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Broicher Bach wird naturnah modelliert

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Erdarbeiten im Gange: Derzeit wird im Alsdorfer Tierpark ein leergelaufener Filterteich, durch den der Broicher Bach fließt, neu modelliert. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Wer (noch) in Alsdorf auf der Bundesstraße 57 am Ortsausgang Richtung Würselen oder dort in die andere Richtung unterwegs ist, kann derzeit Arbeiter auf einer Wiese und am äußersten Rand des eingezäunten Tierparks im Einsatz erkennen.

Vornehmlich Erde wird bewegt. Wer als Fußgänger Halt macht oder als Radler absteigt und eine Zeit verweilt, wird erkennen, dass von der Wiese, die übrigens im Besitz der Städteregion Aachen ist, Erde aufgenommen und in den Tierpark geschafft wird. Boden wird dort angehäuft und modelliert. Was steckt dahinter? Erfried Lorenz, Gebietsingenieur des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER), informierte jetzt den Ausschuss für Stadtentwicklung.

Wie bereits berichtet („Der Teich, die Pumpe und die toten Fische“, Beitrag in unserer Ausgabe vom 27. September), lässt dort der WVER auf Bitte der Unteren Wasserbehörde der Städteregion Aachen einen leider unbeabsichtigt leer gelaufenen Teich neu, aber kleiner anlegen. Der das Gewässer passierende Broicher Bach soll später in einem weiteren Schritt ein naturnäheres Bett erhalten. Der Restteich auf dem Gelände des Tierparks soll wieder seine Funktion als Filter aufnehmen.

Die Stadt Alsdorf ist Eigentümer des Teichs, Pächter ein Anglerverein inklusive Heim. Die jetzt laufenden Arbeiten sind vorgezogener Teil einer viel größer angelegten Maßnahme, um gemäß einer EU-Verordnung zur Verbesserung der Gewässerqualität den Durchfluss des Broicher Bachs neu zu gestalten, auf dass Fische und andere Kleinstlebewesen im Wasser diese Passage – dazu gehört ein Engpass, der unter der Bundesstraße hindurchführt – besser bewältigen zu können, wie Lorenz darlegte.

Die große Lösung dürfte noch eine Weile auf sich warten lassen, wie Lorenz deutlich machte. Die Rede ist von ein bis zwei Jahren. Zum einen muss erst einmal das Planungsverfahren abgeschlossen und das Projekt genehmigt werden. Dann gilt es, Zuschüsse in Höhe von bis zu 80 Prozent zu beantragen – und zu erhalten.

Zwei Varianten sind derzeit beim WVER im Abwägungsprozess. Grundsätzlich geht es darum, dem Broicher Bach im unmittelbaren Umfeld der B 57 einen begrenzten Freiraum zu eröffnen, damit dieser sich etwas ausbreiten kann. „Das kann natürlich nicht zur Folge haben, dass die Bundesstraße überflutet wird“, sagte Lorenz. Dieser Freiraum kann nach seiner Darstellung nur die noch zu gestaltenden Uferbereiche betreffen.

Bei dieser Gelegenheit wird ein „Wanderhindernis“ für Fisch und Co. in Höhe von bisher 80 Zentimeter (ein „Bruch“ im Gelände) egalisiert. Eine besondere Herausforderung ist der durch die Fußgängerunterführung definierte Engpass unter der Bundesstraße. In diesem Umfeld fließt der Schlei- in den Broicher Bach, wie der Vertreter des WVER sagte.

Der WVER neigt laut Lorenz zu der Variante, die bei der Gestaltung des Bachverlaufs im Bereich des Tierparks den Baumbewuchs weitgehend schont und die „Insellage“ des Anglerheims berücksichtigt. Das Flüsschen soll in einem U-förmigen Kanal unter der Fußgängerunterführung durchgeleitet werden – zur Hälfte abgedeckt mit Rosten, um Fischen und anderen Lebewesen bei Licht die Passage schmackhaft zu machen, zur anderen Hälfte durchgehend abgedeckt, um passierenden Fußgängern (selbst mit Stöckelschuhen), Rollstuhlfahrern und Radlern keine Schwierigkeiten zu bereiten.

Klar ist, dass während der in einiger Zeit stattfindenden Bauarbeiten die Fußgängerunterführung zeitweise gesperrt werden muss. Lorenz sagte: „Da werden wir gemeinsam mit dem Ordnungsamt eine Lösung finden“ – um Fußgänger und Radler gefahrlos die B 57 passieren zu lassen.

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