Bundesstraße 57n: Endspurt für die neue Ortsumgehung läuft

Von: Stefan Klassen
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Noch unvollendet: Die Brücke der K 27 bei Gut Blaustein am Carl-Alexander-Park ist fertig, die unter ihr her führende Trasse der Bundesstraße 57n keineswegs. Rechts geht es künftig Richtung Alsdorf zur L 240n, links zur L 225 und B56 (Geilenkirchen-Immendorf). Foto: Stefan Klassen

Baesweiler. Man mag es kaum glauben, doch Arnd Meyer ist sich sicher: „Ende 2013 sind wir fertig.“ Seit nunmehr fünf Jahren leitet er das aktuell größte Straßenbauprojekt im Nordkreis, den Bau der Bundesstraße 57n. „Was jetzt noch kommt“, so sagt er, „ist kein großer Akt mehr.“

Doch wer in den Getreide-, Rüben- und Maisfeldern sowie im Naturschutzgebiet zwischen dem Baesweiler Carl-Alexander-Park und der Landstraße 240n unterwegs ist, findet dort derzeit verstreut gerade einmal zwei Brückenbauwerke. Ansonsten deutet nicht viel darauf hin, dass durch die Kultur- und Naturlandschaft ab Jahresende täglich mehrere Tausend Autos rollen sollen.

Riesige Mengen Erdreich wollen noch bewegt, die Fahrbahnschichten hergerichtet und Böschungen angelegt werden. Experte Arnd Meyer, der das Vorhaben für die ausführende Landesbehörde Straßen NRW, Regionalniederlassung Ville-Eifel, koordiniert, beschwichtigt: „Das ist nicht mehr so dramatisch.“ Ende 2013, so sähen es die Verträge vor, sei Bauzeit-Ende. Gerade erst ist der Auftrag für den Bau der Trasse sowie eine weitere Brücke, die im Naturgebiet Tieren das Unterqueren der neuen Fahrbahn ermöglichen soll, vergeben worden.

Einen weiteren großen Auftrag, der einst Bestandteil der B 57n-Planung war, konnte Straßen NRW indes in der Schublade lassen: Auf öffentliches Nachfragen und entsprechenden Druck hin hatten die Planer Abstand davon genommen, die Anbindung der neuen Ortsumgehung Setterichs und Baesweilers an die L 240n mittels eines großangelegten Brückenbauwerks vorzunehmen. Dieses hätte die Kosten des Gesamtprojekts auf fast 20 Millionen Euro in die Höhe getrieben.

Ursprünglich waren – mit einer Kreisel-Anbindung an die L 240n – 9,5 Millionen Euro veranschlagt worden. Doch nach Umplanung und wiederum erfolgter Umplanung 2012 wird es nun wieder ein Kreisel am südlichen Ende der B 57n sein. Und die Kosten werden sich in der Gesamtabrechnung laut Meyer wohl bei 18 Millionen Euro einpendeln. Diese Kostenexplosion ist laut Bundesverkehrsministerium der „Baupreisentwicklung und Änderung in der logistischen Abwicklung der Bauarbeiten“ geschuldet.

Was Autofahrer und Steuerzahler für das Geld bekommen, muss sich erst noch zeigen. Wer auf dem seit knapp zwei Jahren fertiggestellten ersten Teilstück der neuen Bundesstraße von der B 56 bei Immendorf bis zur L 225 unterwegs ist, darf sich nämlich derzeit in fast verkehrsfreiem Raum bewegen: kaum etwas los.

Rolf Beckers, Chef der Baesweiler Grünen, der das Projekt stets kritisch begleitet hat, sieht sich in seinen Befürchtungen bestätigt: „Wir haben immer gesagt, dass die B 57n eine Fehlplanung ist. Die Straßenführung ist zu weit vom Ort abgesetzt.“

Anbinden und entlasten

Auf jeden Fall macht es derzeit für nur wenige Verkehrsteilnehmer Sinn, die Ortsumgehung Setterichs zu nutzen. Noch. Denn wenn das zweite Teilstück, an dem Arnd Meyer und seine Kollegen derzeit werkeln, fertig ist, entfallen der sprit- und zeitverzehrende Schwenk zurück nach Setterich zur alten B 57 sowie die Fahrt durch Baesweiler. Besonders interessant, so hoffen die Verkehrsplaner, dürfte die neue Route dann für den Fern- und Schwerlastverkehr sein.

Das prosperierende Baesweiler Gewerbegebiet wird deutlich besser angebunden sein, während es entlang der althergebrachten Ortsdurchfahrten in Setterich und Baesweiler für die Anwohner ruhiger zugehen sollte. „Die Trasse, die nun gebaut wird, ist das wichtigste Stück des Projekts“, betont Bürgermeister Dr. Willi Linkens.

Er setzt darauf, dass sich die Autofahrer sukzessive an die neue Streckenführung gewöhnen werden. „Es dauert, bis so etwas ins Bewusstsein kommt“, sagt er auch mit Blick auf den derzeit so schwach frequentierten ersten Abschnitt.

Rolf Beckers befürchtet unterdessen, dass sich langfristig jedenfalls für Setterich nichts an der Verkehrsbelastung ändern wird. „Wäre es nach uns gegangen, hätte man erst die L 50n von Setterich Richtung Siersdorf gebaut und dann geschaut, wie sich die Verkehrsströme einstellen.“

Deren Bau ist weiter fraglich.

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