Baesweiler - Der JSV knüpft wieder an alte Zeiten an

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Der JSV knüpft wieder an alte Zeiten an

Von: Sigi Malinowski
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Zuversicht sieht anders aus: Auch auf der Baesweiler Bank sorgte das 0:1 des SV Breinig für Unbehagen. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Gut zehn Jahre haben die Baesweiler wieder auf einen solchen Tag gewartet. An diesem Freitagabend ist es soweit, jedoch: Das Spiel ist weit in die zweite Hälfte fortgeschritten.

Manni Dudzinski ahnt wohl, „dass wird heute nichts mehr”. Er, der Obmann des JSV Baesweiler, berät sich mit Trainer Raphael Garcia. Die beiden sportlichen Macher des Aufsteigers in die Landesliga rudern mit den Armen, schauen auf ihre Uhren und die Gesichter werden länger.

Das erste Heimspiel nach dem Aufstieg droht mit einer Niederlage zu enden. Auch einen starken Gegner wie den SV Breinig zu schlagen, ist des Trainers Anspruch. „Ich will gewinnen”, hatte „Falli” Garcia noch vor der Partie geäußert.

Pleite feiert Zehnjähriges

1999 ist der damalige SV 09 als Oberligist in die Pleite gerasselt. Nun haben eine Handvoll Männer wie Manni Dudzinski, Klubpräsident Manfred Müller, Co-Trainer Michael Aretz und andere wieder Landesliga-Fußball vor Augen. Mit dem Konkurs des 1909 gegründeten SV 09 hatten sie nichts zu tun. Sie sind Pioniere des Neuaufbaus. Und deshalb freuen sie sich an diesem Abend aufs erste Spiel in der Landesliga vor eigenen Zuschauern. Mit ihnen sind das 200 weitere Fans, geschätzte 180 aus Baesweiler und vielleicht 20 aus Breinig

„Vielleicht gelingt es uns ja in drei, vier Jahren noch eine Tür höher anzuklopfen”, spekuliert Manfred Dudzinski (49) vor Spielbeginn. Er konnte sich einen Sieg vorstellen, „weil wir bereits in Walheim auf Augenhöhe mit der Hertha gespielt haben, aber letztlich unglücklich die Punkte verloren.”Ê Der Obmann ist beim JSV ein multifunktioneller Arbeiter. Das färbt durchaus auf Ehefrau Gudrun ab, die an diesem Abend Würstchen grillt und gemeinsam mit Sophie Kluck verkauft. „Meine Frau ist noch verrückter als ich, sie schaut sich jedes Spiel an, auch auswärts”, erzählt Manni Dudzinski. In diese Riege gehört auch Sophie Kluck. Die 26-jährige Trainerin der JSV-B-Juniorinnen ist stets da, wenn Not am Mann ist. Ebenso wie Spielervater Heinz Benzelrath, dessen Sohn Fabian in Grün-Weiß stürmt und mithalf, dass der JSV aufstieg.

Benzelrath bringt den Grill auf Touren, denn die Würstchenfreunde stehen schon Schlange. Eine kleine Schlange bildet sich vor der Kasse. Darin steht auch Josef Oeben, zu SV09-Zeiten noch Geschäftsführer - und zehn Jahre später Vollzahler. „Ich komme seit 50 Jahren die Spiele in Baesweiler schauen”, sagt Oeben. Noch einer ist dabei, der kurz vor dem Konkurs in der Oberligamannschaft spielte. Manu Garcia, Neffe des Trainers, gehörte zum damaligen Aufgebot und steht auch gegen Breinig in der Startformation. Von ihm wünscht sich Onkel „Falli” einen Erfahrungsschub für die noch sehr junge Mannschaft.

Es wurde nichts aus dem ersten Dreier. Breinig spielte abgezockter, machte das Tor und überstand die Drangphasen des JSV. Der sprang geschlossen mit seinen Fans auf, als Brahim Aitougrame kurz vor Halbzeitpfiff den Ball aufs Tor jagte und SV-Keeper Johnny Görtz irgendwie noch die Hände dazwischen hatte. Das hatte möglicherweise einen symbolischen Anstrich. Noch langte es bei Marotta und Co. nicht. Aber eine gute Spielkultur setzt sich irgendwann in Erfolge um.
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