Herzogenrath - Debetz-Gelände: Erleichterung in Rodas Mitte

AN App

Debetz-Gelände: Erleichterung in Rodas Mitte

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
8493626.jpg
„Räumungsverkauf wegen Umbau“: Was genau auf dem Debetz-Gelände geschehen soll, steht weiterhin nicht fest.
8493625.jpg
Freuen sich über das „Nein“ für Straß: Hans-Peter Krzemien (l.) und Wolfgang Vorpeil vom Vorstand des Gewerbevereins Mitte.

Herzogenrath. Noch zu Jahresbeginn schwebten die Umbaupläne zum Debetz-Gelände in Straß wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Unternehmer aus Herzogenrath-Mitte. Zumindest empfanden sie es so, was auch durch mehr als 1400 Unterschriften gegen die bisherigen Pläne schon im April dokumentiert wurde.

Wer die jüngste Vorlage der Verwaltung zum Umwelt- und Planungsausschuss gelesen hat, dürfte zumindest als einer der Listenzeichner seine Sorgenfalten wieder ein wenig glätten. So nahmen die Verfasser vom Fachbereich drei der Stadtverwaltung nicht nur die vielen negativen Einwürfe aus der Bürgerversammlung vom 22. Januar dieses Jahres auf. Es stehe zu befürchten, „dass das dann angebotene Sortiment dem der Herzogenrather Innenstadt entspreche oder ähnlich sei, der Einzelhandel in Herzogenrath-Mitte nachhaltig negativ beeinflusst und sich der dort bereits vorhandene Laden-Leerstand deutlich ausweiten werde“, stand dort zu lesen.

Mit fliegenden Sektkorken hat Wolfgang Vorpeil vom Vorstand des Gewerbevereins Herzogenrath-Mitte auf diese auch von der Politik begrüßten Vorlage nicht reagiert. „Es kam nicht überraschend“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung, „ist aber mehr als begrüßenswert.“

Vor allem die Tatsache, dass die im Ausschuss vertretenen Politiker über Parteigrenzen hinweg gegen die Pläne in der angedachten Form votierten, stimmte ihn froh. „Ich hatte meine Zweifel“ ergänzt auch Hans-Peter Krzemien, stellvertretender Geschäftsführer des Gewerbevereins. Vor allem die große Koalition nach der Kommunalwahl hatte ihn zunächst zweifeln lassen. Er sah sich somit angenehm überrascht, dass die Politik Wort gehalten habe und nun die Pläne für das Gelände nicht einfach durchgewunken worden seien.

Was genau nun geschehen werde, sei zwar offen, an Schaufenstern des Möbelgeschäfts angebrachte Plakate sprächen von einem „Räumungsverkauf wegen Umbau“. Angesichts der Bemühungen seitens der Stadt, das Gelände neu zu vermarkten, scheint außer Frage zu stehen, dass hier einschneidende Schritte bevorstehen.

Und auch die Stadt wirft in der Sitzungsvorlage ein, dass Nutzungsalternativen diskutiert worden seien. „Diese werden von der Verwaltung aufgenommen und dem Eigentümer der Debetz-Gebäude als Unterstützung für die Suche nach geeigneten neuen Nutzungen mitgeteilt“, heißt es. Zugleich sichert die Stadt zu, dass „die Suche nach einer geeigneten Nutzung für die leer stehenden oder frei werdenden Debetz-Gebäudeteile intensiv begleitet“ werde, „sofern dies vom Eigentümer gewünscht wird“. Vorgestellt haben sich Bürger und Geschäftsleute an dieser Stelle schon viel, wie auch in den anderen drei Stadtzentren und den so genannten „Subzentren“. „Das Gelände müsste nach einer eventuellen Schließung so aufgearbeitet werden, dass aus den großen Flächen besser aufteilbare und vermietbare kleinere Flächen werden“, wünscht sich Wolfgang Vorpeil für das riesige Areal in Straß.

Was ihm darüber hinaus ganz generell wichtig ist: „Eigentümer sollten dazu gebracht werden, ihre Immobilien instand zu setzen“, sagt Vorpeil mit Blick auf das ehemalige Supermarkt-Gebäude gegenüber der Post in Mitte, wo eine gerissene Bodenplatte Mietinteressenten abschrecke. Um Standortvorteile wie im Stadtzentrum mit einer Menge, teils leerstehender, aber in seinen Augen gut entwickelbarer Flächen zu nutzen, regte Vorpeil an, dass hier der Bürgermeister als oberster Wirtschaftsförderer in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und dem Gewerbeverein Abhilfe schaffen müsse.

Einen Runden Tisch habe es zwar gegeben, aber bisher nur einmal, neun Wochen nach der Wahl. „Vielleicht sollten wir die Entwicklung der Innenstadt nach dem Vorbild Alsdorfs mit der Hilfe von FH-Studenten angehen?“, überlegt Vorpeil laut. In jedem Fall hält er es aber für sinnvoller, mehr Frequenz ins Geschäftszentrum in Mitte zu bringen, statt mit einer Insellösung in Straß beispielsweise niederländische Käuferströme abzufangen. Mit diesem Argument waren die Unterschriftensammler auch gegen die Debetz-Pläne auf die Straße gegangen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert