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Chöre in St. Castor bieten beeindruckende Leistung

Von: Joachim Peters
Letzte Aktualisierung:
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Stimmiger Klangkörper: Harmonisch präsentierten sich die Sänger beim Konzert in der St.-Castor-Kirche. Foto: Dagmar Meyer

Alsdorf. Das Konzert der kirchlichen Chöre zum Dreikönigstag war vielen Musikkfreunden aus der Pfarre St. Castor und der näheren Umgebung wohl noch in guter Erinnerung. Da warteten die von Kantor Josef Voußen geleiteten Vokalensembles Junger Chor Alsdorf und Kirchenchor St. Castor erneut mit einer bemerkenswerten geistlichen Abendstunde auf.

Diesmal bildete die mit Palmsonntag beginnende und mit Tod und Auferstehung Jesu beschlossene Passionswoche den Rahmen für die aufgeführten Werke.

Zu Beginn des geistlichen Konzertes spielte Kantor Josef Voußen feierlich und mächtig die Fantasia in g-moll von Johann Sebastian Bach.

Im Verlauf des Abends intonierte Voußen Choralvorspiele von Johann Sebastian Bach. Choralvorspiele sind musikalische Mediationen über Texte eines Kirchenliedes. Josef Voußen ließ die Melodien dieser Lieder in langanhaltenden Tönen über kunstreichen Verzierungen erklingen.

Schneller Wechsel

Im schnellen Wechsel ging es dann für Josef Voußen von der Orgelempore hinunter in den Altarraum, wo er den von ihm gegründeten Jungen Chor dirigierte. Bei den mehrstimmigen Motetten machte das Ensemble seinem Ruf eines hervorragenden A-cappella-Chores alle Ehre. Zudem traf es bei den jederzeit sauber intonierten Chorälen von „Im Dunkel unserer Ängste” über „O Haupt voll Blut und Wunden” bis „O Mensch, beweine deine Sünde groß” die angemessene Stimmung von Leid, Trauer und gottesfürchtiger Resignation.

Der vom großen Kirchenchor St. Castor interpretierte „Kreuzweg” von Hermann Simon nach Texten von Ruth Schaumann folgt den 14 Stationen des Ganges Jesu vom Gericht bis zum Tod und seiner Grablegung. Wiebke Dankowski - die frühere evangelische Pfarrerin in Ofden singt ebenfalls im katholischen Castor-Chor mit - trug die Texte von Ruth Schaumann zu den einzelnen Kreuz-Stationen vor.

Jesu Gang erscheint dabei als Auseinandersetzung von Welt und Geist, von Hass und Liebe, von Gewalt und Duldsamkeit, bei der die Liebe nur scheinbar vom Hass besiegt wird. In mystischen Bildern und Deutungen spürt Ruth Schaumann dem Sinn von Leid und Tod nach - bis hin zur Erkenntnis der Schlussstrophe „Das Erbarmen hat gesiegt”.

Archaische Klangfarben

Der Kirchenchor St. Castor sang zu jeder Kreuzweg-Station eine musikalische Meditation, welche die Aussage des vorherigen Textes bekräftigte. Reizvoll dabei die angeschlagene nachromantische und auch archaische Klangfarbe, welche die liedhafte Melodie in den Vordergrund stellt. Bisweilen waren es die einfachen Effekte, die besonders wirkungsvoll waren und unter die Haut gingen. Etwa, wenn bei der elften Station der monotone Staccato-Gesang tonmalerisch für die „Hämmerlein” steht, mit denen Jesus ans Kreuz genagelt wird.

Doch wie in den Texten, so siegt auch in der Musik der Optimismus: Die Grablegung Jesu in der 14. Station mündet in den „Sieg” des „Helden” - und die Harmonie des Chorgesangs vollzog dies im Wechsel vom schmerzlichen Moll ins lichte Dur nach.

Das Kirchenkonzert in St. Castor war die richtige Einstimmung in die Passionswoche. Es ließ zudem erkennen, dass die Musica Sacra in Alsdorf-Mitte auch nach der Fusionierung von sechs Pfarren zum 1. Januar 2010 eigenständig weiter existieren kann.
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