Burg Rode als Zeitfenster des Via-Belgica-Projekts

Von: bea
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Zeuge römischer Vergangenheit: Diese unvollendete Löwenskulptur, „Rodi“ getauft, wurde 1983 in den Nivelsteiner Sandwerken gefunden und gestiftet. Heute bewacht sie den Burggarten. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Die Euregionale 2008 war noch nicht alles: Über ein weiteres Meisterstück freut sich Bürgermeister Christoph von den Driesch – durch Gelder aus der Regionale 2010 (Region Köln/Bonn unter dem Motto „Brückenschläge“) eine zusätzliche Attraktion auf Burg Rode gefördert zu bekommen: eine Dauerausstellung im bisher teilweise als Abstellkammer für die Mülleimer genutzten Keller.

Das Thema: Herzogenrath als „Zeitfenster“ für die Via Belgica, die römische Heerstraße, die einst von Köln, die Nordgrenze Herzogenraths streifend über Heerlen, Maastricht, Tongeren bis Boulogne sur Mèr beziehungsweise Amiens führte.

Im frühen Mittelalter wurde die einst schnurgerade römische Trassenführung durch Herzogenrath umgeleitet, das im Schutz der vor 1104 errichteten Höhenfestung Burg Rode zu einer wehrhaften Siedlung herangewachsen war, die 1282 durch Rudolf von Habsburg mit Stadtrechten ausgestattet wurde. Die trotz des Fundes einer „villa rustica“ im heutigen Gewerbegebiet Nordstern nur indirekten Bezüge der Stadt zu den Römern hat der Bürgermeister in der Schrift „Erlebnisraum Römerstraße Via Belgica“ des Landschaftsverbands Rheinland dargelegt.

Die beiden in Backstein gemauerten Gewölbe der Burg werden für die neue kostenfreie Ausstellung mittels Durchbruch verbunden. Erreichbar durch die Außentür unterhalb des Hauptportals wird dort sowie im Turmraum in beleuchteten Schaukästen und mittels einer mit einer Lederbank versehenen Hörstation Wissenswertes über die Vergangenheit der Gegend im Kontext des historischen Dreiecks Burg – Kloster Rolduc – Baalsbrugger Mühle sowie die Geschichte der einstigen Zollburg im speziellen vermittelt.

Im Eingangsbereich findet der Besucher einen Übersichtsplan über das Via-Projekt und seine teilnehmenden Orte. Da im Turmraum die frühere Kerkerfunktion noch erkennbar ist, wird er den als Bockreiter bekannten Räuberbanden sowie ihren Prozessen gewidmet sein. Passend dazu: eine Schau der Folterinstrumente... 182.000 Euro soll die Umsetzung des Konzepts kosten, zu 80 Prozent gefördert durch die Regionale 2010.

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