Der Umgang mit den Kunden macht ihr einfach Spaß

Von: Elena Stiebler
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Liebt den Duft frischer Brötc
Liebt den Duft frischer Brötchen: Kathrin Plum hatte vorher schon als Aushilfe in den Wunschjob hineingeschnuppert.

Alsdorf. „Man muss schon recht früh aufstehen”, lacht Kathrin Plum und relativiert direkt wieder: „Ich muss höchstens um sieben Uhr anfangen!” Seit August arbeitet die 23-Jährige für die Bäckerei-Kette Gielen in Mariadorf.

Ihr Berufsziel: Fachverkäuferin im Bereich Bäckerei. Insgesamt elf Auszubildende sind in dem Unternehmen tätig, alleine in diesem Jahre sind fünf Neue dabei. Nach ihrem Hauptschulabschluss an der Gesamtschule hat Kathrin zunächst verschiedene Praktika absolviert, bevor sie sich für den jetzt eingeschlagenen Ausbildungsweg entschied. An zwei Tagen in der Woche steht für sie nun Theorie am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg in Aachen an: „Da haben wir zwei Klassen für Verkäufer Schwerpunkt Bäckerei mit jeweils 32 Leuten.” Die restlichen vier Tage ist sie im Betrieb tätig.

Theorie und Praxis

„Ich wollte immer etwas mit Menschen machen, daher bin ich in den Verkauf gegangen”, erklärt die junge Frau und schmunzelt: „Weil ich gerne Kuchen und Brötchen esse, wollte ich in eine Bäckerei. Ich bin eben eher so eine Süße.” Um sich einen Überblick zu verschaffen, hatte sie schon fünf Monate als Aushilfe bei Gielen gearbeitet.

„Wir bieten Interessierten immer die Möglichkeit, vorab in den Beruf hineinzuschauen”, erläutert Brigitte Gielen, Bäckermeisterin und Ausbilderin. So sind auch Schülerpraktika möglich, können sich Bewerber mit jeder Frage an sie wenden. Seit 40 Jahren ist sie in ihrem Beruf tätig. „Ich habe mit 19 Jahren meine Meisterprüfung gemacht, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen”, sagt sie. Denn heute sieht die Ausbildung anders aus. Nach dem Schulabschluss beginnt für viele eine Suche mit schwierigen Entscheidungen.

Wer sich für den Fachverkäufer-Beruf entschließt, auf den wartet eine dreijährige Ausbildung, in der bei weitem nicht nur der Umgang mit Kunden geübt wird. „Ich lerne etwa auch, wie man Brötchen backt. Wir bekommen aus der Backstube die frischen Teiglinge, also die rohen Brötchen, und müssen sie im Kühlraum reifen lassen. Wir passen den richtigen Zeitpunkt ab und schieben sie dann in den Ofen”, erklärt Kathrin Plum. „Auch wie man Waren richtig darbietet, muss man lernen. Etwa, wie man Kuchen optisch ansprechend auf einem Tablett anordnet.” Nach einem Monat Ausbildungszeit „kann Kathrin schon eine ganze Menge”, lobt die Ausbilderin, „auch, weil sie schon als Aushilfe mitgeholfen hat.”

Für Brigitte Gielen ist der „offene und freundliche” Umgang mit Kunden wichtig: „Wir haben viele Stammkunden, die wünschen sich eine persönliche Atmosphäre.” Gerne würde der Betrieb noch ein bis zwei weitere Azubis einstellen. Aber bis jetzt sei der oder die Richtige noch nicht dabei gewesen. Gielen: „Am liebsten ist es mir, wenn sich Bewerber schon Anfang des Jahres melden. Dann haben sie genügend Zeit auszuprobieren, ob der Beruf für sie geeignet ist.”

Als Fachverkäufer sind auch Männer beliebt. „In einer Filiale haben wir einen jungen Mann. Vor allem die älteren Kunden schätzen seine adrette, höfliche Art.” Umgekehrt sind Frauen auch als Bäckerin willkommen, trotz recht harter körperlicher Arbeit. „Generell versuchen wir, jedem eine Chance zu geben”, sagt die Ausbilderin.

Seit das Ehepaar Gielen 1984 die Backstube übernommen hat, stellen sie ihre Azubis nach erfolgreichem Abschluss auch ein. „Unser zweiter Azubi ist immer noch bei uns, und unser Ofenmeister arbeitet seit 1982 im Betrieb.”

Ausbildungsmesse im TPH am Donnerstag

Jeder ist willkommen bei der fünften Ausbildungsmesse der Städte Alsdorf und Herzogenrath, die in diesem Jahr im Technologiepark Herzogenrath in Kohlscheid, Kaiserstraße 100, stattfindet.

Über 50 Firmen und Institutionen stehen am morgigen Donnerstag von 8.30 bis 14.30 Uhr mit umfassenden Infos für die Schülerinnen und Schüler sowie alle anderen interessierten bereit.

Die Kammer rät: Flexibilität zeigen

Für Berufe wie Friseurin, Tischler oder Kfz-Mechatroniker sind Ausbildungsstellen knapp. Laut Handwerkskammer gibt es aber noch 191 unbesetzte Lehrstellen in der Region. Vor allem in der Lebensmittelbranche, im Bereich Bäcker, Fachverkäufer Bäcker, Fleischerund Fachverkäufer Fleischer gibt es noch Chancen.

Daher rät die Handwerkskammer, flexibel zu sein und auch in andere als die ausgeguckten Traumberufe hineinzuschnuppern.
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