Chaotisch: Kaplan im Heiratsinstitut

Von: Günther Sander
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Heilloses Durcheinander: Mit einer wilden Posse beschert das Aachener Heimattheater den Besuchern auch in Alsdorf Action und Spannung, wie das Szenenfoto bereits deutlich macht. Foto: Günther Sander

Alsdorf/Aachen. „Heiliger Bimbam“, das kann ja heiter werden. Nach der überteuerten Bischofsresidenz im hessischen Limburg wundert einen bei der Katholischen Kirche nichts mehr. Dagegen ist der Besuch eines Kaplans in einer Heiratsvermittlungs-Agentur eine harmlose Angelegenheit.

Jedenfalls in dem neuesten Mundartstück „Heij litt jet ejjen Luet“ (Hier liegt was in der Luft), das im Aachener Eurogress Premiere hatte. Das Aachener Heimattheater hat mit der Wahl dieses Stückes einen Volltreffer gelandet. Deutlich wird dabei, dass dieses heitere Stück, aus der Feder der beiden englischen Autoren John Chapman und Anthony Marriot, sich gut ins Öcher Milieu einfügt. Das ist halt so mit der feinen, englischen Art.

Auch für jüngeres Publikum

Spielleiter Bernd Dreyer und Vorsitzender Marc Knisch erzählen, man habe das Öcher-Platt-Stück modernisiert, um auch damit jüngeres Publikum ansprechen zu können. Natürlich sei das Öcher Platt immer auch ein Stück Heimat. Spielleiter Dreyer verspricht reichlich Leben und viel Action, also Spannung bis zum Schluss der „Chaotischen Posse“. „Ich habe die Texte auch schon mal ein wenig frecher angelegt, mein Ensemble war damit einverstanden.

Historische Kostüme sind out, das Bühnenbild erhält ein modernes Outfit, die Handlung setzt da ein, wo es die ersten Computer in den Büros gab und wo man sogar schon googlen konnte.“ Zurück zur Frage, was ein Kaplan in einer Heiratsvermittlungs-Agentur zu suchen hat. Und Frage zwei: Warum läuft Freiherr Mies von Pongs in Damenkleidern durch selbiges Institut? Schon komisch und seltsam.

Ein Fall für die Aachener Sitte, für Kommissar Rüttgers. Der stürzt sich in die Arbeit und recherchiert punktgenau, dass nach seinen Erkenntnissen sich hinter den Kulissen der anscheinend seriösen Partnervermittlung „Blume findet Blümchen“ ein Massagesalon „erster Güte“ verbirgt. Dem Kripomann schwant Schlimmes, denn seine Ermittlungen haben genau ins Schwarze getroffen.

Kaplan, Freiherr, Heiratsvermittlungs-Agentur, Massagesalon – das Chaos ist perfekt, das große Spiel nimmt seinen Lauf. Mehr sollte an dieser Stelle über die wahnwitzige Story nicht verraten werden. Fakt ist aber, dass die heiratswilligen Kunden des Instituts nicht nur aus dem Herzen Aachens, sondern auch aus dem Umland kommen.

Schon bei den Proben hatten alle Akteure Probleme, um sich bei den „dramatisch komischen“ Szenen das Lachen zu verbeißen. Eines aber steht fest: Mit dem neuen Mundartstück „Heij litt jet ejjen Luet“ wird das Ensemble den Besuchern das Zwerchfell schonungslos „massieren.“

Tipp des Spielleiters: „Empfehlen Sie nach erfolgreicher Massage auch Ihren Verwandten, Bekannten und Freunden unsere Behandlung.“ Künftig braucht sich niemand mehr vor dem Theatereingang im Eurogress in eine Warteschlange einzureihen, denn alle Plätze sind mit dem Kauf einer Eintrittskarte ab sofort reserviert.

Weitere Aufführungen sind dort an den Samstagen 29. März und 5. April, jeweils 19.30 Uhr.

In der Stadthalle Alsdorf gastiert das Aachener Heimattheater darüber hinaus am Freitag und Samstag, 9. und 10. Mai, 20 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf im Media Store, Aachen, Großköln-straße 56, Telefon 0241-5101-725, sowie beim Zeitungsverlag Aachen, Dresdener Straße 3, und an der Euro-gresskasse.

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