Alsdorf - Der Broichbachtal-Lauf ist ein logistischer Kraftakt

Der Broichbachtal-Lauf ist ein logistischer Kraftakt

Von: ssc
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Auch der Nachwuchs ist gut bei Puste: Der Osterlauf ist nicht selten eine Sache für die ganze Familie. Foto: Dagmar Meyer/Stefan Schaum

Alsdorf. Peter Schieffer ist einer, der stets positiv denkt. Das muss er auch. „Sonst könnte ich das Ganze ja überhaupt nicht anpacken“, sagt der 65-Jährige.

Das Ganze – das ist der Broichbachtal-Lauf, der am Ostermontag zum 28. Mal in Alsdorf stattfindet, und bei dem so manches schiefgehen kann. Für den Vorsitzenden des Lauftreffs-Ost und seine Mannschaft ist dieser Tag logistisch betrachtet eine einzige Herausforderung. Geradezu eine Ganzjahresaufgabe, wie Schieffer sagt. „Nach dem Lauf ist bei uns vor dem Lauf!“

Gut 400 Läufer werden wohl auch diesmal starten und vom Alsdorfer Weiher aus Richtung Broicher Siedlung laufen. 180 haben sich schon angemeldet, aber Schieffer weiß, „dass die meisten erst mal schauen, wie das Wetter so wird, und dann auf den letzten Drücker kommen.

Etliche melden sich erst am Tag selbst an“. Auch deshalb muss in der Realschule eine kleine „Kommandozentrale“, eingerichtet werden, in der sich alle Teilnehmer registrieren. Alle Computer aufstellen, die Leitungen vernetzen, Startlisten drucken und später die ganzen Laufzeiten und Ergebnisse eintragen – damit haben viele Helfer gut zu tun. Rund 60 Mitglieder hat der Lauftreff, und 40 davon stehen Jahr für Jahr am Ostermontag parat. „Ist schon sagenhaft, dass so viele bereit sind, diesen Tag nicht mit ihrer Familie oder bei einer Feier zu verbringen, sondern sich um die Läufer zu kümmern“, sagt Schieffer.

Die Mannschaft stimmt

Die Mannschaft stimmt – nur deshalb hatte er sich vor vier Jahren überhaupt dazu durchgerungen, die Nachfolge von Günter Durst anzutreten, der den Osterlauf seinerzeit initiiert hatte. „Alleine kann man so was ja gar nicht machen.“ Am Freitag wird die Strecke vorbereitet. Farbige Markierungen hier, Flatterband da – die komplette Route soll so präpariert sein, dass sich unterwegs möglichst niemand verläuft.

Und doch kommt es immer wieder mal vor, dass ein paar Läufer vor allem in den Waldstücken die falsche Abzweigung nehmen. Deshalb sind entlang der Zehn-Kilometer-Strecke einige Streckenposten aktiv, um solche Irrläufer wieder auf den richtigen Weg zu bringen. „Am Ziel angekommen“, sagt Peter Schieffer, „sind bei uns bis jetzt noch alle.“

Mit Schrecken denkt er an das Jahr zurück, als der Computer Zicken machte und plötzlich die Zeiten und Zieleinläufe nicht mehr richtig zuordnen konnte. Das Problem wurde zwar behoben. „Aber die Siegerehrung konnte erst eine gute Stunde später als geplant stattfinden.“ Nein, so etwas soll sich nicht wiederholen, sagt er. Das ist vielleicht auch eine Art Berufsehre bei ihm, denn der Mann ist gelernter Fernmeldetechniker – da sollte die Datenübertragung klappen.

Bevor die Läufer starten, hat Dieter Schieffer die wichtigste Arbeit längst erledigt. „Wenn ich nicht genug Sponsoren für uns gewinnen kann, dann können wir so einen Lauf vergessen.“ Gut 2000 Euro muss der Verein aufbringen. Geld, das man nicht sieht. Aber der Einsatz der Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, die Miete für die Räume in der Schule, Versicherungen und eine Gebühr für den „Rur-Eifel-Volkslauf-Cup“, für den die Starter in Alsdorf Wertungspunkte erlaufen können, – all das schlägt zu Buche. Einfach Laufschuhe an und los – so leicht könne man das nicht vorstellen, sagt der Organisator.

Schieffer selbst kann am Montag natürlich nicht mitlaufen. Seine eigenen Wertungspunkte holt er sich bei den Läufen, die andere veranstalten. „Letztlich ist das ein Geben und Nehmen“, sagt er. Wird auch diesmal sicher klappen. „Ich bin ja Optimist!“

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