Alsdorf - Cinram: Betriebsrat braucht Zeit

Cinram: Betriebsrat braucht Zeit

Von: Karl Stüber
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Cinram-Geschäftsführer Klaus Schramm. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Der Betriebsrat von Cinram und der von ihm bestellte externe Wirtschaftsprüfer haben am Freitag mit der Geschäftsleitung getagt. Es ging im Zuge der Nachverhandlungen über einen gültigen Sozialplan um die Bewertung der internen Wirtschaftsdaten des Alsdorfer Standortes, an dem rund 1000 Festangestellte, bis zu 200 befristet Angestellte und gerade zur umsatzstarken Vorweihnachtszeit etliche Leiharbeiter CD, DVD und Blu-ray produzieren und logistisch zum Versand nachbearbeiten.

Wie IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch auf Nachfrage sagte, habe es bei der Gesprächsrunde zwar „Hinweise“ gegeben, aber keine abschließende Bewertung. Der Betriebsrat werde sich zu einer weiteren Sitzung mit der Geschäftsführung treffen. Erst dann werde die Tarifkommission der IGBCE entscheiden, ob die von ihr abgebrochenen Tarifverhandlungen über das von der Geschäftsführung vorgelegte Sparpaket wieder aufgenommen werden. Zuletzt war die IGBCE der Unternehmensleitung bis auf 4,1 Millionen Euro jährlich entgegengekommen. Die Geschäftsführung beharrte auf 6 Millionen Euro (wir berichteten).

Unterdessen erläuterte Geschäftsführer Klaus Schramm gegenüber unserer Zeitung die Überlegungen, die diesem Sparpaket zugrunde liegen. „Wir sind derzeit voll ausgelastet, um das Weihnachtsgeschäft abzuwickeln. Da ist es schwer zu vermitteln, dass wir sparen müssen“, sagte Schramm. „Wir machen jetzt in zwei Monaten fast das Jahresergebnis.“ Dieses Wirtschaftsjahr werde Cinram wohl „neutral“, also nicht im Minus abschließen. Das ist laut Schramm aber viel zu wenig für die anstehenden Veränderungsprozesse, um Standort und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Der zu finanzierende Investitionsplan sieht bis 2016 Ausgaben in Höhe von 25 Millionen Euro vor. Im selben Zeitraum sollen bis zu 220 Stellen gestrichen werden – falls notwendig, was aber von vielen Faktoren anhängig sei, vor allem, wie sich Cinram im Wettbewerb um Aufträge behaupten könne und die auch unterm Strich genügend Einnahmen erzielen. Am lukrativsten sind Aufträge von großen (Film-)Studios. Die zumeist frischen Filme werden oft aufwendig verpackt und mit zusätzlichen Elementen versehen. Das erhält Arbeitsplätze. Daneben gibt es den Non-Studio-Sektor, der mengenmäßig erheblich an Stückzahlen gewonnen hat, aber auf Grund schlichter Verpackung nur eine geringe Gewinnmarge bietet. Dazu gehören DVD, die etwa Zeitschriften beigelegt werden, Unterrichtsmaterialien, Firmeninfos und dergleichen mehr.

„Wenn wir nichts tun, werden wir im nächsten Jahr negative Ergebnisse einfahren“, darf Cinram das einträgliche Geschäft mit den Studios nicht vernachlässigen. Deshalb muss in zusätzliche Blu-ray-Linien investiert werden. Außerdem zielen die Bemühungen der Geschäftsleitung darauf ab, die gut laufende Druckerei zukunftsfähig zu machen und die Distribution als Dienstleistung gegenüber weiteren Kunden aus der Medienbranche fit zu machen. Wenn-gleich die Konzernzentrale zu diesem Vorgehen steht und die Kreditlinie für nächstes Jahr absichert, muss auch die Belegschaft ihren Anteil zur Standortsicherung leisten, macht Schramm deutlich.

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