City-Kaisers macht den Deckel drauf

Von: gp
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Die Tage sind gezählt: Die Ka
Die Tage sind gezählt: Die Kaisers-Filiale ist aber der letzte große Lebensmittel-Laden in zentraler Lage der Würselener Innenstadt. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Besonders für nicht so mobile Menschen, die in der Würselener Innenstadt wohnen, ist das ein herber Schlag ins Kontor: Der einzig verbliebene Lebensmittel-Laden am Morlaixplatz 12, also im Herzen der Innenstadt, wird geschlossen. Die Kette mit der Kanne Kaffee im Emblem macht die Filiale Mitte Dezember dicht.

Leser Franz-Josef Kahlen ist empört: „Betroffen sind schon wieder die älteren Menschen.” Nicht nur für ihn ist das „ganz enttäuschend”. Allein im Umfeld sind mehrere Standorte für Senioren-Wohnungen zu finden. Das Alten- und Seniorenheim St. Antonius an der Klosterstraße, die Vitalis-Seniorenresidenz an der Bahnhofstraße und der große Komplex für Betreutes Wohnen an der Kaiserstraße am Ex-Sparkassenstandort sowie eine weitere Anlage für Betreutes Wohnen, die am Lindenplatz entsteht.

Kahlen: „Es macht einen sprachlos und wütend, wie mit alten Menschen umgegangen wird, die dann keine Einkaufsmöglichkeit mehr in direkter Nachbarschaft haben.” Gleich neben der Kaisers-Filiale hatte bereits Ende Februar 2006 der Discounter Aldi sein Geschäft in der City geschlossen.

Seinerzeit hatte es eine hitzige Debatte über den Neubau der Sparkasse auf der Parkpalette am Morlaixplatz gegeben. Kritiker bezweifelten, ob der Neubau des Parkhauses an der Klosterstraße als Ersatz ausreichen würde. Befürworter verwiesen hingegen auf Belebung und Bereicherung für die City an dieser Stelle.

Zweifelsohne ist dieser Bereich des Morlaixplatzes von Besuchern am stärksten frequentiert. Ob nun aber diese Laufkundschaft für lukrative Umsätze an dem von der Schließung betroffenen Standort nicht ausreicht, dazu konnte eine Sprecherin der Kaisers Tengelmann GmbH in Mühlheim an der Ruhr auf Nachfrage unserer Zeitung keine Angaben machen.

Sie erklärte, dass das Unternehmen sein Filialnetz in der Region überarbeite. Besonders kleinere Filialen passten selten noch ins Konzept. Es sei nicht geplant, einen neuen Standort in Würselen zu beziehen. Das von der Schließung betroffene Personal werde von Filialen im Aachener Raum übernommen. Kaisers-Kunden verwies die Sprecherin auf die 650 Meter entfernte Filiale an der Aachener Straße 58.

Leser Franz-Josef Kahlen wird das nicht zufriedenstellen. Denn er weiß: „Viele ältere Menschen sind in die Innenstadt gezogen, um kürzere Wege zum Arzt oder zum Einkauf zu haben. Die Enttäuschung bei den älteren Menschen über die Schließung ist groß.” Bekanntlich können Politik und Verwaltung lediglich für gute Rahmenbedingungen für den Einzelhandel in der Stadt sorgen.

Aktuell wird die Industriebrache Singer-Gelände an der Bahnhofstraße auch als Gewerbestandort für die Nahversorgung entwickelt. Kahlen hofft unterdessen, dass „die zuständigen Damen und Herren sich ihrer Verantwortung gegenüber den älteren Einwohnern bewusst sind”. Polemisch erinnert er sie daran: „Vielleicht wäre es zu überlegen, ob die Stadt einen kostenlosen Shuttlebusverkehr zum Kaninsberg oder Reckergelände anbieten kann. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.”
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