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Das „Familien-Haus“ in XL ist fast fertig

Von: mabie
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Anstelle des alten „Haupthauses“ des früheren Antoniusklosters wuchs der Neubau des Kinderheimes St.-Hermann-Josef Merkstein. Foto: Markus Bienwald
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Leiterin Rosi Sommer freut sich auf den Umzug in ihr neues Büro. Foto: Markus Bienwald
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Noch ist nicht alles fertig, aber zügig werden die Räume im neuen Haus für Kinder und Jugendliche fertiggestellt. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Verbundenheit ist das, was das Kinderheim St. Hermann-Josef in Merkstein schon immer ausgemacht hat. Das gilt nicht nur für die jungen Menschen, die seit fast 100 Jahren hier betreut werden. Es gilt auch für die Gebäude, denn die Einrichtung an der Bungartzstraße ist baulich dadurch gekennzeichnet, dass alle Gebäudeteile untereinander verbunden sind.

Das wurde natürlich auch beim kompletten Neubau verwirklicht, der sich mit drei Geschossen nun auf der Ecke zum Mühlenweg in den letzten Monaten in die Höhe gearbeitet hat. Wer Leiterin Rosi Sommer in den letzten Monaten einmal getroffen hat, konnte nicht umhin, ihre Freude darüber zu sehen, was dort entstanden ist. „Wir haben alles, was sich an Herausforderungen ergeben hat, gemeistert und mit allen Beteiligten gute Lösungen gefunden“, ist sie stolz. Die Bauphase war somit mit knapp 18 Monaten nicht nur zügig, sondern vor allem genau nach den Wünschen der Menschen, die hier leben und arbeiten abgeschlossen. „Wir sind eine Einrichtung, die 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche, zwölf Monate im Jahr rund um die Uhr besetzt ist“, sagt Sommer.

Als anerkannte Einrichtung der Jugendhilfe wird hier Kindern und Jugendlichen ein Lebensumfeld, ein Zuhause geboten, in dem sie sich entsprechend ihrer Möglichkeiten altersgemäß entwickeln können. Diese nüchterne Beschreibung ist Rosi Sommer aber eigentlich nicht genug, denn Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren, die beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten entwickelt haben, in ihrer Herkunftsfamilie nicht ausreichend gefördert werden können, die Gewalt und Suchtprobleme im Elternhaus erlebt haben oder deren Eltern mit der Erziehung und Versorgung schlichtweg überfordert sind, finden hier ein neues Zuhause. „Manchmal erstellen wir Lebensbücher für die Kinder, um ihnen zu zeigen, wo sie herkommen, wo sie geboren sind oder wer zur Familie gehört“, beschreibt Rosi Sommer die Arbeit in St. Hermann-Josef.

Neben der Auseinandersetzung damit, warum die Kinder nicht bei Mama oder Papa aufwachsen können, spielt noch die Schaffung von Ruhezonen im täglichen Miteinander des Heimes eine große Rolle. „Man braucht manchmal einen anderen Ort, eine Art Schutzraum“, weiß die erfahrene Leiterin. Und genau hier kann die räumliche und sächliche Ausstattung des Neubaus punkten. So ergänzen nicht nur zwei Therapieräume, in denen die Mitarbeiter intensiv mit den Kindern arbeiten können das Angebot. „Wir haben für den Neubau auch eine neue Mannschaft engagiert“, ist Rosi Sommer stolz und kann für die neue, nun vierte Wohngruppe an St. Hermann-Josef nicht nur auf neun neue Kinder, sondern auch auf sechs neue Mitarbeiter blicken.

Neu ist auch eine eigene Versorgungsküche für den gesamten Gebäudekomplex mit den nun insgesamt 36 Kindern und die benachbarte Kindertagesstätte St. Willibrord. Und auch die so genannte „Trainingswohnung“ im Dachgeschoss ist keine neue Idee in der Einrichtung, konnte im Neubau aber mit einem tollen Blick auf Alt-Merkstein realisiert werden. „Diese Trainingswohnung ist mit 40 Quadratmetern ein wichtiger Schritt ins eigenständige Leben der jungen Menschen“, weiß Rosi Sommer. Nach dem für alle Bewohner üblichen Jugendzimmern mit gemeinsamem Badezimmer und der Gruppenküche, dürfen die Jugendlichen dort einziehen, wenn es absehbar ist, dass sie ihr Leben auch selbst managen können. „Sie müssen Miete zahlen, sich selbst verpflegen und sich selbst organisieren“, sagt Sommer. Zwar sind sie noch mit dem Rest der Einrichtung unter einem Dach, können immer mal wieder dort vorstellig werden, wenn Situationen auftauchen, wo sie Hilfe oder Rat brauchen, doch im Prinzip leben sie dort für eine befristete Zeit von sechs Monaten alleine. „Das bietet das Gefühl des geschützten, vertrauten Rahmens, ehe es auf den freien Wohnungsmarkt geht“, schließt Rosi Sommer.

Sie selbst freut sich natürlich auch auf das wunderschön in einem grünen Gelände eingebettete Haus, denn auch sie darf dort ihr neues Büro beziehen. Doch das wird zur Nebensache, wenn die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung ins Spiel kommen. „Viele Kinder sind mit längerfristiger Bindung bei uns“, sagt die Einrichtungsleiterin und weiß auch „wir sind Familie für die Kinder.“ Und nun hat die Familie ein neues Haus bekommen. Rot, mit gelben und anthrazitfarbenen Elementen, neuester Gebäudetechnik und natürlich auch mit einem Verbindungsgang zum Altbau. Schließlich ist es die Verbundenheit, die das Kinderheim in Merkstein ausmacht.

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