Alsdorf - Cinram Alsdorf: Tarif-Poker abgebrochen

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Cinram Alsdorf: Tarif-Poker abgebrochen

Von: Karl Stüber
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Es wird eng: Die angepeilten S
Es wird eng: Die angepeilten Sparziele am Cinram-Standort Alsdorf liegen in weiter Ferne. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Auf des Messers Schneide steht die Zukunft von Cinram in Alsdorf. Beim Hersteller von DVD, CD und Blu-ray, der rund 1000 Festangestellte sowie eine saisonal abhängige Zahl weiterer Mitarbeiter beschäftigt, sind die Tarifverhandlungen nach zähem Ringen abgebrochen worden.

Die IGBCE will auf Basis des Angebots der Geschäftsführung nicht weiter verhandeln, beschreibtIGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch die Situation. Die Basis versagte ein entsprechendes Mandat. Mit Blick auf das Werben um die Übernahme durch einen Investor, der mittlerweile in dem privaten US-Investor Najafi Companies gefunden ist, sollten nach Vorgaben der Konzernzentrale in Toronto am Standort Alsdorf ursprünglich 7,5 Millionen Euro jährlich eingespart werden, um neu investieren zu können - auf vier Jahre.

Stand bei der letzten Gesprächsrunde waren noch 6 Millionen sowie Verzicht auf Tariferhöhungen. Die Gewerkschaft war auf den Stand von 4,1 Millionen Euro entgegengekommen. Die Tarifkommission entschied am Montag: Von dem vorgeschlagenen, schmerzhaften Sparpaket weichen wir nicht mehr ab. Der „Kröten”-Korb, den die Gewerkschaft dem Unternehmen angeboten hat, beinhaltet unter anderem 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, nur noch 50 Prozent Weihnachtsgeld, Wegfall von zusätzlichem Urlaubsgeld und Altersfreizeit sowie Einsparung bei außertariflich Angestellten.

Während die Übernahme in den USA durch den neuen Investor problemlos verläuft, sieht Maresch „noch formelle Schwierigkeiten für Europa”. Ziel sei jedoch, bis 15. Dezember alles über die Bühne zu bekommen. Da dürfte der Geldgeber die Probleme mit Einsparungen am Produktionsstandort Alsdorf sicherlich kritisch sehen. Maresch ist sich der Rolle der Gewerkschaft bewusst: „In dem Moment, in dem wir aussteigen, ist die Zukunft von Cinram gefährdet.” Aber die Tür ist noch nicht gänzlich zugeschlagen. „Für Details sind wir zu Gesprächen bereit”,
signalisiert Schramm.

Cinram-Geschäftsführer Klaus Schramm hat durchaus verstanden. „Wir wollen die Flamme nicht ausgehen lassen”, bestätigte er auf Anfrage. Schramm erkennt an, dass sich die Gewerkschaft „schon massiv bewegt hat”. Das dürfte aber nicht reichen. Er beschreibt seine Not. Eingespartes soll investiert werden, um den Standort für das Geschäft mit Blu-ray aufzurüsten. Allein in 2013 sollen drei Produktionslinien für 7,5 Millionen Euro angeschafft werden, 2014 zwei weitere. In 2013 soll zudem die Druckerei mit einem Aufwand von einer Million Euro nachgerüstet werden.

Eigentlich seien die auf 6 Millionen Euro zurückgenommenen Sparziele gar nicht ausreichend. Zudem sei auch kein Geld da, um innerhalb von vier Jahren 220 Stellen mit Abfindungen abzubauen. Zur Standortsicherung soll eigentlich auch noch in den Umbau der Distribution (Vertrieb von Waren) investiert werden - für Kunden, die nicht „an der Scheibe”, also DVD, CDU und Blu-ray hängen. Schramm betont, die Konzernzentrale hat signalisiert, dass Alsdorf der für das Europageschäft wichtigste Standort ist und bleibt. Voraussetzung: Die Zahlen stimmen, und es kann investiert werden.
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