CDU erteilt der Jenaplan-Schule jetzt eine klare Absage

Von: tv
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Herzogenrath. Unterschiedliche Aussagen, kaum vernetzte Kommunikation, kombiniert mit einer Mischung aus Sorge und Wut hat das Thema Schulentwicklung besonders in Kohlscheid zum heißen Eisen werden lassen.

Mit der Bürgerversammlung der CDU zum Entwurf des Schulentwicklungsplans ging die Debatte in eine neue Runde. Das Ziel der Christdemokraten: klare Aussagen zu den eigenen Vorstellungen, aber auch hören, was Eltern und Lehrer wollen. Vor allem Sorge und Unwille bezüglich der Schließung respektive Fusion der Kohlscheider Haupt- und Realschule brachten diese im „Haus Bindels” zum Ausdruck.

Unterschiedliche Begabungen der Kinder machten es zwingend, diese Schulformen zu erhalten. In einer Gesamtschule, so die Befürchtung einer Mutter, würden die Kinder übergangen, die von der Förderung in der Erich-Kästner-Hauptschule profitierten. Die gute Entwicklung und das hohe Niveau der Ausbildung dort müsse in der Öffentlichkeit besser kommuniziert werden.

Auch die Eltern von Realschülern, meinte ein Besucher, hätten sich ganz bewusst für diesen Schultyp entschieden. Die beiden Kohlscheider Schulen wollen sich nicht übergehen lassen. Es müsse deutlich werden: Entschieden ist nichts, die Kinder können bei Haupt- und Realschule angemeldet werden.

Mit der Anmeldung ihres Nachwuchses hätten es die Eltern in der Hand, die beiden Schulen nicht sterben zu lassen, sagte die schulpolitische Sprecherin der CDU, Renate Gülpen. Die CDU sei klar dafür, zwei Schulen am Standort zu erhalten. Gleiches gelte für die Kohlscheider Grundschulen.

Es habe in der Vergangenheit Pläne gegeben, die drei Grundschulen im größten Stadtteil durch eine einzige zu ersetzen. Dies sei aber am Willen der Eltern gescheitert, erklärte Fraktionschef Reimund Billmann. Deshalb werde er dafür eintreten, keine der Grundschulen dichtzumachen, solange dies vertretbar sei.

Auch das Thema Jenaplan-Schule kam auf. Hier teilte sich das Publikum in Befürworter und Gegner. Die Vertreter der Union postulierten per Flyer: „Wir sagen NEIN zur Jenaplan-Schule”. Weder Finanzierungssituation noch gesetzliche Grundlage sprächen laut Billmann derzeit für dieses Vorhaben. Anders sehe es mit einem Sekundarstufe-II-Angebot in Rodas Süden aus. Der Schulentwicklungsplan lege nahe, ein entsprechendes Angebot einzurichten, um die Abwanderung von Schülern nach Aachen und Broich zu stoppen.

Viele Wortmeldungen gingen ebenfalls in diese Richtung. In einer internationalen Schule in Kohlscheid sehen die Christdemokraten durchaus einen Mehrwert, sogar über den Ort hinaus. Dies müsse aber eine private Schule sein. Man suche nicht aktiv nach Investoren, verschließe sich aber nicht, wenn sich etwas ergebe.

Mit der Zusage, nach dem Willen der CDU brauche sich zurzeit niemand in Kohlscheid Sorgen über Zusammenlegung oder Schließung von Schulen zu machen, schloss Billmann den Abend. Die Einschränkung „zurzeit” erzeugte bei einigen Besuchern aber skeptische Blicke.

Massive Proteste aus Real- und Hauptschule

Massive Proteste gegen die Fusionsgedanken der SPD regen sich in Realschule und Hauptschule Kohlscheid.

Unter anderem werde am Elternsprechtag in der Realschule am 26. November darauf hingewiesen. Zudem sei hier eine Unterschriftenaktion „mit großem Erfolg” angelaufen.

Auch in einem Brief an SPD-Fraktionschef Gerhard Neitzke wehren sich die Eltern „gegen Experimente zu Lasten unserer Kinder”: „Statt zwei erfolgreiche Schulen zu Gunsten einer elitären Schule âplattÔ zu machen, sollten Sie vielmehr überlegen, wie Sie die Qualität der beiden Schulen verbessern können und wie Sie dies vor allem den Bürgern klar machen können.”

Die Eltern hätten sich bewusst für die Schulform entschieden, hier habe „jedes Kind genügend Zeit, seine Stärken und Schwächen zu entdecken, ohne dem enormen Leistungsdruck ausgesetzt zu sein”, wie er zurzeit etwa an den Gymnasien herrsche.

Die SPD wird unter anderem aufgefordert, das „sehr gute” Schulkonzept in den Vordergrund zu stellen und: „Kämpfen Sie für den Erhalt unserer Schule”.

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