Würselen - Debatte um Ganztag

Debatte um Ganztag

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Längst noch nicht in trockenen Tüchern ist die vom Rat im April beschlossene Einrichtung des Ganztags, vor allem nicht an der Realschule, wo sich im September die Schulkonferenz dagegen ausgesprochen hat.

Beim Städtischen Gymnasium stimmt die Schulkonferenz am 13. November über die Einrichtung ab, nachdem sich eine interne Arbeitsgruppe mit den Rahmenbedingungen beschäftigt hat. Unter Beteiligung des Schulträgers wurden Anfang September vier Gymnasien in Augenschein genommen, wo der Ganztag seit geraumer Zeit läuft.

So weit der Sachstandsbericht, den die Verwaltung zur „Unzeit”, wie UWG-Sprecher Walter Quadflieg monierte, dem Bildungsausschuss noch vor der Beschlussfassung im Gymnasium vorlegte. Der Nachweis über die Beteiligung der Schulkonferenzen ist Teil des Genehmigungsverfahrens zur Einführung des Ganztags.

Im Ausschuss schieden sich wie an den Schulen die Geister: CDU-Sprecherin Martina Offermanns hielt ein Plädoyer für die Einführung. „Es ist ein Schritt in die Zukunft.” Im internationalen Vergleich hinke Deutschland hinterher. „Mit dem Ganztag sind wir auf den richtigen Weg.” Offermanns räumte ein, dass die zu schaffenden Rahmenbedingungen stimmen müssten.

Da Sport auch im Rahmen des Ganztags in der Schule stattfinden könne, müssten die Vereine umdenken, wenn sie ihren Nachwuchs erreichen wollten. Quadflieg setzte dagegen, der Ganztag komme in den großen Städten berufstätigen Müttern mehr zugute als auf dem Land. In Würselen müssten erst einmal die Finanzen in Ordnung gebracht werden. „Wir sollten keine Änderungen an unseren Schulen herbeiführen, die die Eltern nicht gewollt haben.”

Für fatal hielt es Karl Havers (CDU), über den Kopf der Schulen hinweg zu entscheiden. „Wenn die Lehrer nicht dahinter stehen, ist das Vorhaben zum Scheitern verurteilt.” Auch FDP-Sprecherin Barbara Breuer verwahrte sich dagegen, dass der Ganztag mit „Gewalt” durchgesetzt werden soll. Sie bemängelte, dass die Konzepte für ihre Organisation und Durchführung fehlten. „In einer parlamentarischen Demokratie wird nichts mit ,Gewalt verändert”, rügte die Ausschussvorsitzende Doris Harst die sachkundige Bürgerin.

Die Eltern nicht rechtzeitig ausreichend in den Entscheidungsprozess eingebunden zu haben, kritisierte die parteilose Sylvia Köhne. „Wir müssen den Eltern sagen, was der Ganztag ihren Kindern und ihnen bringt”, wandte Andreas Dumke (SPD) ein.Beigeordneter Werner Birmanns teilte mit, dass der RP die Errichtung einer Gesamtschule genehmigt hat. Nun könne das Anmeldeverfahren laufen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert