Herzogenrath/Nordkreis - Der Krippentag schafft Verbindendes

Der Krippentag schafft Verbindendes

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Als Kaspar, Melchior und Balthasar verbreiten die Sternsinger die Weihnachtsgeschichte. Regionaldekan Hans Rolf Krewinkel zeigt ihnen, welchen Stellenwert die Krippe dabei hat. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath/Nordkreis. Die Sternsinger waren schon in den Häusern und Wohnungen in Straß. Kaspar, Melchior und Balthasar ziehen kurz nach dem Jahreswechsel aber nicht nur durch die Straßen der Region, sie stehen als Figuren in vielen Krippen.

Um die Darstellungen der Weihnachtsgeschichte zu würdigen und die Menschen an den Krippen zusammenzubringen, veranstalteten der Pastoralrat Aachen-Land und der Regionaldekan am Wochenende den Krippentag in der Region Aachen-Land.

Die Eröffnungsmesse in der Josefkirche in Straß feierte der Initiator des Krippentages Regionaldekan Hans Rolf Krewinkel mit den Gläubigen. Krewinkel hatte den Krippentag, als er sein Amt als Regionaldekan der Bistumsregion Aachen-Land vor sechs Jahren antrat, eingeführt.

„Wir haben uns überlegt, was man tun kann, um die Leute mit möglichst wenig Aufwand zu bewegen.” Denn der Krippentag soll die Gemeinden von Baesweiler bis Stolberg und von Eschweiler bis Herzogenrath verbinden. „Vorher gab es keine gemeinsamen Aktionen.”

Selbstläufer

Was damals als kleine Aktion begann, hat sich heute zur festen Institution im Gemeindeleben gemausert. Krewinkel: „Wir waren zunächst nicht überzeugt, dass der Krippentag ein großer Erfolg wird. Wir dachten, dass wir ihn vielleicht zwei oder drei Jahre machen. Inzwischen ist das ein Selbstläufer geworden.”

Besonders weil die Eintrittsschwelle für die Gemeinde sehr niedrig ist. „Jede Gemeinde soll mitmachen können. Eine Krippe gibt es überall. Und die Gemeinden sind stolz auf sie.”

Etwas provokativ

In der Messe kam Hans Rolf Krewinkel zum Gespräch mit den Sternsingern von der Kanzel in die Reihen. Etwas provokativ sagte er: „Ich behaupte, dass ihr die Weihnachtsgeschichte gar nicht richtig kennt.” Auf Krewinkels Frage, wer die Hirten zum Stall nach Bethlehem geschickt habe, antworteten die Kinder einhellig: der Engel.

Sie mussten sich eines Besseren belehren lassen. Krewinkel: „Das stimmt überhaupt nicht. Die Hirten haben sich selbst geschickt. Der Engel hat ihnen nur gesagt, dass dort etwas Tolles ist.” Krewinkel zog die Parallele zu den Sternsingern: „Genauso habt ihr euch auf den Weg gemacht, um den Leuten den Segen für ein ganzes Jahr zu bringen.” So entstehe eine Gemeinschaft, die größer sei als die gesamte Kirche. „Das schafft die Kirche nicht, dass schafft nur die Krippe.”

Ein Teil dieser Gemeinschaft soll durch die Begegnung der Gläubigen an den Krippen hergestellt werden. Bei 23 Einzelveranstaltungen in der ganzen Bistumsregion Aachen-Land hatten die Interessierten die Möglichkeit des „Zusammenkommens in schöner Atmosphäre”. Zudem waren am Sonntag bis auf St. Sebastianus in Stolberg alle Gotteshäuser geöffnet. Das gab Gelegenheit sich einige verschiedene Krippen anzusehen. Krewinkel: „Früher war das eine schöne Tradition, sich unterschiedliche Krippen anzusehen. Durch den Krippentag muss auch heute niemand vor verschlossener Tür stehen.”

So bietet sich die Gelegenheit die Unterschiedlichen Formen des Krippenbaus anzusehen. „Die Unterschiedlichkeit finde ich ganz toll. Es gibt stark theologisch geprägte und volkstümliche Darstellungen. Alle sind mit sehr viel Liebe gemacht.”

Bei aller Freude über den großen Zuspruch für den Krippentag hat Krewinkel noch einen Wunsch für die Zukunft: „Unheimlich schön wäre es, Privathäuser zu öffnen, um zu sehen, wie die Krippen zu Hause aussehen. Aber das halte ich für sehr schwierig.”
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