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Bildungsinitiative in Würselen gestartet

Von: ehg
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Der Bedarf an Nachhilfe wächst: Damit auch Kinder aus finanzschwachen Familien gefördert werden können, setzen Würselener Hilfsvereine auf eine Foto: ddp

Würselen. Mit der gemeinsam gestarteten Bildungsinitiative machen „Wir in Würselen”, die Würselener Tafel und der Verein zur Förderung der Jugendhilfe konkret, wie sehr Bildung Not tut, wenn der Kreislauf der Armut durchbrochen werden soll.

43 meist ausländische Kinder aus 26 Familien meldeten sich nach einem Aufruf in der Tafel und bekundeten Interesse an den außerschulischen Angeboten, die unterbreitet worden waren. Jürgen Hohlfeld, der Vorsitzende der Tafel, stellte fest: „Der Bedarf ist da!”

Die Nachfrage ist größer als das Angebot

20 Kinder hatten sich für Nachhilfe gemeldet. Olaf Andersen, der ehemalige Leiter des Städtischen Gymnasiums, der mit der Ex-Schülerin und heutigen Studentin Annika Fohn die Nachhilfe organisiert, bestellte die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern zu einem Gespräch ein. 15 von ihnen erschienen.

„Ich war positiv angetan von dem Eindruck, den die Kinder und deren Eltern hinterließen”, führt Andersen aus. Da die Nachhilfe zunächst nur für sieben Kinder organisiert werden kann, musste eine Auswahl getroffen werden. „Zwei fielen raus, weil sie zu gut waren”, erklärte Andersen. Einem Kind konnte durch Nachhilfe nicht weiter geholfen werden. Es wurde in eine andere Maßnahme weiter vermittelt.

Auf die Warteliste gesetzt wurden auch alle Grundschulkinder, so dass nur noch Schüler der neunten und zehnten Klassen übrig blieben. Sie werden vom an der Kaiserstraße ansässigen Studienkreis Nachhilfe erhalten. Dazu Eva Brendel und Gabriele Körfer: „Hausaufgaben sind bei uns nur Mittel zum Zweck. Bei uns werden Defizite aufgearbeitet.” Die Nachhilfe erfolgt zweimal in der Woche je 90 Minuten.

Kosten: 700 Euro pro Platz und Jahr

Zwei Plätze stellte der Studienkreis kostenlos zur Verfügung. Für die restlichen fünf belaufen sich die Kosten, die von der Initiative vorerst für ein halbes Jahr übernommen werden können, auf rund 700 Euro. Dabei gewährte der Studienkreis ihr auch noch einen Sonderrabatt. „Wir in Würselen” übernimmt - so dessen Vorsitzender Dr. Bernd Wenn - ebenfalls die Kosten für zwei Schüler, drei werden von der Tafel finanziert. Die Eltern werden zu einem Eigenanteil bei einem Kind von 15 Euro und bei zwei Kindern von 20 Euro pro Monat herangezogen.

Andersen: „Dazu waren sie gerne bereit.” Auf dem Konto der Initiative gingen, wie Jürgen Hohlfeld darlegt, bisher 3000 Euro ein. 500 von einem ortsansässigen Geldinstitut, 1500 von einem Discounter an der Salmanusstraße, 400 Euro als Erlös aus einem Straßenfest in Bardenberg und 600 als Erlös aus dem Weihnachtsbasar der Tafel.

Über die Nachhilfe hinaus machte die Initiative auch Freizeitangebote, die die Persönlichkeit der Kinder fördern. Elf bekundeten ihr Interesse an sportlicher Betätigung in einem Verein. Die Beiträge und die Erstausstattung werden - so Vorsitzender Hans Brings - vom Verein zur Förderung der Jugendhilfe übernommen. Schwimmen lernen wollen 21 Kinder. Wie der Unterricht organisiert werden soll, muss noch mit dem Aquana beziehungsweise mit den Vereinen, die in Frage kommen, abgeklärt werden.

Zehn Kinder werden ein Semester lang einen Kurs in der Jugendkunst und -musikschule im Alten Rathaus besuchen können. Dazu hat deren Leiterin Sigrid Kerinnis die Zusage gegeben. Für Ferienmaßnahmen gab es bisher nur drei Meldungen. Dass auch hier ein größerer Bedarf vorhanden ist, dessen ist sich die Initiative bewusst.

Spenden sind nötig

Die Fördermaßnahmen sollen keineswegs befristet sein. Wichtig ist den Initiatoren bei allen Angeboten die Nachhaltigkeit. Um die verschiedenen auf den Weg gebrachten Aktionen fortführen zu können, ist die Initiative auf weitere finanzielle Unterstützung angewiesen. Eingezahlt werden können Spenden bei der VR Bank Würselen auf das Konto 118 115 015, BLZ 391 629 80, und bei der Sparkasse Aachen, auf das Konto 107 063 3407, BLZ 390 500 00, unter dem Stichwort „Bildungsinitiative”.
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