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Cinram: Sanierungstarifvertrag und Sozialplan unterzeichnet

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Dornenreicher Sparkompromiss: Cinram ist bis 2016 gesichert, aber Stellen werden abgebaut. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) haben den Sanierungstarifvertrag sowie den Sozialplan/Interessenausgleich unterzeichnet, teilen beide Seiten in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Erst am Dienstagabend wurde man nach längeren Verhandlungen letztlich handelseinig.

Die Vertragswerke sind die Basis für die Umsetzung eines Sparpakets, das durch einen hohen Kostendruck und konstant rückgängige Marktnachfrage insbesondere für CD- und DVD-Produkte nötig wurde.

Mit den jetzt geleisteten Unterschriften tritt der ausgehandelte Sanierungstarifvertrag mit Wirkung zum 1. März 2013 in Kraft. Seine Laufzeit endet Dezember 2016. Zu den wichtigsten Eckpunkten gehört, dass die Mitarbeiter keine Einschnitte in die monatlich laufende Vergütung einschließlich der Ausgleichszulage verkraften müssen. Dafür wurden die Senkung des Weihnachtsgeldes auf ein Viertel, der Wegfall des Urlaubsgeldes und des Demographie-Fonds sowie die Reduzierung der Altersfreizeit beschlossen. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt ab März zudem 40 Stunden ohne Lohnausgleich.

Im ersten Schritt 47 Stellen weg

Im Rahmen der notwendigen Personalreduzierung werden in einem ersten Schritt 47 Vollzeitarbeitsplätze abgebaut. Die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern finden in den nächsten Tagen statt.

Nicht alle werden das Unternehmen verlassen müssen, da einige von ihnen ein Versetzungsangebot nutzen können. Weitere Personalanpassungen in diesem Jahr sind nicht ausgeschlossen. Die Verträge sehen hierbei eine enge Abstimmung mit dem Betriebsrat vor.

Die Muttergesellschaft in Toronto hat im Gegenzug eine Standortgarantie für die Produktion und Distribution in Alsdorf unterzeichnet sowie Investitionszusagen für die Laufzeit des Sanierungstarifvertrages gemacht. Außerdem wird die Cinram GmbH weitere Projekte zur Verbesserung der internen Struktur initiieren mit dem Ziel, Kosten zu senken und somit die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

„Tragbarer Kompromiss“

Der ausgehandelte Sozialplan/Interessenausgleich sieht die Einrichtung einer Transfergesellschaft vor. Sie wird zum 1. April die Arbeit aufnehmen und die betroffenen Mitarbeiter je nach Kündigungsfrist bis zu zwölf Monate betreuen.

„Ich bin froh, dass wir nach langen Verhandlungsrunden einen Kompromiss gefunden haben, mit dem alle Beteiligten zufrieden sein können“, sagt Cinram-Geschäftsführer Klaus Schramm. „Mein Dank gilt vor allem dem Betriebsrat, der hier keine leichten Entscheidungen treffen musste. Die Einigung zeigt, dass der Betriebsrat, die Gewerkschaft und die Geschäftsleitung das gemeinsame Ziel verfolgen, unseren Standort in Alsdorf zu erhalten. Für unsere Kunden ist dies ein wichtiges Signal und schafft Vertrauen, was für Vertragsverlängerungen und neue Abschlüsse wesentlich ist.“

Auch IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Wir haben uns die Arbeit nicht leicht gemacht und einen Wirtschaftsprüfer sowie einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzugezogen. Zum Schluss ist ein tragbarer Kompromiss ausgehandelt worden, dem unsere Mitglieder bei Cinram mit 83 Prozent zugestimmt haben. Gerade diese Beteiligung der Betroffenen war uns in dem gesamten Verfahren sehr wichtig.“

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