Würselen - Dem kleinen Sunatullo wurde eine künstliche Blase eingesetzt

Dem kleinen Sunatullo wurde eine künstliche Blase eingesetzt

Von: Nina Krüsmann
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Die schwierige Operation ist geglückt: (v.l.) Professor Dr. Thomas Alexander Vögeli, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Betreuerin Trude Vögeli, der achtjährige Sunatullo aus Tadschikistan und Betreuerin Hildegard Meulenbergh. Foto: Krüsmann

Würselen. Mit einer komplizierten Operation hat die urologische Klinik im Betriebsteil Bardenberg des Medizinischen Zentrums Städteregion Aachen jetzt einem Achtjährigen zu einem neuen Leben verholfen. Der Junge aus Tadschikistan, der von Geburt an keine Blase hatte, wurde aus dem Friedensdorf Oberhausen vermittelt.

Nachdem deutschlandweit keine Klinik bereit war, das Kind aufzunehmen, hat der Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Professor Dr. Thomas Alexander Vögeli, Sunatullo erfolgreich operiert

Die Hilfsorganisation Friedensdorf holt Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland, wo sie kostenlos behandelt werden und nach ihrer Rehabilitation zu ihren Familien in die Heimat zurück gebracht werden.

„Die Anlage einer Kunstblase aus Dickdarm erforderte eine dreistufige Operation, bei der wir auch das nach oben offene äußere Genital korrigiert haben”, erklärt Professor Vögeli. Die Behandlung sei äußerst schwierig gewesen, da bereits eine unbekannte Zahl an Voroperationen stattgefunden hätte, die aber nicht geholfen haben.

„Auch aus menschlicher Sicht war die Behandlung nicht einfach, da der Junge uns nur wenig an sich herangelassen hat”, sagt Vögeli. Seit Frühjahr dauerte die Behandlung, während derer das Kind von einem Betreuerteam begleitet worden ist.

Trude Vögeli, Schwägerin des Chefarztes, und Hildegard Meulenbergh haben immer wieder nach Sunatullo gesehen, mit ihm „Mensch ärgere Dich nicht” gespielt und ihn bei Heimweh getröstet. „Wir haben den Jungen sehr ins Herz geschlossen. Sogar ein paar Worte Deutsch hat er gelernt”, erzählen die beiden ehrenamtlichen Helferinnen.

„Diese Operation, die für den besonders schweren Fall rund 15.000 Euro gekostet hat, ist in Deutschland sehr selten und erfordert besondere Fachkenntnisse”, erklärt der Leiter der Stabsstelle Medizin Dr. Andreas Weigand. Die aufwändige Behandlung sei eine Spende des Krankenhauses.
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