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Blinkende und bemalte Stühle sind richtig schön

Von: phb
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Stolz auf seinen FC-Bayern-Stuhl: Kevin Otto ist ein echter Fußballfan, so wie viele andere Jungs in seinem Alter auch. Foto: Philipp Baumanns

Alsdorf. „Wenn man im Alltag auf Menschen mit Behinderungen trifft, ruft das häufig ein schlechtes Gewissen oder Mitleid in uns hervor”, erklärte Hannes Peters, Diözesanbeauftragter für Pastoral mit Menschen mit Behinderung des Bistums Aachen, als er in der Alsdorfer Sparkasse eine Ausstellung von künstlerisch gestalteten Stühlen eröffnete.

Unter dem Motto „Stuhl frei. Nehmen Sie bitte Platz” hatten in den vergangenen Monaten im gesamten Raum Aachen fast 350 Menschen mit teils schwersten Behinderungen - häufig selbstständig, teils auch in gemeinschaftlicher Arbeit - über 270 Stühle nach ihren eigenen Ideen und persönlichen Vorlieben umgestaltet.

Dabei kamen die Teilnehmer aus Einrichtungen der Region, wie etwa Schüler der Roda-Schule in Herzogenrath, Bewohner des Anna-Roles-Hauses in Alsdorf oder der Wohneinrichtung des Vinzenz-Heims in Aachen.

Sie alle haben, auch mit ein wenig Unterstützung von Betreuen und anderen Helfern, Kunstwerke geschaffen, die sich sehen lassen können. Einige der im Rahmen dieses Projekts gestalteten Werke, werden nun über die nächsten Wochen in der Sparkasse in Alsdorf ausgestellt.

Und von diesen Stühlen geht ein klare Botschaft aus: Menschen mit Behinderung sind begabt, kreativ und fordern ihren eigenen, unverwechselbaren Platz in der Gesellschaft. Auch wenn die vielen Künstler diesen Platz sehr unterschiedlich gestalteten, wurde dennoch eines deutlich, wie Hannes Peters erklärte: „Auch Menschen mit Behinderung leisten ihren Beitrag in der Gesellschaft und haben einen Anspruch auf einen Platz - genau so, wie jeder andere auch. Somit sind die Stühle auch ein Anstoß zum aufeinander zugehen.” Auf die Kunstwerke sind alle Teilnehmer zu Recht äußerst stolz. Schließlich haben sie ja nicht nur etwas geleistet, sondern auch viele kleine Details von sich preisgegeben.

Neben ihren Lieblingsorten, wie etwa dem Friseursalon, der Kirche oder Plätzen am Meer, ist vor allem der Fußball ein wichtiges Thema: Neben einem Alemannia-Aachen-Stuhl gibt es auch einen FC-Bayern-Stuhl. Den hat der 16-jährige Kevin Otto an der Roda-Schule gestaltet und dabei seine ganz persönlichen Interessen und Vorlieben mit in die Gestaltung seines Kunstwerks einbezogen. Der steht nun, neben den vielen anderen bunten, blinkenden, bemalten und beklebten Stühlen in der Sparkasse am Saint-Brieuc-Platz. Bis zum 13. Februar sind die Exponate zu sehen. Auch wenn es bereits viele Kaufanfragen gegeben hat, stehen die Stühle leider nicht zum Verkauf. Sie werden nach der Ausstellung - so wie versprochen - an die stolzen Künstler zurückgegeben.
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