Herzogenrath - Der nette Onkel mit dem komischen Hut

AN App

Der nette Onkel mit dem komischen Hut

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
her_borsch_bu1
Besonderer Besuch in der Kuschelecke: Weihbischof Karl Borsch (links) ließ sich von den TPHasen und ihren Erzieherinnen die Einrichtung im Technologiepark zeigen. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Kinder und Jugendliche liegen Weihbischof Karl Borsch ganz besonders am Herzen. Deshalb versucht er auf seiner Visitation in der Kohlscheider Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) möglichst viele Kindereinrichtungen und Schulen zu besuchen.

Dabei komme es ihm nicht darauf an, dass diese sich in kirchlicher Trägerschaft befinden, wie er betont.

So besucht er an diesem Morgen - begleitet von Pastoralreferent Mijo Repar - die TPHasen, das Betreuungsangebot für Unterdreijährige im hinteren Teil des Technologieparks. Hier wird er von Leiterin Sabine Post und ihren beiden Kolleginnen bereits erwartet.

„Wir fanden das schön, als die Pfarre gefragt hat, ob er kommen darf. Zwar sind nicht alle unsere Eltern katholisch oder gläubig, aber wir erziehen die Kinder schon nach christlichen Werten, weshalb alle einverstanden waren”, sagt Sabine Post.

Die sieben „Hasen” zwischen zwölf Monaten und zweieinhalb Jahren berührt der hohe Besuch nicht so wirklich. Bis kurz vor seiner Ankunft toben sie noch durch die Räume der 150 Quadratmeter großen Einrichtung. Unter einem Bischof können sie sich noch nichts vorstellen.

Die beiden Ältesten kennen immerhin den Nikolaus, der sei so was Ähnliches wie er, erklärt Karl Borsch. Für die anderen ist er einfach ein netter Onkel, dem sie zur Begrüßung erste einmal ein Lied mit viel Klatschen, Stampfen und Winken singen.

„Normalerweise sind die Kinder im Kindergarten schon etwas größer, da zeige ich ihnen dann Mitra, Bischofsstab und mein Gewand und erzähle, was ich mache”, erklärt er. Um die ganz Kleinen nicht zu erschrecken, verzichtet er auf das Gewand und zeigt ihnen nur „den komischen Hut, den ich manchmal anziehe”.

Interessiert gucken die Kinder ihm zu, die Größeren bestaunen den Bischofsstab und als er sein goldenes Kreuz einmal herumgehen lässt, gefällt das besonders den kleinen Mädchen: „Schön!”

Dann erzählt er ihnen noch die Geschichte, als Jesus die Kinder zu sich hat kommen lassen: „Es war Mittag und der Kindergarten war aus und da wollten die Mamas mit den Kindern auch zu Jesus. Das gehe nicht, er wolle nur mit den Großen reden, sagten einige.

Da ist Jesus ganz böse geworden und hat gesagt, dass er gerade die Kinder besonders lieb hat und er hat mit ihnen gespielt und ihnen vom lieben Gott erzählt und sie gesegnet. Wenn ihr möchtet, mache ich das auch bei euch.”

Ganz ernst und eifrig kommen die Kleinen zu ihm und lassen sich ein Kreuz auf die Stirn zeichnen. Das jüngste Kind ist der gerade einmal eine Woche alte Malte. Schwesterchen Lotta ist ein TPHase und für die Eltern ist es eine schöne Gelegenheit auch für den neuen Erdenbürger einen ganz besonderen Segen zu erhalten.

Dann dürfen die Kinder auch wieder spielen und toben, während sich Weihbischof Borsch die Einrichtung zeigen lässt. Pro Tag werden hier zehn Kleinkinder unter drei Jahren betreut. Gemeinsam mit den drei Erzieherinnen frühstücken sie, es wird gesungen, gespielt - bei gutem Wetter draußen - vorgelesen und ganz wichtig, gemeinsam die Welt entdeckt. Zur Zeit züchten sie Sonnenblumen und Kapuzinerkresse und gucken jeden Tag, wie die Pflänzchen wachsen.

Für alle, die bis zum Nachmittag bleiben, gibt es Mittagessen und für müde Hasen auch einen Schlafraum mit Kinderbetten. Was er sieht und hört gefällt dem Gast aus Aachen gut. Er erlebe auch in den kirchlichen Kindergärten immer öfter, dass schon die ganz Kleinen dort betreut würden, weil der Bedarf steige. Das gut zu machen, sei eine wichtige Aufgabe.

Menschen kennen lernen

Noch bis zum 20. Mai wird Karl Borsch in der GdG Kohlscheid unterwegs sein, um „die Menschen kennen zu lernen, zu sehen, wie sie leben, mit ihnen Gottesdienst zu feiern und ins Gespräch zu kommen”, sagt er. Ein Ohr zu haben, für die Dinge, die die Menschen umtreiben, ist ihm wichtig. Das seien derzeit eben auch die Strukturveränderungen und da bekomme er auch schon einmal den Unmut ab. „Das muss ich eben aushalten”, erklärt er lächelnd.

Er versuche zu vermitteln, gemeinsam den Blick nach vorne zu richten und zu fragen, „was treibt uns als Christen um, was trägt und motiviert uns. Entscheidend ist nicht die Zukunft der Kirche, sondern die Frage, ob wir Menschen überzeugen können, das es lohnt und sie für den Glauben gewinnen.”

Da ist er auch zuversichtlich, gerade in Bezug auf die Jungen in den Gemeinden, wie zum Beispiel die Firmlinge, denen er in den kommenden Tagen dieses Sakrament spenden wird. „Salopp formuliert, ich bin überzeugt, wer glaubt, hat mehr vom Leben.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert