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Das „Neue Alsdorf“ wird offensiver

Von: Holger Bubel
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Sorgten auch für Heiterkeit mit ihren Redebeiträgen: FH-Rektor Marcus Baumann (l.) und Bürgermeister Alfred Sonders. Foto: Holger Bubel
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Starker Auftritt: Die Band Dreiklang mit Fabian Baumann an der Gitarre und Sebastian Horbach begeisterten die rund 500 Gäste. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. „Und er regiert auf immer und ewig.“ Diese Textpassage aus dem Eingangs- und Jubelchor aus dem Oratorium des „Messias“ von Georg Friedrich Händel, vorgetragen vom Städtischen Chor und Städtischen Jugendchor Alsdorf unter der Leitung von Günther Kerkhoffs zur Eröffnung des Neujahrsempfangs der Stadt Alsdorf, griff Bürgermeister Alfred Sonders in seiner Ansprache wohl mit Blick auf die Wahlen im Mai als Steilvorlage auf.

Die rund 500 Gäste, die in die Stadthalle gekommen waren, unter ihnen Ehrenbürger Hans Vorpeil, verstanden diese „kleine Spitze“ sehr wohl. Denn: Sollten die übrigen Parteien in Alsdorf nicht bald einen Gegenkandidaten für den SPD-Mann Sonders aufstellen, wird der Wahlkampf um dieses Amt eine gähnend langweilige Veranstaltung, mit dem alternativlosen „Fred“ für weitere sechs Jahre an der Spitze der Verwaltung – erfolgreich also.

Und Erfolg war auch das Credo, das die „doch länger als ich geplant hatte “ (Sonders) ausfallende Neujahrsansprache bestimmte: „Alsdorf hat Erfolg!“, eröffnete der Erste Bürger. Warum das so ist und wo dieser Erfolg messbar sei, skizzierte Alfred Sonders im Anschluss: Dass Alsdorf sich als Bildungsstandort in der Region positioniere, war dabei nicht nur mit Blick auf den sich später anschließenden Vortrag des Gastredners Professor Marcus Baumann, Rektor der Fachhochschule Aachen, geschuldet.

Gemäß dem Leitbild „Familienstadt Alsdorf“ habe sich die Stadt aufgestellt, ein Rundum-Paket „von der Pampers bis zum Abi“ anbieten zu können – mit U3-Betreuung, Ganztagsbetrieb, Familienzentren, Energeticon und „voraussichtlich im Mai wird es den ersten Spatenstich geben“, dem Kultur- und Bildungszentrum, in dem dann Realschule und Gymnasium beheimatet sein werden. Weitere Schwerpunkte – Erreichtes und Geplantes – listete Sonders auf: altersgerechtes Wohnen in den Stadtteilen, barrierefreie Innenstadt, Erschließung und Verkauf von Baugebieten, Wirtschaftsförderung, flächendeckende Nahversorgung und Innenstadtentwicklung. Hier kündigte er an, dass bereits im Frühjahr das Leerstandsproblem durch ein offensives Marketing in Angriff genommen werden soll.

„Neu ist, dass wir die Innenstadtentwicklung zum Bestandteil unserer Wirtschaftsförderung gemacht haben.“ Das will der Bürgermeister zur Chefsache machen und „einen Stab einrichten als Partner von Handel, Investoren und Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing“. Alfred Sonders betonte den Vorteil, den Alsdorf gegenüber anderen Kommunen habe: „Es gibt noch große Flächen im Stadtzentrum, die entwickelt werden können.“ Etwa der Zentralparkplatz, das Areal zwischen St. Brieuc-Platz und Weinstraße, der einstige Weidner-Parkplatz gegenüber dem Cinetower, die Verlängerung der Otto-Wels-Straße hinter dem Rathaus: „Das sind Schätze, die es zu heben gilt.“ Wichtig sei, die gesamte Innenstadt zu ordnen, Lücken zu schließen, sowohl baulich als auch im Angebot, ohne die bestehenden Strukturen zu gefährden.

„Lassen Sie uns alle gemeinsam an einem Neuen Alsdorf bauen“, appellierte Sonders, den erfolgreichen Weg gemeinsam mit allen Bürgern fortzuführen.

Dass Alsdorf dabei bereits auf einem guten Weg sei und man tatsächlich von Erfolg in der Entwicklung der Stadt sprechen könne, die sie in den vergangenen Jahren gemacht habe, attestierte Professor Baumann in seinem Vortrag „FH Aachen für Alsdorf und die Region: neue Bildungswege und Perspektiven für die Wirtschaft.“

Wer bislang die FH nur im großen Schatten der mächtigen RWTH sah, der wurde von dem FH-Rektor in einem ebenfalls recht detailreichen aber kurzweiligen Redebeitrag (Baumann: „Ich habe mir immer schon gewünscht, in der Alsdorfer Stadthalle auf der Bühne zu stehen.“) ins rechte Licht gesetzt, als er die große Bandbreite an Leistungen und Innovationen – nicht nur im Ingenieurwesen – auflistete.

Und wie kann die FH Aachen Alsdorf „helfen“? „Alsdorf ist eine liebenswerte Kleinstadt, mit leistungsfähigen Unternehmen, mit gewagten Investitionen, etwa in das Projekt ‚Soziale Stadt’, mit ehrgeizigen Zukunftsplänen. Und sie hat schon viel geschafft“, öffnete Professor Baumann das Füllhorn voll Lob für die „Stadt voller Energie“, wie es auch das bereits fast schon etablierte Logo ausdrücke. Aus einer Kooperation zwischen FH und Alsdorf könne eine Win-win-Situation entstehen. Einerseits seien Hochschulen ohnehin mit ursächlich für die Senkung der Arbeitslosigkeit und der Einkommenssteigerung in einer Region, andererseits rekrutiere sie aber auch die Studenten aus den schulischen Bildungsstandorten, was mit Blick auf den demografischen Wandel zunehmend wichtiger sei. Denn: „Es gibt jetzt schon in Deutschland einen eklatanten Ingenieurmangel.“ Hier sehe der Professor eine Chance für Alsdorf: Man solle den Kindern früh die Möglichkeit geben, in die angesiedelten Unternehmen Einblicke zu gewinnen, ihnen die Vielfalt an Berufen, der Technik nahe bringen. Dies könne Berufs- und Studienwünsche wecken und manifestieren.

„Bildung führt zu einem Wohlgefühl und zu einer Arbeit, was wiederum die jungen Menschen motiviert, an dem Standort zu bleiben, was dann der Entwicklung der Region, der Stadt förderlich ist“, umriss Professor Baumann eine nachvollziehbare Kausalkette. „Als FH-Professor unterstütze ich Sie dabei, Schulen und Unternehmen zusammen zu bringen“, versprach er.

Musikalisch wurde der Neujahrsempfang neben den städtischen Chören auch von den Musikern Fabian Baumanns und Sebastian Horbach der Alsdorfer Band „Dreiklang“ bereichert.

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