Der Preisträgerin Handschellen angelegt

Von: Elisa Zander
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Sonst fesselt sie die Leser mit guten Geschichten: Gisa Klönne erhielt die Herzogenrather Handschelle von Prof. Wolfram Hamann. Foto: E. Zander

Herzogenrath. In ihren Romanen legt sie jene in Ketten, die in ihren Krimis eine zentrale Rolle einnehmen: Mörder, die Figuren aus den Geschichten aus dem Leben reißen und bei den Angehörigen große Wunden hinterlassen.

Nun wurden der preisgekrönten Autorin Gisa Klönne selbst die Handschellen angelegt. Prof. Wolfram Hamann, Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbücherei Herzogenrath „Pro Stadtbücherei”, hatte das silberne Eisen mitgebracht und kam gleich der bedeutenden Aufgabe nach, die Schriftstellerin mit dem Herzogenrather Literaturpreis auszuzeichnen.

Bereits zum sechsten Mal hat die Jury unter vielen Kriminalromanen, die gesichtet, gelesen und bewertet wurden, einen ausgewählt: „Farben der Schuld”. Der vierte Roman von Gisa Klönne erfüllt aus Sicht der Jury in besonderer Weise die drei Kriterien, wie Wolfram Hamann erklärt: „Eine gute, spannende Story, hohe erzählerische Qualität und eine gute atmosphärische Schilderung eines gesellschaftlichen Milieus.” Der Gesamteindruck von „Farben der Schuld” hat die Kommission überzeugt. „Das Priestermilieu, in dem der Roman spielt, spannend darzustellen, ist nicht einfach”, weiß Hamann. „Aber gerade das ist Frau Klönne besonders gut gelungen.” Auch das Erzählniveau sowie die Spannung werde bis zum Ende gehalten.

Um davon einen Eindruck zu erhalten, las die Autorin bei der Veranstaltung ausgewählte Textstellen aus ihrem gerade ausgezeichneten Werk. Schon nach wenigen Passagen wurde deutlich, dass sich Gisa Klönne intensiv mit der Polizeiarbeit aber auch mit dem für das Buch notwendigen kirchlichen Hintergrund auseinandergesetzt hat. Die Idee für „Farben der Schuld”, in dem der Mord an einem Arzt untersucht wird, der an Karneval vor einer Kirche erstochen wurde, entstand während ihrer Recherche. Die Hauptfigur der Romanreihe, Judith Krieger, hatte im vorangegangenen Buch einen Menschen erschossen. „Nun wollte ich wissen, was mit Polizisten passiert, die gemordet haben”, erklärte Gisa Klönne, die diesbezüglich mit einem Polizeiseelsorger sprach, der auch katholischer Priester ist.

„Er erzählte mir unter anderem vom Beichtgeheimnis, und das war der Anstoß für mich, ein Fragespiel zu beginnen”, gab sie Einblick in ihre Gedankengänge. Ihr Wunsch, einmal das Thema Telefonseelsorge einzubinden, ist ihr mit „Farben der Schuld” ebenfalls geglückt. Hier arbeitet die Mutter von Beatrice - letztere scheint die Antwort auf die Mordfrage zu kennen. Gisa Klönne mag die Abgründe, schaut hinter die Fassaden von Menschen. Sie erzählt keine blutrünstige Geschichte sondern stellt Sinnfragen, „um die es bei Leben und Tod immer geht”. Gesellschaftspolitisch, teilweise kritisch führt die Autorin den Leser durch die Mordaufklärung in Köln, bindet ihn durch fundierten, spannenden Erzählstoff und gibt Identifizierungspunkte durch reelle Figuren wie Judith Krieger, die ihre Ecken und Kanten hat, zwar stark ist, aber auch verletzliche Seiten zeigen kann. Die verschiedenen Erzählperspektiven sind ein zusätzliches Bonbon für den Leser.

Über die Auszeichnung der Herzogenrather Handschelle hat sie sich „sehr gefreut. Es ist ein lustiger Preis”, sagt sie.

Er wird künftig in ihrem Treppenhaus neben der Auszeichnung zur Ehrenkommissarin der Kriminalpolizei Bonn hängen.
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