Der Hausbock hat am Jugendtreff kräftig zugeschlagen

Von: Georg Pinzek
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Die ehemalige Schule „Am Kaiser“ bleibt aus Sicherheitsgründen dicht: Für den Bardenberger Jugendtreff „Nautilus“ wird nach Übergangslösungen gesucht. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Manchmal ist eben der Wurm drin. In diesem Fall waren aber leider sogar noch gefräßigere Tierchen am Werk. Denn statt eines gemeinen Holzwurms hat beim Dachgebälk der ehemaligen Schule Am Kaiser in Bardenberg der Hausbock zugeschlagen.

Der Körper der Hausbockkäferlarve erreicht eine Länge von bis zu drei Zentimeter und die Larve ist mit entsprechendem Appetit ausgestattet. Im Gegensatz zum Holzwurm erkennt man die Aktivität des Hausbocks aber nicht an herausquellendem Holzmehl. Der Hausbock verstopft seine Gänge mit dem Fraßmehl. Der Befall bleibt daher sehr lange Zeit unentdeckt, da außer den Ausflugslöchern von etwa vier bis sieben Millimeter Größe ein Befall rein äußerlich nicht festzustellen ist.

Bei einer routinemäßigen Überprüfung des Dachstuhls im Rahmen des städtischen Gebäudemanagements waren die Schäden im Dezember 2013 aufgefallen, daraufhin wurde ein Gutachter eingeschaltet. Die ehemalige Schule wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen und ein Bauzaun rund um das denkmalgeschützte Gebäude aufgestellt. Erbaut wurde es 1904/1907 und ist an achter Stelle in der Würselener Denkmalliste eingetragen.

„Als die Schäden entdeckt wurden, konnten wir kein Risiko eingehen. Wir mussten das Haus schließen“, erklärt Bürgermeister Arno Nelles. Der städtische Jugendtreff „Nautilus“ ist in dem Gebäude beheimatet, zudem haben dort Bardenberger Vereine wie die Schützen, die Film- und Fotofreunde und die Heimatbühne Dilettantenfreunde ihre Räume. „So eine Einrichtung zu schließen, das ist keinem leicht gefallen. Wir suchen nach Lösungen“, betont Nelles.

Jetzt wird gerechnet

„Anfangs hatten wir noch die Hoffnung, dass wird den Schaden schnell erfassen und beheben können. Es ist aber zwischenzeitlich deutlich geworden, dass die Baustelle wohl größere Dimensionen annimmt“, erklärt Technischer Beigeordneter Till von Hoegen auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir rechnen gerade, damit wir der Politik belastbare Zahlen für die weiteren Entscheidungen vorlegen können“, so von Hoegen. Dass für eine Sanierung, die mehrere Monate in Anspruch nehmen wird, sicher mehrere 100.000 Euro in die Hand genommen werden müssen, zeichnet sich aber ab.

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz hatte bereits beim Bürgermeister angefragt, ob und wenn ja, zu welchen Kosten und in welchem Zeitrahmen eine Sanierung des Gebäudes möglich ist. Außerdem wollte er in Erfahrung bringen, ob den betroffenen Vereinen und Einrichtungen zwischenzeitlich schon Ersatzraum zur Verfügung gestellt werden kann.

Schmitz: „Sollte eine Sanierung nicht möglich, beziehungsweise unwirtschaftlich sein, bitten wir um Mitteilung, welche Nachfolgenutzung angedacht ist und wie den betroffenen Vereinen und Einrichtung dauerhaft geholfen werden kann. Für den Fall, dass eine Nachfolgenutzung angedacht werden sollte, bitten wir um eine frühzeitige Beteiligung der Bardenberger Bürgerinnen und Bürger und der Ortsvereine.“ Ausweichquartiere sind aktuell noch nicht gefunden. Nelles: „Wir führen zurzeit zahlreiche Gespräche.“

Hans Brings vom Jugendamt bedauert die Schließung des Bardenberger „Nautilus“ sehr. Seit Jahren kümmert er sich intensiv um die offene Jugendarbeit in der Stadt: „Die Einrichtung in Bardenberg ist beliebt. Regelmäßig wurde sie am Tag von rund 30 Jugendlichen besucht. Die Kurse – beispielsweise für HipHop – locken darüber hinaus weitere Besucher. Für solche Angebote hatten wir in der alten Schule ausreichend Platz. Die städtische Jugendeinrichtung Down Town in Broichweiden an der Hauptstraße platzt jetzt hingegen aus allen Nähten.“ Der Jugendtreff ist montags bis freitags von 15 bis 20.30 Uhr geöffnet.

Hans Brings versichert: „Wir sind intensiv auf der Suche nach Räumen in Bardenberg und müssen wohl improvisieren, bis wir eine dauerhafte und zufriedenstellende Lösung haben.“

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