDU aus dem Nordkreis dazu?

„Abwarten” ist noch die Devise von Fabian Schalt, stellvertretender Vorsitzender der CDU in Herzogenrath. Der dortige Stadtverband um Vorsitzende Marie-Theres Sobczyk hat neben der Mitgliederbefragung natürlich die Kandidatur von Armin Laschet „sehr begrüßt”, doch Sachargumente sollen den Ausschlag für das Votum geben.

Dass Norbert Röttgen in vielen Medien derzeit als Verlierer des Atomkompromisses gehandelt wird, möchte Fabian Schalt nicht gelten lassen: Für ihn ist Röttgen der „Initiator eines ausgewogenen Energiekonzepts der Bundesregierung”.

Schalt: „Beide, sind sehr gute Kandidaten. Entscheidend für mich ist, wer von beiden bereit ist, nicht nur die Programmatik der CDU weiter zu entwickeln, sondern auch gewillt ist, organisatorische Reformen auf den Weg zu bringen und die Strukturen zu modernisieren, damit die CDU wieder attraktiver und politischer wird.” Mit diesem Appell ist Rodas CDU bereits bei der Landes- und der Kreis-CDU sowie Armin Laschet vorstellig geworden.

Neben Sobczyk und Schalt werden MIT-Vorsitzender Bert Lauscher sowie Geschäftsführer Thorsten Schlebusch in den Eurogress fahren.

Peter Steingass, Vorsitzender der CDU in Alsdorf, macht es sich mit seiner persönlichen Entscheidung nicht einfach. Mit Röttgen verbinde ihn „aus Solidarität” die Mitgliedschaft in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT). Steingass ist Vorsitzender der MIT vor Ort. Andererseits ist Laschet aus Sicht von Steingass ganz anders vernetzt und vor allem mit der Region eng verbunden und hat sein Standbein im Landtag.

„Nicht von Berlin aus führen”

„Ich bin der Auffassung, dass man die CDU im Land nicht von Berlin aus führen kann.” Außerdem sei es besser, aus dem Landtag heraus den erneuten Wechsel in der Landesregierung zu betreiben, legt sich Steingass bereits vor der Regionalkonferenz auf Laschet fest - was aber natürlich nicht Auffassung der CDU in Alsdorf sei, sondern Sache eines jeden Mitgliedes sei.

Bruno Mohr, Chef des CDU-Stadtverbandes in Baesweiler, betont, „dass ich Armin Laschet natürlich viel besser kenne. Norbert Röttgen ist mir bislang nur aus dem Fernsehen bekannt.” Dennoch sei es nicht angebracht, vor dem Entscheid über einen neuen Landesvorsitzenden „irgendeine Empfehlung zu geben”.

Jeder solle sich seine persönliche Meinung bilden, wozu die Regionalkonferenz im Eurogress einen guten Beitrag leisten könne, bekräftigt Mohr. Der Baesweiler CDU-Vorsitzende wird die Auftritte der beiden Kandidaten „zusammen mit einer ganzen Reihe Baesweiler Parteimitglieder” aufmerksam verfolgen.

Und ist gespannt darauf, wie die Parteibasis letztlich votieren wird. Als positiv bewertet Bruno Mohr bereits jetzt, dass es überhaupt einen Mitgliederentscheid geben wird. Denn man könne durchaus das Gefühl haben, dass innerhalb der CDU „ein demokratischer Prozess von unten in der Vergangenheit ein bisschen vernachlässigt wurde”.

Wie der erst vor wenigen Tagen aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretene Würselener CDU-Stadtverbandschef Harald Gerling favorisiert auch der kommissarische Vorsitzende Hans Josef Bülles den Aachener Armin Laschet.

Nach seiner persönlichen Einschätzung befragt, erklärte Bülles: „Natürlich spielt dabei ein bisschen Lokalpatriotismus mit. Es ist mir natürlich lieber, wenn der Landesvorsitzende aus meiner Nachbarstadt kommt. Viel entscheidender für mich ist aber, dass Laschet als Vorsitzender des Kreisverbandes der Stadt Aachen einen stärkeren Bezug zur Basis hat. Während ich mich mit der Bundesregierung in der aktuellen Verfassung ein Stück weit schwer tue. Und das ist noch harmlos formuliert. An der Basis rumort es. Die CDU muss dringend zu ihren Wurzeln zurückfinden. Ich würde mich freuen, wenn Laschet es wird.”
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