Herzogenrath - „Das darf nie wieder passieren”

„Das darf nie wieder passieren”

Von: Elisa Zander
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Ergreifend: In einer Schweigeminute gedachten rund 100 Herzogenrather der Opfer des Holocaust. Zuvor hatte Bürgermeister Christoph von den Driesch ein Blumengesteck niedergelegt. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. In der Nacht auf den 9. November 1938 zerstörten Nationalsozialisten jüdische Geschäfte und Friedhöfe, steckten Synagogen in Brand. Seit Jahren erinnern das Soziokulturelle Zentrum „Klösterchen”, der Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen” und die Stadt Herzogenrath an die Reichspogromnacht.

Das tun sie mit einem kulturellen Programm, einem Schweigemarsch und einer Kranzniederlegung am jüdischen Denkmal vor dem Rathaus. Auf diesem Weg gedenken sie der ermordeten Juden Herzogenraths und aller Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. „Das Erinnern darf nie aufhören”, sagte Wilfried Hammers, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Arbeit und Umwelt in der Region Aachen.

Dr. Bernd Fasel vom Arbeitskreis erinnerte an das Schicksal der Familie Goldsteen, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Kohlscheid wohnhaft war. Drei Mitglieder der Familie wurden in Konzentrationslagern ermordet. Die Gruppe „DaMusica” bot einfühlsame Musikstücke dar. Rund 100 Herzogenrather zogen dann zum Mahnmal für die Opfer des Holocausts vor dem Rathaus. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums trugen bewegende Texte aus dem Tagebuch von Anne Frank vor, die in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre.Bürgermeister Christoph von den Driesch appellierte er an das demokratische Bewusstsein der Bürger: „So etwas darf nie wieder passieren!” Er lobte den vorbildlichen Einsatz des Arbeitskreises und der vielen Engagierten gegen Rechtsextremismus. Abschließend gedachten die vielen Anwesenden in einer Schweigeminute der Ermordeten.

Zeitzeugin: Amalie Klein: „Es ist so wichtig, auch heute noch an die verheerende Zeit zu erinnern. Alles das, was die Schüler aus dem Tagebuch der Anne Frank vorgetragen haben, haben auch wir in einer gewissen Art und Weise erlebt. Die Angst war immer da, auch als Nichtjude.”

Am 15. Dezember werden weitere „Stolpersteine” für die Nazi-Opfer verlegt. Für 95 Euro kann eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines „Stolpersteins” übernommen werden. Infos bei Bernd Krott vom Arbeitskreis: 02406/83-530.
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