Cinetower wechselt in die dritte Generation

Von: Holger Bubel
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Cinetower
Am Wasserturm tut sich was: Der Kinokomplex wird aufgewertet und zum Kinopark ausgebaut. Foto: Holger Bubel
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Starten in die Verantwortung: Sebastian (l.) und Moritz Stürtz. Mutter Ulrike (r.) und Leo Stürtz wollen sich mit und mit zurück ziehen. Foto: Holger Bubel
Cinetower Grafik
Von wegen „verstaubt“: Dass das Atrium und die anderen Säle Forum, Gloria und Thalia nicht antiquiert sind, das soll eine neu gestaltete Fassade auch nach außen sichtbar machen. Foto: Cinetower

Alsdorf. Wohl nicht nur die Alsdorfer haben ihre ersten Kino-Erfahrungen in der alten Bergbaustadt gemacht, haben ihr erstes Märchen, den ersten Kung-Fu-Film oder Godzilla auf Großbildleinwand in den Sälen „Gloria“ oder „Atrium“ von Thea und Leo Stürtz (Senior) gesehen, sich später dann vielleicht sogar mit gefälschtem Schülerausweis an Thea Stürtz an der Kasse vorbeigeschummelt, um „Eis am Stiel“ zu gucken. Lang, lang ist‘s her.

Seit fast 16 Jahren – am Mittwoch, 13. November, feiert der Cinetower Geburtstag – ist das inoffizielle Wahrzeichen Alsdorfs, der von weitem sichtbare einstige Wasserturm, zum beliebten Anlaufpunkt für Filmfreunde weit über die Region hinaus avanciert.

Im ehemaligen Wasserturm, von den Alsdorfern nur „der Tower“ genannt, hat das Kinovergnügen ganz neue Dimensionen erreicht. Nicht nur was den Inhalt der Filme betrifft hat sich einiges getan in den vergangenen Jahrzehnten, mit den hochmodernen Sälen und High-Tech-Möglichkeiten der Wiedergabe dieser – 3D und Dolby Digital lassen grüßen –, bewegt sich der Cinetower mit anderen bundesweiten „Lichtspielhäusern“ auf absolutem Spitzenniveau.

7,8 Millionen Besucher

Dass das heute so ist, wurde vor etwa zweieinhalb Jahren vorangetrieben, als die Säle ganz neu bestuhlt wurden, auf Digitalisierung umgestellt, neue Leinwände angebracht und das Soundsystem maßgeblich verbessert wurde. So haben auch nach Angaben von Leo Stürtz in diesen vergangenen 16 Jahren rund 7,8 Millionen Besucher – inklusive des Gastronomie-Angebots – den Weg zum „Tower“ gerne gefunden, um High-Tech-Kino zu genießen.

„Das hat natürlich auch seine Spuren hinterlassen“, erklärt Ulrike Stürtz, gemeinsam mit ihrem Mann Leo ist sie Inhaberin des Cinetowers. Bereits im Frühjahr 2013 wurde daher auch die „Hardware“ aufgemöbelt, zunächst der Außenbereich des Towers: Die Terrassentische dort wurden mit Granitplatten ausgestattet, die Fassadenbeleuchtung erneuert. „Mit und mit wird jede Beleuchtung auf LED umgerüstet. Bei dem Energieaufwand, den wir betreiben müssen, führt an dieser sparsamen Technik kein Weg vorbei“, sagt Ulrike Stürtz.

Fast zehn Jahre Qualmerei, Küchendunst und Kondenswasser haben Tapeten und Anstriche arg mitgenommen. „Decken und Wände waren gelb vor Nikotin“, sagt Ulrike Stürtz. Alles musste runter, erfuhr einen neuen Anstrich: „Die gediegene Atmosphäre ist geblieben, warme Brauntöne machen die Verweildauer noch angenehmer“, erklärt Ulrike Stürtz ihre Farbwahl.

Die Böden wurden mit den Jahren von den Millionen Besuchern abgenutzt. Auch hier herrschte Handlungsbedarf. „Wir haben den Cinetower einmal rundum aufgefrischt“, erklärt Ulrike Stürtz, die die Regie bei diesem gesamten Unterfangen in den Händen hatte. Der stark frequentierte Boden im Eingangsbereich wurde ausgetauscht. 500 Quadratmeter eines speziell behandelten Fichtenholzes ist nun bereit für weitere 7,8 Millionen Besucher, insgesamt wurde der Boden auf 1000 Quadratmetern erneuert. Im Gastronomiebereich mit einem PVC-Boden, der besonders schmutzresistent und pflegeleicht ist und dabei wie Parkett anmutet.


Holztische und die gesamte Theke wurden abgeschliffen und von durch Zigaretten und Kerzen verursachten Brandspuren befreit. Insgesamt kostete die Sanierungsmaßnahme nicht nur ein paar Nerven bei Ulrike Stürtz, sondern auch ordentlich viel Geld: 250.000 Euro wurde investiert. „Das hat aber seinen guten Grund: Wir werden Cinetower an die nächste Generation übergeben. Unsere Söhne Sebastian und Moritz übernehmen den Kinobetrieb“, verrät Ulrike Stürtz. Zwar werde man sich nicht so ganz zurückziehen, aber die Geschäfte aus der zweiten Reihe begleiten, mit Rat und Tat der „dritten Generation“ zur Seite stehen.

Die beiden sind trotz ihrer jungen Jahre aber schon „alte Hasen“ in Sachen Kino und Cinetower im Speziellen. Involviert in das Geschäft waren sie schon ganz früh. Zunächst – als noch ganz kleine Unterstützer – halfen sie Oma Thea bei den Tickets, verkauften das Popcorn. Später blickten sie den Filmvorführern über die Schultern und trugen dann selbst diese große Verantwortung.

Und auch die Voraussetzungen die sie aus ihrer Ausbildung mitbringen, sind nicht die schlechtesten: Der 26-jährige Sebastian Stürtz ist gelernter Steuerfachangestellter, kennt sich also aus mit Ausgaben und Einnahmen. Und Moritz, 23 Jahre alt, ist audiovisueller Medien- sowie Film und Theaterkaufmann. „Wir stehen natürlich unter einem gewissen Erfolgsdruck. Aber das, was unsere Eltern geschäftlich erreicht haben, das können wir kaum toppen“, sagt Sebastian Stürtz.

Atrium: zweitgrößte Leinwand

Dennoch haben die beiden gleich große Pläne: Der „alte“ Kinopark Atrium soll äußerlich aufgewertet werden: „Viele haben den Eindruck, das Atrium würde nicht so richtig zum Kinopark Cinetower gehören und fühlen sich dort hin ‚abgeschoben‘. Aber diese Leute irren sich. Im Atrium ist neben Tower 7 die zweitgrößte Leinwand, alle vier Säle dort sind auf absolut gleichem Niveau wie im Haupthaus“, erklärt Moritz Stürtz.

Über die Fassade soll diese Botschaft im kommenden Februar sichtbar gemacht werden: Als „Kinopark“ in leuchtendem blau signalisierend, soll das Atrium zu neuem Selbstbewusstsein gelangen. Heller, freundlicher, einladender soll es werden. Über eine ersichtliche Wegeleitung – es besteht der Wunsch eines Zebrastreifens zum Foyer führend – soll die Einheit Tower plus Kinopark den Kinofreunden klar gemacht werden.


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