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Bündnis engagiert sich für Familienzeitpolitik

Von: Elisa Zander
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„Total schwierig”: Die Situa
„Total schwierig”: Die Organisation des Familienalltags ist gerade für Mütter häufig stressig. Foto: E. Zander

Herzogenrath. Die junge Mutter weiß sofort, was sie auf die Stellwand schreiben will: „Mehr Fahrgemeinschaften” wünscht sie sich, um damit Zeit und Geld zu sparen. Plattformen im Internet, die solche Angebote bündeln, gibt es viele, genutzt werden sie hingegen selten.

„Den Leuten fehlt die Anleitung”, hat Birgit Kuballa, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herzogenrath und Koordinatorin des Lokalen Bündnisses für Familie, festgestellt. „Die Menschen müssen miteinander in Kontakt gebracht werden, ein kleiner Anstoß reicht meistens aus. Dann entwickelt sich alles von alleine.”

Mobilität tut Not

Mobilität ist ein großes Thema an diesem Tag, an dem das Lokale Bündnis im Rahmen des bundesweiten Aktionstages unter dem Motto „Familien und Beruf - Wir bauen Zeitbrücken” auf dem Ferdinand-Schmetz-Platz präsent ist.

Große Würfel, auf denen Marketing-Strategien und Kinder-Aussagen stehen, ziehen die Aufmerksamkeit der Passanten an. Vier Frauen - neben Birgit Kuballa sind Monika Jentzen-Stellmach vom Caritasverband Aachen Stadt/Land und der Familienservicestelle „Moliri”, Maren Blaszkiewicz vom Familienzentrum Pannesheide, sowie Grünen-Ratsverordnete Marga Flaßwinkel dabei - sprechen die Marktbesucher direkt an und kommen mit ihnen ins Gespräch.

Pünktliche öffentliche Verkehrsmittel fehlen dem einen, flexible Arbeitszeiten dem anderen. „Diese Informationen sind genau das, was wir brauchen”, bekräftigt Monika Jentzen-Stellmach. Denn nur damit könne man konkret vor Ort arbeiten. Abstrakte Vorgaben vom Bund, damit könnten sich die Menschen häufig nicht identifizieren. Und so schreiben die Menschen auf, wo sie der Schuh drückt.

Häufig genannt wird der Wunsch nach mehr Zeit für die Familie. „Vor allem Mütter haben den Taxi-Status”, erklärt Birgit Kuballa und zählt auf: „Erst werden die Kinder in die Kita gebracht, dann die Geschwister in die Schule. Anschließend zur Arbeit, danach einkaufen. Auf dem Rückweg die Kinder abholen, später zum Sport oder Musik-Unterricht bringen ...”

Ein fiktives Beispiel, das so oder ähnlich aber nahezu in jeder Familie vorkommt. Die Eltern von der steten Fahrerei zu entlasten, wäre durch Fahrgemeinschaften möglich. Doch die brauchen, wie beschrieben, eine Anleitung. „Eltern wollen auch keinem Fremden einfach ihr Kind anvertrauen”, versteht Monika Jentzen-Stellmach die Sorge.

Kurzes Kennenlernen reicht

Ein kurzes Kennenlernen habe aber oft schon genügt, kann sie aus Erfahrung berichten. Weiter müssten Kinder früher verselbstständigt werden, sind sich die beiden Frauen einig. Dass dazu Kindergarten- und Schulwege sicherer gemacht und Absprachen unter den Eltern getroffen werden müssten, sei dabei selbstverständlich.

Die von einigen Eltern gewünschten längeren Öffnungszeiten von Kindertagesstätten kann Birgit Kuballa nachvollziehen. „Es muss aber ein konkreter Bedarf da sein”, betont sie. Ein Gespräch in der jeweiligen Tagesstätte könnte den Ausschlag geben.

Monika Jentzen-Stellmach wirft ein, dass man nicht nur in Richtung Institutionen gucken müsse, sondern auch darauf, was Leute im Umkreis und Ehrenamtliche machen könnten. „Wir haben viele Familienpaten und generell Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen”, erzählt sie weiter. Hier mangele es lediglich an der Kommunikation und der bereits zitierten Vermittlung.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat just in Berlin, festgestellt: Um die Vielfalt an Tätigkeiten und Verpflichtungen in Einklang zu bringen, „brauchen wir eine wirkungsvolle kommunale Familienzeitpolitik”. An dieser will das Lokale Bündnis für Familie Herzogenrath nun intensiv arbeiten.

„Das funktioniert aber nur, wenn die Familien das Familienleben auch leben wollen”, betont Birgit Kuballa. Das bedeutet: nicht einfach nur ein Zeitfenster, sondern qualitative Zeit schaffen, die für die zwischenmenschliche Beziehung der einzelnen Familienmitglieder untereinander genutzt wird und nicht mit noch weiteren Aktivitäten gefüllt wird. Das ist erklärtes Ziel der Bündnispartner.

Weitere Infos und Kontakt

Weitere Informationen zum Lokalen Bündnis für Familie in Herzogenrath hält Birgit Kuballa unter Telefon 02406/83139 bereit. Die Gleichstellungsbeauftragte und Bündniskoordinatorin ist zudem unter Birgit.M.Kuballa@herzogenrath.de zu erreichen.

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