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„Blind Date“: Jazzig, funkig, witzig und auch rockig

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
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Gerade erst aus den USA zurückgereist, standen sie am Freitag schon auf der Bühne der Burg Wilhelmstein: Die Beatles-Coverband „Ringo“. Foto: Laura Beemelmanns
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An der Hammond-Orgel Simon Ostlener, am Schlagzeug Jerome Cardinaals und an der Gitarre Bruno Müller Foto: Laura Beemelmanns
Hennes Bender
Klein und laut: Hennes Bender begeisterte auf Burg Wilhelmstein mit seinem irrwitzigen Programm. Foto: Laura Beemelmanns

Würselen. Abwechslungsreicher hätte der zwar nicht meteorologische, aber doch irgendwie offizielle Start in den Sommer kaum sein können. Er war jazzig, funkig, witzig und auch rockig. Und er hat Tradition. Rund 1000 Zuschauer haben sich am vergangenen Freitag zum von unserer Zeitung veranstalteten „Blind Date“ auf Burg Wilhelmstein verabredet.

Zum einen, um die Saison auf der Burg zu eröffnen und zum anderen, um etwas Gutes zu tun. Denn der Reinerlös der Veranstaltung kommt der Hilfsaktion unserer Zeitung „Menschen helfen Menschen“ zugute.

Das „Blind Date“ heißt deshalb so, weil kein Zuschauer vorher weiß, wer auf die Bühne tritt. Und diesmal kam zur allgemeinen Unwissenheit im Publikum auch noch eine Premiere hinzu, wie Moderator Robert Esser ankündigte. „Diesmal weichen wir vom Konzept ab“, sagte er und erntete neugieriges Gemurmel von den gefüllten Rängen der Burg. Dieses Mal würden nicht nur Newcomer auf der Bühne stehen, sondern auch ein schon bekanntes Gesicht. „Mit diesem Programm gehen wir auf Tournee“, sagte der 2. Vorsitzende des Vereins „Menschen helfen Menschen“ und stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung, Erich Behrendt, mit einem Lächeln auf den Lippen. „Seit gut 30 Jahren gibt es den Verein und seither wurden rund 10 Millionen Euro an Spendengeldern eingenommen“, sagte er, und: „Jeder Cent kommt bei den Menschen an.“

Eröffnet wurde das „Blind Date von „Twogether“, zwei jungen Musikern aus Aachen und Maastricht. Der 16-jährige Simon Ostlender und sein 18-jähriger Kollege Jerome Cardinaals sind Virtuosen an ihren Instrumenten – auch schon in ihrem jungen Alter. Cardinaals sei laut Esser der „Typ bekloppter Drummer“ und Ostlender sein wahnsinniges Pendant an der Hammond-Orgel, einem Instrument der 30er Jahre, das häufig seinen Platz in Kirchen fand. Ostlender spielt es, als hätte er niemals etwas anderes getan. Begleitet wurden die beiden von Bruno Müller. Der Gitarrist steht häufig auch mit dem aus der Castingshow „X-Factor“ bekannten Trompeter Till Brönner auf der Bühne. Am Freitag unterstützte er die beiden Newcomer. Sie stellten ihr neues Album „50/50“ mit Stücken wie „Weekend“, „L.A.“ und „Orange“ vor. Wie vom Moderator angekündigt würden die Zuschauer sich „nicht festhalten, sondern ausrasten“ und genau das trat ein. Denn die drei Musiker boten nicht nur erstklassige Musik, sondern auch Show: Sie warfen sich Blicke zu, spielten mit dem Publikum, boten irre Soli und rissen gleich nach wenigen Sekunden die ersten Zuschauer von ihren Sitzen.

Ihnen folgte ein kleiner Mann, genauer gesagt ein klein und lauter Mann: Comedian Hennes Bender. Er sei noch nie auf Burg Wilhelmstein gewesen und habe auch noch nie etwas von Würselen gehört. Denn gleich zu Beginn seines neuen Programms „Kleinlaut“ versuchte er, den Ortsnamen zu einem Verb umzuformen. „Würselen, das ist ein Begriff für unbestimmtes Suchen“, sagte er. „Wenn meine Frau fragt, was ich mache, wenn ich herumkrame oder bastle, dann antworte ich: ,Schatz, ich bin am würselen’“. So viele Gedanken haben sich die Würselener vermutlich noch nie um ihren Namen gemacht, gut angekommen ist es trotzdem. Bei Namen und Worten blieb Bender auch. Er philosophierte über die Bedeutung von „aushäusig“, „Bettschwere“ und Aussagen bekannter Politiker. So zog sich auch Peer Steinbrücks „wohl aussagekräftigstes Zitat: hätte, hätte, Fahrradkette“, durch Benders Programm. Bender kann nicht nur Comedy, auch singen kann er – zumindest versuchte er sich an einem Verschnitt der Band Unheilig. Bender imitierte den Graf und seinen „Beerdigungspop“ mit einem Stück voller Floskeln und der typischen Gestik des Grafen. Bevor Bender die Bühne verließ, stieg er die Ränge hinauf, sang zu „Dreams are my reality“ und verschwand hinter dem schwarzen Bühnenvorhang.

Er machte Platz für „Ringo“ – eine Coverband der Beatles. Vor wenigen Tagen noch tourten sie durch die USA, am Freitag standen sie auf der Bühne der Burg Wilhelmstein. Mit Klassikern aus längst vergangenen Tagen zogen sie das Publikum in ihren Bann. „Hey Jude“ sollte der letzte Song dieses Abends sein und war perfekt ausgewählt. Es hielt kaum noch einen Zuschauer auf dem Platz. Man schunkelte, tanzte, sang lauthals mit. Wirklich wahr, abwechslungsreicher hätte der Start in den Sommer nicht sein können.

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