Alsdorf - Cinram: Sommer-Lesertour bietet Einblicke in Produktion und Distribution

Whatsapp Freisteller

Cinram: Sommer-Lesertour bietet Einblicke in Produktion und Distribution

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
6122683.jpg
Mit vollem Einsatz: Cappi Frenger musste bei seinen Erläuterungen mit gewaltiger Stimme gegen die produzierenden Druckmaschinen im Fertigungswerk 1 ankämpfen. Dann rückte auch die gruppe ganz eng zusammen. Foto: Holger Bubel
6122679.jpg
Detaillierte Information: José Peters (l.) erklärte ausführlich technische Zusammenhänge und Produktiosnabläufe. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Man kann schon von einer bunt gemischten Truppe bei der Lesertour sprechen, die diesmal hinter die Kulissen des Cinram-Werkes in Alsdorf führte. 25 Teilnehmer – vom Grundschul- bis zum Pensionsalter – wurden über drei Stunden lang umfassend von Sales-Director Cappi Frenger und José Peters über die Produktions- und Vertriebswege in den Werken im Schaufenberger Industriegebiet informiert.

Bevor es aber zur eigentlichen Werksbesichtigung ging, gab Cappi Frenger Einblicke in die bewegte Geschichte und zur derzeitigen Situation von Cinram: „Heute ist Cinram ein reiner Dienstleister. Sie müssen sich das Unternehmen als einen riesengroßen Kopierladen vorstellen“, erklärte Frenger den Teilnehmern, unter denen auch einige „Wiederholungstäter“ aus dem vergangenen Jahr und ehemalige Werksmitarbeiter anzutreffen waren.

Was da so in riesigem Umfang kopiert wird, das wurde in der anschließenden Besichtigung in zwei Gruppen von Werk 1 deutlich. In der „Replikation“ werden CDs, DVDs und Blue-rays in atemberaubender Geschwindigkeit vervielfältigt. Dies geschieht aber nicht wie zu Hause, wenn der rechnerinterne Brenner Daten auf einen Rohling speichert: „Die Maschinen arbeiten ähnlich einem Waffeleisen. Die Datenträger werden mit den Informationen – Bildern, Ton – etwa zwei Sekunden gepresst“, veranschaulichte stark vereinfacht Cappi Frenger, bevor er und der Leiter der zweiten Gruppe, José Peters, mit den Teilnehmern tief in die technische und chemische Materie eintauchten. Gerade einmal 1,2 Millimeter „dick“ sind die mit Informationen gepressten Kunststoffscheiben. Zum Reflektieren des lesenden Lasers im heimischen Player ist eine hauchdünne Silberschicht aufgetragen.

Täglich können – je nach Auftrag – bis zu 400.000 CDs, 900.000 DVDs und 115.000 Blue-rays produziert werden. „Allerdings sinkt dieser Bedarf“, musste der Sales-Director einräumen. Der Grund: Immer mehr Filme und natürlich auch Musik werden direkt aus dem Internet heruntergeladen, auch die Pay-TV-Sender mit ihrem Filmangebot sind starke Konkurrenten der Produzenten von physischen Datenträgern.

Diese werden nach dem Labeldruck in der werksinternen Druckerei zum Versand weiterverarbeitet. Vornehmlich ein großer Internetanbieter und die Multimediaketten sind die Hauptabnehmer der Datenträger. „Von der Distribution in Alsdorf aus, werden Länder in so gut wie ganz Europa beliefert“, erklärt José Peters in den riesigen Verpackungs- und Distributions-Werken mit einer Lagerkapazität von 70 Millionen verpackten Datenträgern (Units), 40.000 ständig vorrätigen Titeln.

In einem Jahr werden hier 1,3 Millionen Aufträge abgewickelt, 370 Millionen Units ausgeliefert und 25 Millionen Rückläufer entgegen genommen. Auch wenn es derzeit dort noch gemächlich zuzugehen scheint: „Das ist die Ruhe vor dem Sturm Wenn das Weihnachtsgeschäft bald anläuft, dann könnten wir uns nur noch über die Paletten fortbewegen.“ Ab September wird der Schichtbetrieb sowohl in der Produktion als auch in der Logistik hochgefahren.

Beeindruckt von dem Blick hinter die Kulissen zeigte sich ein „Zeitungsleser in dritter Generation“, Herbert Kaiser aus Herzogenrath: „Ich finde das spannend, wie die technischen Abläufe sind. Als Außenstehender hat man davon ja gar keine Ahnung.“

Auch Silvia Wollenweber aus Baesweiler, die ihre drei Söhne Jens, Christian und René mitgebracht hatte, war angetan von der Werksbesichtigung: „Man sieht Cinram von außen beim Vorbeifahren. Aber wie viel Technik in diesen Hallen ist und wie viel Aufwand betrieben wird zur Produktion von CDs oder DVDs, das ist sehr beeindruckend.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert