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Den Kindern Raum zum Austoben bieten

Von: cor
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Saskia und Celine mixen zur Erfrischung am Spielfeldrand einen Sommer-Mix-Cocktail. Unterstützung beim Schütteln gibt´s von Sascha Dassen. Foto: Vera Cornette

Herzogenrath. Saskias Gesicht glüht vor Anstrengung. Mit einer hektischen Handbewegung wischt sie sich die blonden Haare aus dem Gesicht und schüttet Himbeersirup und Limettensaft in einen Cocktail-Shaker.

„Auf Augenmaß”, wie die 13-Jährige sagt, gibt sie eine Portion braunen Rohrzucker, gequetschte Himbeeren und Mineralwasser hinzu. Den fertigen Cocktail mit Namen „Sommer-Mix” hält sie dem 23-jährigen Sascha Dassen hin. Die beiden stehen in Sportklamotten in der Turnhalle der Grundschule Pannesheide, um sie herum ein paar andere Jugendliche, die Herzogenrather Streetworkerin Katrin Gehlich und Wilhelm Reiß.

Kurz zuvor wurde hier noch Fußball gespielt, in einem gemischten Team mit deutlichem Altersunterschied. Zwischen der jüngsten Mitspielerin und dem ältesten liegen elf Jahre - was ganz selbstverständlich hingenommen wird. Wilhelm Reiß ist Übungsleiter beim „Nachtaktiv”-Angebot in Pannesheide, das donnerstags von 21 bis 23 Uhr in der dortigen Sporthalle statt findet.

„Wir bieten den Kids Raum zum Austoben und Aggressionen abbauen. Da ist das Alter nicht so wichtig, hier trifft man sich einfach im Alter von 12 bis 25”, sagte Reiß.

Seit mehr als zehn Jahren wird „Nachtaktiv” in Pannesheide angeboten, hauptsächlich trainieren hier Jungs. „Ich komme seit es das Angebot gibt, um meine Freizeit hier zu verbringen und beim Sport ein bisschen Gas zu geben”, erzählte Sascha. Sein Freund Thorsten Ortmanns fügte hinzu: „Ist auf jeden Fall sinnvoller, als zuhause vor dem Fernseher zu sitzen.” Noch rollt vor allem der Fußball durch die Halle, aber auch Tennis, Basketball oder Handball könnte gespielt werden. „Am liebsten spielen die Jungs eben Fußball”, schmunzelte Trainer Reiß. Dass Saskia und ihre 12-jährige Cosuine Celine nun auch bei „Nachtaktiv” mitspielen, gefällt nicht nur Katrin Gehlich und Wilhelm Reiß. Auch die Älteren freuen sich über die Nachwuchs-Spielerinnen und sind gern bereit, ihnen das Fußballspielen näher zu bringen.

Zum Dank für die Unterstützung beim Fußballspielen lernen gibt es in der Pause einen - natürlich alkoholfreien - Cocktail. Die Cocktail-Zutaten sind von der Veranstaltung am frühen Abend übrig geblieben: In der Pfarre St. Barbara traf sich eine kleine Gruppe Mädels zum Cocktails mixen und trinken. Nicht nur die Fruchtsaftmischungen begeisterten Saskia und Celine, ebenfalls vom Kochen am Abend zuvor waren sie angetan: „Wir haben Spaghetti Bolognese gekocht und zum Nachttisch Birne mit Schokopudding”, erinnert sich Celine. Der Kochabend war auch in den Augen der Streetworkerin Gehlich ein voller Erfolg. Angemeldet waren zunächst nur zwei Kindern, tatsächlich haben Sie zu neunt gekocht. „Ich kann mir gut vorstellen, einen Kochabend regelmäßig zu veranstalten”, so Gehlich. Der scheine Potential in Pannesheide zu haben.

Eine gänzlich neue Erfahrung machte ein männlicher Teilnehmer am vergangenen Dienstag beim Wellness-Abend im Pfarrheim. Gemeinsam mit fünf Mädels ließ er Fußpackung, Igelball-Massage und sogar eine Gurkenmaske über sich ergehen. Auch ihm gefiel es, etwas Gutes für Körper und Seele zu tun, angeleitet von einer Entspannungspädagogin. Der Wellness-Abend läutete die Ferienaktionswoche in Pannesheide ein. Sie war die erste ihrer Art in Pannesheide und nach Wunsch der Kinder und Jugendlichen gestaltet. Im Dezember letztes Jahres konnten Interessierte Vorschläge und Wünsche hinsichtlich eines Freizeitprogramms in Pannesheide äußern, beim diesjährigen Pfarrfest wurde mittels eines Fragebogens darüber hinaus in Erfahrung gebracht, welche Aktivitäten gewünscht würden. „Die Ferienaktionswoche soll der Startschuss für ein attraktives Freizeitprogramm in Pannesheide sein”, sagte Katrin Gehlich.

Die Stadt Herzogenrath und die Pfarre St. Barbara wollen darüber hinaus alles dafür tun, um die Angebote bekannter zu machen. „Viele Jugendliche hier wissen auch einfach nicht, dass es sein solches Programm gibt”, meinte Gehlich. In Anbetracht dessen, dass es vor der Ferienaktionswoche und abgesehen von „Nachtaktiv” kein Freizeitprogramm gegeben hat, ist die Streetworkerin ganz zufrieden mit den Teilnehmerzahlen: „Wenn beim nächsten Mal dann doppelt so viele dabei sind, wäre das schon so super”, sagt Gehlich.
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