Der milde Winter gibt Zeit für Spielplätze

Von: Elisa Zander
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Das neue Herzstück: Wegen des milden Winters konnte das neue Spielgerät auf dem Wasserspielplatz an der Floeßer Straße bereits aufgebaut werden. Ulrich Rible (links) und Rainer Schulte freuen sich, dass das tolle Schiff nun von Kindern in Beschlag genommen werden kann. Foto: E. Zander
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Blumenerde, Mäher, Ersatzwerkzeug: In den Hallen lagern in großen, hohen Regalen verschiedene Materialien.

Herzogenrath. Der Schneefall hat die Stadt über Nacht in eine weiße Decke gehüllt. Autofahrer können dennoch beruhigt fahren. Der Winterdienst ist seit Stunden unterwegs, um die Straßen sicher zu machen. So ist es, wenn der Winter seinem Namen gerecht wird, was in diesem Jahr aber nicht der Fall ist. Welchen Aufgaben kommen die Mitarbeiter des Bauhofes, der sich sonst auch um den Winterdienst kümmert, nun nach, wenn sie nicht Schnee schippen und Salz streuen beschäftigt sind?

 „Es ist ja nicht so, dass wir drei bis vier Wochen nur Winterdienst machen“, erklärt der Betriebsleiter des Herzogenrather Bauhofes, Ulrich Rible. Vielmehr ist der Winterdienst etwas, das zu den normalen Arbeitsgebieten hinzukommt. Und wenn ein Winter lang und hart ist, bleiben viele Dinge liegen. Das ist in diesem Jahr etwas anders.

„Wir arbeiten in der zweiten Reihe, das sieht man so gar nicht“, sagt Rible. „Wir sind eigentlich die Heinzelmännchen.“ Und die bewirtschaften unter anderem 1 310 000 Quadratmeter Grünfläche – aufgeteilt in Straßenbegleitgrün, öffentliche Parkanlagen, 15 Sport-, 58 Spiel- und 12 Bolzplätze, hinzu kommen 13 Friedhöfe, nicht zu vergessen 12 000 Bäume.

Verstärkt widmen sich die Mitarbeiter derzeit um die Grünflächenpflege, schneiden Sträucher und Bäume zurück. Einen eigenen Förster hat die Stadt nicht, lediglich Waldarbeiten, denn „die Flächen sind zu klein, um jemanden einzustellen“, erklärt Rible. Darum kooperiert Herzogenrath mit der Stadt Aachen, deren Förster Herbert Koch auch Sorge für Rodas Waldflächen trägt.

Durch die gewonnene Zeit konnte der Fachbereich Dinge fertigstellen, für die sonst erst im Frühjahr ein Zeitfenster gewesen wäre. Der Wasserspielplatz an der Floeßer Straße beispielsweise. Dort steht seit kurzem ein großes Piratenschiff, das darauf wartet, von Kindern erobert zu werden. Das Klettergerüst, das vorher Jahrzehnte an dieser Stelle stand, war abgespielt, sagt Rainer Schulte, zuständig für Garten- und Wegebau. Wie auch Ulrich Rible kennt er Herzogenrath wie seine Westentasche, weiß über Bäume, Grün- und Spielplätze genau Bescheid.

Spielplatzkontrolleure

Die Spielplätze unterliegen einer ständigen Kontrolle. Zwei Spielplatzkontrolleure achten auf Beschädigungen, Müll und Zustand der Spielgeräte. Werden Vandalismusschäden aufgedeckt, schalten die Mitarbeiter das Jugendamt ein, damit an besagter Stelle verstärkt die Streetworker eingesetzt werden. „Wir arbeiten Hand in Hand“, freut sich Rible über die Kooperation. Auf den Spielplätzen liegt ein besonderer Fokus, erzählt Schulte. „Das ist kein Thema, das nebenher läuft, dafür ist es zu wichtig. Ob eine Grünfläche eine Woche nicht gemäht wird, ist nicht schlimm. Aber ein kaputtes Spielgerät muss direkt aus der Gefahrenzone gebracht werden.“

Stark frequentierte Spielplätze werden täglich angefahren, einmal jährlich gibt es eine grundlegende Prüfung. „Da bekommen wir hin und wieder Anrufe von Bürgern“, sagt Rible und erzählt von einem Telefonat, in dem sich eine Frau beschwerte, dass der Mitarbeiter des Betriebs auf der Schaukel sitze. „Dann macht er seine Arbeit“, klärte Rible die ältere Dame auf. Denn auch das gehört dazu. Die beiden Leiter werden aber nicht müde, zu betonen, wie wichtig dieses bürgerschaftliche Engagement ist. Ist etwas nicht in Ordnung, findet sich wilder Müll, eine eingeschlagene Scheibe der Bushaltestelle? „Wir sind dankbar für jede Meldung“, sagt Schulte, „davon leben wir.“

Der Kontakt zu den Bürgern ist ihnen wichtig. „Das ist sehr schön und hilft dabei, unsere Arbeit für die Bürger transparenter zu halten“, ist Ribles Erfahrung. Verstärkt wurde der durch die Einrichtung des Wertstoffhofes auf dem Gelände des Bauhofes an der Eygelshovener Straße 69 a, der dienstags, donnerstags und samstags geöffnet ist.

Viel Arbeit stecken die Bauhof-Mitarbeiter in die Unterhaltung der Sportplätze. Die sieben Naturrasenplätze werden in der sechswöchigen Spielpause im Sommer alle bearbeitet. Mähen, vertikutieren, dann wird 20 Zentimeter tief gelocht und Sand zur besseren Durchlüftung eingefüllt. Später wird neu gesät – 70 Kilogramm Grassamen werden auf einem Platz verteilt. Im Torraum wird außerdem zehn Zentimeter dicker Blockrasen verlegt. Drei Tage dauern diese Arbeiten, dann wird gewartet. Nach fünfeinhalb Wochen dürfen die Spieler ihren Platz erneut erobern.

Etwas anders ist es beim Kunstrasen. „Für die Sportvereine sind die Kunstrasenplätze besser, aber die Pflege ist für uns mindestens genau so hoch wie bei echtem Rasen“, erläutert Rainer Schulte den Aufwand, der für die derzeit zwei Kunstrasenplätze betrieben wird. Ein weiterer wird im Sommer hinzukommen. Das Wichtigste dabei: „Man darf die Pflege nicht schludern.“ Der Kunstrasen muss jede Woche bearbeitet werden, das ganze Jahr über.

Beim Gang über den Bauhof fallen zwei große, weiße Container ins Auge. In einem befinden sich Sitzmöbel, der andere ist leer und kann als Musikbühne genutzt werden. Auch WC-Wagen und Spülcontainer gibt es. Denn ob Frühlingsfest, Neujahrsempfang oder Besonderheiten wie der Empfang der Königin Beatrix im April 2011 – „ohne uns geht keine Veranstaltung über die Bühne“. Und: „Zu jeder Jahreszeit gibt es etwas Besonderes“, findet Schulte.

Auch Sperrmaßnahmen gehören dazu, beispielsweise für die anstehenden Karnevalsumzüge. Diesbezüglich kooperiere man stark mit Würselen, Baesweiler und Alsdorf, denn: „Keiner hält 500 Gitter vor.“ Zum Karnevalszug gehören auch Reinigungsmaßnahmen – und auch um die kümmern sich die Bauhof-Mitarbeiter. „Das fällt unter Verkehrssicherungspflicht“, erläutert Rible.

Der Aufgabenbereich ist eben vielfältig. „Kein Tag ist wie der andere“, sagt Rible. Auch diesen Tag, der erste Arbeitstag nach seinem Urlaub, hatte er anders geplant. Das Gespräch an diesem Morgen kam spontan hinzu. „Aber das finde ich gut. Es ist schön, einen Einblick in unsere Arbeit geben zu können.“

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