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„Cross on Top” bringt Kooperation zum Kippen

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Die Zusammenarbeit zwischen CDU und Grünen ist in Herzogenrath nach 16 Jahren beendet worden.

Herzogenrath. Paukenschlag im Herzogenrather Rathaus: Am Freitagmorgen hat die CDU die nunmehr 16 Jahre andauernde Kooperation mit den Grünen aufgekündigt. Schon länger habe es Unstimmigkeiten gegeben, sagt Fraktionschef Reimund Billmann.

Der Grund, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe: Die Grünen lehnten in der jüngsten Ratssitzung einen Bürgerantrag zur Errichtung eines drei Meter hohen Holzkreuzes unter dem Motto „Cross on Top” auf der Halde Adolf in Merkstein ab - obwohl es im Vorfeld bei einer politisch gewollten Bürgerversammlung ein über 90-prozentiges Votum der Teilnehmer für das Kreuz gegeben hatte. Die CDU hatte sich für das vom ökumenischen Arbeitskreis in Merkstein beantragte Kreuz ausgesprochen.

Die Entscheidung für die politische Trennung war bei einer teils emotional geführten außerordentlichen Sitzung von CDU-Fraktion und Stadtverband am späten Donnerstagabend einstimmig gefallen.

„Diese Missachtung des Bürgerwillens war für uns ausschlaggebend. Wir als CDU wollen in Herzogenrath aber unser Gesicht bewahren und mit den Bürgern zusammenarbeiten”, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marie-Theres Sobczyk, die am Freitagmorgen den Grünen-Stadtverbandschef Dr. Bernd Fasel in Kenntnis setzte.

Der reagierte schockiert: „Wir sind aus allen Wolken gefallen, sind paralysiert und haben mit Emotionen zu kämpfen”, sagte er auf Anfrage. Bei einer Vorstands- und Fraktionssitzung in der kommenden Woche soll beraten werden, wie es weitergeht. „Wir werden Gesprächsangebote nicht ablehnen, werden aber von uns aus vorerst noch nicht aktiv”, sagte er.

SPD-Fraktionschef Gerd Neitzke kündigte an, zwecks Mehrheitsbildung nun unverzüglich mit den anderen Parteien Gespräche aufnehmen zu wollen: „Wir hatten nach den Kommunalwahlen schon sehr fruchtbare Gespräche mit FDP und Grünen geführt.”

FDP-Fraktionschef Björn Bock kann sich aber auch eine punktuelle gute Zusammenarbeit mit CDU und SPD vorstellen. An der Sache orientierte Mehrheiten zu suchen, schwebt auch der CDU für den Rest der bis 2014 dauernden Wahlperiode vor.

Von den 44 Sitzen im Herzogenrather Stadtrat entfallen 17 auf die CDU, 15 auf die SPD, 5 auf die Grünen, 4 auf die FDP und 3 auf die Linke.
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