Alsdorf - Cinram-Chef fordert Opfer von Belegschaft

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Cinram-Chef fordert Opfer von Belegschaft

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. Cinram-Boss Steve Brown ist wieder auf dem Rückweg nach Kanada - zum Konzernsitz in Toronto. Der Alsdorfer Geschäftsführer Klaus Schramm ist auf dem Weg zum Flieger, um Kunden in Italien einzuwerben, die CDs, DVDs und Blu-rays abnehmen sollen.

Und was hat der rund eineinhalbstündige Auftritt der Beiden vor versammelter Belegschaft gebracht? Per Autotelefon nimmt Schramm auf Anfrage unserer Zeitung Stellung. Brown habe der Belegschaft gesagt, dass Alsdorf für das Europageschäft eine wichtige Rolle spielt. Es gelte, durch notwendige Investitionen die Kontinuität zu sichern. Allerdings liege die Entscheidung bei den Mitarbeitern, ob die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können. Schramm wird konkret: Es bleibt bei der zuletzt der IGBCE genannten jährlichen Einsparung in Höhe von 6 Millionen Euro - zu Beginn der Tarifverhandlungen war noch von 7,5 Millionen die Rede.

Zuletzt hatte die Verhandlungsführer der organisierten Belegschaft 4,1 Millionen Euro als Gegenangebot gemacht. Das reichte nicht. Die IGBCE brach die Verhandlungen ab. Schramm spricht von Möglichkeiten, die gesetzten 6 Millionen Euro „schmerzfreier” zu erreichen. Konzern-Boss Brown habe die Alternative klar aufgezeigt: Wenn die Belegschaft nicht ihren Beitrag durch Lohn- und Leistungsverzicht beibringe und dafür investiert werde - es geht zum Beispiel um neue Blu-ray Produktionslinien -, dann würde das Unternehmen Kunden verlieren und „recht schnell von der Bildfläche verschwinden”.

IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass Brown diese Botschaft gebetsmühlenartig vor der Belegschaft wiederholt habe. „Wir sollen dem Unternehmen geben, was es will”, steht laut Maresch weiter im Raum. Problem sei, dass es einen gültigen Tarifvertrag gebe, auch einen gültigen Sozialplan - an beide Vereinbarungen wolle sich das Unternehmen nicht mehr halten.

Wie geht es nun weiter? Schramm will sich mit Maresch am Montag treffen - ein Gespräch unter Männern, mehr nicht. Maresch hat kein Verhandlungsmandat, will anschließend der Tarifkommission berichten. Und rund 1000 Festangestellte von Cinram Alsdorf müssen weiter warten.
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