Würselen - Bücherei kämpft mit dramatischem Rückgang der Nutzerzahlen

Bücherei kämpft mit dramatischem Rückgang der Nutzerzahlen

Von: ehg
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Würselen. Die Alarmglocken läuteten im Kulturausschuss, als der Jahresbericht 2009 zur Diskussion gestellt wurde. Ist die Zahl der Medienentleihungen doch von 96.397 in 2008 auf 89.193 zurückgegangen.

Die Zahl der aktiven Leiher sank von 2498 auf 2144. 2007 waren sogar 2619 gezählt worden. Der Medienetat schrumpfte von 21.800 Euro in 2008 auf 10.000 Euro in 2009. Und die Gebühreneinnahmen gingen von 20.000 Euro auf 14.500 Euro zurück.

Angesichts dieser dramatischen Entwicklung dürfe keine Zeit mehr verloren werden, mahnte Vorsitzender Hans-Josef Bülles. „Dass es noch so gelaufen ist, wie es gelaufen ist, verdanken wir dem Einsatz der Mitarbeiterinnen.”

Es obsiegte im Ausschuss die Einsicht, dass sich die Stadtbücherei nach dem Ausscheiden der langjährigen Bibliothekarin Angela Ortmanns-Dohrmann am 31. Dezember 2008 in einer Phase des Umbruchs befinde.


Ursache: Wegfall Leiterstelle

Bedingt durch den Wegfall der Leiterstelle mussten viele Aufgaben neu verteilt werden oder fielen komplett weg. So konnte erstmals seit Jahren aufgrund des personellen Einschnitts der Vorlesewettbewerb für die Stadt nicht organisiert werden.

Es entfielen auch Veranstaltungen oder Praktika. Das Projekt „Bildungspartnerschaft Bibliothek und Schule”, das besonders mit dem Städtischen Gymnasium betrieben wurde, droht einzuschlafen.

Fördermittel für einzelne Projekte konnten nicht mehr in Anspruch genommen werden. Sie werden nur gewährt, wenn eine bibliothekarische Leitung vorhanden sei, hieß es im Rechenschaftsbericht. Aufgrund der neuen personellen Situation taten sich weitere Probleme auf.

So musste im Februar 2009 erstmalig die Vormittags-Öffnung gestrichen werden. Seit 30. Juni 2009 kann die Stadtbücherei nur noch Nachmittags- und Samstagsöffnung anbieten. Dieser Umstand lasse sich nur durch eine ergänzende Personalmaßnahme beheben, gab die Verwaltung zu bedenken.

Mindestens zwei Vormittage

Denn der Wunsch vieler Benutzer bestehe darin, die Bücherei zumindest an zwei Tagen vormittags wieder zu öffnen. Mit der Vormittagsschließung tat sich die Möglichkeit auf, wieder Klassenführungen in vereinfachter Form anzubieten, was von den Schulen genutzt werde.

Schließlich seien auch die Etatkürzungen für die Neuanschaffung von Medien für den Qualitätsverlust mitverantwortlich. Bei weiteren Etatkürzungen - so der Bericht - sei damit zu rechnen, „dass unser Angebot der Nachfrage überhaupt nicht mehr gerecht werden kann”.

Dies führe zu einem Rückgang der Entleihungen und so zu einem langsamen Niedergang einer wichtigen Bildungs- und Freizeiteinrichtung in der Stadt. Fazit: „Durch die Nicht-Wiederbesetzung der Leiterstelle ist ein fachliches und personelles Vakuum entstanden, das sich durch das vorhandene Personal nicht auffangen lässt.”

Dass von der CDU-Fraktion nach den Sommerferien ein entsprechender Antrag gestellt werde, um den Engpass zu beheben, versicherte Ausschussvorsitzender Bülles.
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