Baesweiler - „Café Mama“ soll ein Selbstläufer werden

„Café Mama“ soll ein Selbstläufer werden

Von: Stefan Klassen
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Auch sie schieben das neuen Projekt „Café Mama“ im Haus Setterich an: Klaus Frenken (l.) und Wolfgang Schröder (3.v.r.) von den Baesweiler Lions sowie Initiatorin Marion Herrmann (r.). Foto: Stefan Klassen

Baesweiler. Duft von frischem Kaffee und leckeren Plätzchen liegt in der Luft, auf dem Boden wuseln jede Menge kleine Kinder. Stimmengewirr erfüllt den Raum in der neuen Begegnungsstätte Haus Setterich, die Mütter sind in angeregte Gespräche vertieft. Sie genießen die Zeit im gerade erst aus der Taufe gehobenen „Café Mama“. Es ist das neuste Projekt in der „Sozialen Stadt“ Setterich.

Chefin im „Café Mama“ ist Marion Herrmann. Sie hat viele Jahre lang im Sozialpsychiatrischen Dienst der Städteregion Aachen gearbeitet und sich im Stadtgebiet Baesweiler um junge Familien, alleinerziehende Frauen und deren Kinder gekümmert. Bis zum Ruhestand vor einem Jahr. „Und weil ich weiterhin etwas für die Menschen machen will, habe ich das ,Café Mama’ gegründet, sagt Marion Herrmann.

Jeden Dienstagmorgen treffen sich maximal zehn Frauen mit ihren Kindern zum Frühstück im Haus Setterich. Eine größere Zahl an Teilnehmerinnen, so sagt Marion Herrmann, macht wenig Sinn. Denn im Vordergrund des wöchentlichen Treffens stehen weniger frische Brötchen und herzhafter Aufschnitt als vielmehr die Gespräche. Allen – zumeist noch sehr jungen – Müttern mit ihren Kindern ist ihre problematische familiäre Situation gemein, weshalb der Bedarf an Beratung groß ist. „Im Haus Setterich ist dieses Müttercafé deshalb besonders gut aufgehoben“, betont Ute Fischer , die als Stadtteilmanagerin des DRK die Projekte rund um die Soziale Stadt seit mehreren Jahren koordiniert.

Denn die Begegnungsstätte etabliert sich mehr und mehr als Zentrum eines Netzwerks unterschiedlicher Hilfs- und Beratungsangebote: Ob Allgemeine Sozialberatung, Allgemeine Familienberatung, Trennungs- und Scheidungsberatung, Sprechstunden der Verbraucherzentrale oder Sozialpsychiatrische Beratung – für zahlreiche Fragestellungen ratsuchender Menschen gibt es viele kompetente Ansprechpartner. Das ‚Café Mama’ ist ein wichtiger Baustein in diesem Beratungsgebäude, bekräftigt die auf Honorarbasis tätige Marion Herrmann. „Diese fast ausnahmslos alleinerziehenden Mütter benötigen alle Unterstützung. Wir holen sie an der Basis ab.“

Damit das gerade gestartete Projekt richtig in Tritt kommt, ist auch finanzielle Unterstützung nötig – etwa für das Frühstück selbst. Der Lions Club Baesweiler etwa hilft dabei ebenso wie bei der Anschaffung von Kinderstühlen oder Spielzeug für die Kleinen. „Es liegt uns am Herzen, so etwas zu unterstützen“, verdeutlicht Wolfgang Schröder vom Lions Club. „Das ist ein konkretes, sinnvolles Projekt.“

Überflüssig machen

Und es ist ein Projekt, das sich ständig weiterentwickelt: Zum Dienstags-Frühstück (9 bis 11 Uhr) kommt ab sofort donnerstags von 15 bis 17 Uhr ein Spielenachmittag hinzu – mit ausgelassenem Vergnügen für den Nachwuchs und weiterer individueller Gesprächs- und Beratungsmöglichkeit für die Mamas. Und: Marion Herrmann will, dass ihre Tätigkeit als Koordinatorin des Müttercafés irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft überflüssig sein wird. Zielvorgabe: „Ich möchte die Initiative der Mütter anregen, damit sich die Gruppe verselbstständigt.“ Klar ist auch, dass die „Gäste“ im „Café Mama“ kontinuierlich wechseln werden, weil Teilnehmerinnen aus der Gruppe ausscheiden und neue nachrücken werden. Worauf es dabei ankommt, weiß Marion Herrmann nur zu genau: „Es muss ein Gruppengefühl entstehen, das das Projekt weiterträgt.“ Der Weg dorthin ist beschritten.

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