CDU behält aus eigener Kraft in Baesweiler die Nase vorn

Von: Stefan Schaum
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Stark und stärker: Die SPD hat zugelegt, die CDU hat eingebüßt und bleibt dennoch klar die dominante Kraft. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. „Wir haben diesmal kein herausragendes Ergebnis geholt, aber ein sehr gutes.“ Einen Grund zu klagen sieht Bruno Mohr am Tag nach der Wahl nicht. Dass die CDU auf kommunaler Ebene in Baesweiler 7,89 Prozent eingebüßt hat, findet der Stadtverbandsvorsitzende zwar einerseits bedauerlich, andererseits steht mit 61,79 Prozent immer noch eine satte Ratsmehrheit auf der Haben-Seite.

„Man muss einfach anerkennen, dass die anderen Parteien einen guten, engagierten Wahlkampf gemacht haben.“

Eine Riesenparty habe man am Wahlabend „nicht gefeiert, aber in Depression sind wir ganz bestimmt auch nicht verfallen“, sagt Mohr. In den kommenden Tage soll in jedem Fall „gründlich analysiert werden“, woher der Stimmenverlust rühren könnte. Die falschen Themen waren es wohl nicht, sagt er schon jetzt. „Wir haben mit solider Finanzpolitik und Bürgernähe punkten können.“

Wäre mehr drin gewesen?

Bleibt die Frage, ob der Verzicht von Bürgermeister Dr. Willi Linkens auf eine Amtszeitverkürzung der CDU Stimmen gekostet hat? Wäre mehr für die Partei drin gewesen, wenn Linkens als Kandidat Seite an Seite mit der CDU ins Feld gezogen wäre? Diese Frage will Mohr lieber nicht beantworten. „Wir möchten nicht darüber spekulieren, ob es mit ihm besser gegangen wäre“, sagt er. „Wir mussten uns als Partei profilieren, und ich denke, dass uns das im Großen und Ganzen gelungen ist.“ Dazu ein Notiz am Rande: Drei Tage vor der Wahl hatte die CDU neue Plakate aufgestellt. Deren Slogan: „Die CDU und Willi Linkens – ein starkes Team“. Mohr findet daran nichts Ungewöhnliches. „Wir sind als CDU nun mal ein Team, zu dem auch Willi Linkens gehört. Das kann man doch ruhig zeigen.“

Alles auf Neustart

Die SPD sieht das anders: „Offenbar musste man in bewährter Manier auf Linkens zurückgreifen“, sagt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dr. Karl-Josef Strank. Ein „unfaires Spiel“ mit einem Bürgermeister, der im Wahlkampf zur Neutralität verpflichtet sei, findet er. Doch der Blick geht wieder nach vorn. „Wir sind insgesamt hochzufrieden“, sagt Strank. „Wir haben um die Hälfte an Sitzen zulegen können.“ 23,61 Prozent waren es am Ende, 7,57 mehr als bei der Kommunalwahl in 2009. „Das hat unsere Ausgangsposition deutlich verbessert.“ Ausgangsposition im Sinne von Neustart? So ähnlich verhält es sich wohl. Eine „konsequente Verjüngung der Kandidaten“ und die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund habe nämlich Früchte getragen. Mit der bisherigen Integrationsratsvorsitzenden Reyhan Akkas und Sadettin Özdemir gibt es künftig gleich zwei SPD-Ratsmitglieder, „die auch der gesellschaftlichen Realität in unserer Stadt Rechnung tragen“.

Wunden lecken heißt es hingegen bei der FDP und deren letztem verbliebenen Mann im Rat: Hans-Dieter Reiprich. Das Fraktionszimmer muss er in den nächsten Tagen räumen, nachdem die Liberalen bei der Wahl nur 2,93 Prozent holen konnten. „Wir haben ganz deutlich unter dem Bundestrend gelitten“, sagt er. Die geleistete Arbeit vor Ort sei „da wohl nicht ausreichend zur Kenntnis genommen worden“. Stabilität prägt das Abschneiden der Grünen, wie schon 2009 bei 7 Prozent lagen. Das sei „ein gutes Ergebnis“ sagt der bisherige Fraktionsvorsitzende Rolf Beckers mit Blick auf die Nachbarkommunen im Nordkreis, in denen die Grünen durch die Bank Stimmen verloren haben.

Gewonnen hat Die Linke, die beim ersten Antreten Fraktionsstärke erreichen konnte. „Ist super gelaufen. Vor allem, weil wir unsere Kandidatur erst in der letzten Minute hinbekommen hatten“, sagt Marika Jungblut, die sich als Spitzenkandidatin und künftige Ratsfrau jetzt erst einmal sortieren und auf die Arbeit vorbereiten will. Sie spricht das aus, was auch die anderen in der Opposition denken. „Die Mehrheit bleibt ja doch, wie sie ist. Jetzt müssen wir schauen, wie wir damit umgehen.“

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