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Das letzte Eldoradofür Graffiti-Künstler

Von: jk
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Lars Kesseler in Aktion: Bei diesem neuen Graffiti auf der Lärmschutzwand hinter dem alten Bahnhof in Würselen hat er sich von Fritz Langs Filmklassiker „Metropolis” inspirieren lassen. Foto: Jule Klieser

Würselen. Ein großes Gesicht in rot-orange leuchtet von der Mauer im Hof des alten Bahnhofs. Der Graffiti-Künstler Lars Kesseler hat das Bild geschaffen und wollte damit ein bisschen „das Kino von innen nach außen tragen”, wie er am Aktionstag, als das Bild entstand, erklärte.

Er hatte sich von dem Filmklassiker „Metropolis” von Fritz Lang dazu inspirieren lassen. „In dem Film ging es um die roboterhaften Tätigkeiten der Menschen. Das kann man ein bisschen übertragen auf die heutige Ellenbogengesellschaft”, findet Kesseler.

„Metropolis” lädt ein

Kunst sei ein Mittel, den Alltagsproblemen zu entfliehen und auf Auswege hinzuweisen. Eingeladen hatte der Metropolis-Verein, der im alten Bahnhof ein kleines Kino unterhält und am Aktionstag den Dokumentarfilm „Exit through the gift shop” zeigte. Dieser Film erzählt die Geschichte des Streetart-Künstlers Bansky. „Wir sehen uns als kulturelle Institution, und Graffiti gehört auch dazu”, erläuterte Ralf Peters vom Metropolis-Verein den Grund, warum im Hof des Bahnhofs schon lange Graffiti zu sehen sind. „Sie bringen etwas Großstädtisches nach Würselen.”

Die Schallschutzmauer dient dabei als Betätigungsfläche für Graffiti-Künstler, die ihre eigenen Bilder immer wieder übersprühen. An die 200 Leute aus der Region im Alter von 17 bis 47 Jahren lassen hier ihrer Kreativität mit der Dose freien Lauf. Ein Glücksfall für die Szene, findet Lars Kesseler, denn am Würselener Bahnhof gebe es die letzte legale Möglichkeit für Sprayer im Raum Aachen.

Design an der FH studiert

Ralf Peters findet es nur schade, dass immer wieder wilde Schmierereien stattfinden. Beispielsweise werden die Fensterscheiben der Kinolobby besprüht, was manchmal dazu führt, dass Unbekannte sie einschmeißen.

Vor den Augen einiger Zuschauer, die beim Regenwetter den Weg zum Bahnhof fanden, entwickelte das Aachener Graffiti-Urgestein das Wandbild. Kesseler, Jahrgang 1962, ist in Berlin aufgewachsen und lebt heute in Vaals. Als 16-Jähriger hat er als einer der ersten die Spraydose in die Hand genommen.

Mit einem Design-Studium an der Fachhochschule Aachen stellte er sein Hobby auf feste Beine und lebt schon seit geraumer Zeit nur von seiner Kunst. Einige seiner Auftragsarbeiten können im öffentlichen Straßenraum bestaunt werden. Beispielsweise hat er Häuser in Aachen in der Wilhelmstraße (Ecke Gottfriedstraße) oder in der Franzstraße (Ecke Aureliusstraße) verschönert.
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