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Der „schlimmste Gau“ beim Kita-Bau erzürnt Politiker

Von: mabie
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Teurer und nicht pünktlich fertig: die neue Kita am Wasserturm in Merkstein. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Aktuell zehn Wochen Verzögerung, zehn Prozent Mehrkosten und plötzlich entdeckte Fundamente des Wasserturms: Der „schlimmste Gau“, wie Fachbereichsleiter Rolf-Peter Kalmbach es im Bau- und Verkehrsausschuss nannte, ist beim Bau der Kindertagesstätte am Wasserturm eingetreten. Öffentlich bekannt wurden die Probleme bei dem eigentlich auf 1,5 Millionen Euro Gesamtkosten gedeckelten Bauvorhaben in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

Erst drei Tage zuvor, am 17. Juni, teilte das Planungsbüro dem zuständigen Fachbereich in Rodas Rathaus die Probleme mit. Was Kalmbach nun ärgerte, war offensichtlich das Verhalten des Architekten: „Ich sehe wirklich geringe Bemühungen, um einen früheren Eröffnungstermin zu kämpfen – das befremdet mich.“ Zudem habe der Planer wohl in seinem Zeitplan mit einem außergewöhnlich milden Winter gerechnet.

Auch das vom Architekten vorgebrachte Argument, dass mit Kostensteigerungen auch aufgrund der Inflation zu rechnen sei, ließ der Fachmann vom Amt nicht gelten. „Er hat ein Bauwerk für 2013 versprochen, und Inflation ist ja nichts Zufälliges, die kann man einplanen“, betonte Kalmbach.

Für die nahe Zukunft sagte er eine möglichst frühe Inbetriebnahme zu, allerdings ohne in Sachen Sicherheit Abstriche zu machen. Das könne beispielsweise auch ohne vollständige Außenanlagen geschehen, um den 40 bis 50 dort angemeldeten Kindern eine möglichst kurze Zeit in der Interimslösung Streiffelder Hof zuzumuten. Eigentlich war als Eröffnungstermin der 1. August vorgesehen, derzeit sieht es eher nach dem 15. Oktober aus.

„Wir haben als HSK-Gemeinde ganz bewusst eine Deckelung auf 1,5 Millionen Euro gewählt“, war SPD-Vertreter Gerhard Neitzke sichtlich erbost, „die Architekten müssen sich in Zukunft daran gewöhnen, dass sie mit dem vorgegebenen Rahmen auskommen.“ Er forderte wie auch die übrigen Ausschussmitglieder ein „ernstes Gespräch“ mit dem Planer, dem bewusst gewesen sein müsse, dass die Einsparungen auch umgesetzt werden müssen.

Und während draußen der Sommer weitere Wetterkapriolen schlug, ließen weitere Stimmen durchblicken, dass der Architekt ja unabhängig vom Fertigstellungstermin auch honorarmäßig direkt von den Kostensteigerungen profitiere. „Ich möchte mich gerne mit dem Mann in öffentlicher Sitzung darüber unterhalten, wie man sich gegenüber seinem Auftraggeber verhält“, meinte auch CDU-Sprecher Reimund Billmann mit Blick auf die Mehrkosten von rund 150.000 Euro.

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