Besondere Einblicke im Missionshaus

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
8530787.jpg
Stille Andacht auf dem Friedhof der Ordensleute: Auch diesen Teil des Missionshauses nahm der Arbeitskreis um Hubert Wickerath (r.) beim Besuch in Augenschein. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Anlässlich des „Tages des offenen Denkmals“ war der Geschichtskreis St. Sebastian in einer erweiterten Runde an einem besonders geschichtsträchtigen Ort zu Gast: Im Missionshaus in Broich genoss er die Gastfreundschaft der Spiritaner, die dort im Jahre 1905 ansässig wurden.

Herzlich begrüßte Pater Konrad Breidenbach, der in Broich von 1955 bis 1960 die Schulbank gedrückt und die jüngere Geschichte des Hauses hautnah selbst miterlebt hatte, zu Füßen des vor zwei Jahren restaurierten Turmes der einstigen Pfarrkirche St. Nikolaus Broich auf dem „aktuellen“ Friedhof den Besuch. Auf ihm haben viele bekannte Patres und Fratres ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Hochkreuz von 1860

Der Besuch hatte seinen Grund: Arbeitet der erweiterte Geschichtskreis St. Sebastian doch seit geraumer Zeit an dem Projekt „Vom Kirchhof zur Stele“. Als Gäste begrüßte der Sprecher des Arbeitskreises, Hubert Wickerath, von der Serbisch-Orthodoxen Kirche den Priester David Slavenko sowie vom Türkischen-Islamischen Kulturverein für den verhinderten Imam den zweiten Vorsitzenden Orün Ocük und den Jugendvorsitzenden Hasan Gidici.

Wie Pater Breidenbach darlegte, war um die Pfarrkirche herum bis Anfang des 20. Jahrhunderts der Friedhof angelegt. Das Hochkreuz von 1860, dessen Fundamente noch sichtbar sind, ziert heute den Friedhof in Linden-Neusen, wie St. Lucia Weiden eine Tochterpfarre der einstigen Broicher Gemeinde. Einen Blick warfen die geschichtlich interessierten Gäste auch in die Kapelle, in der sonntags um 8.30 Uhr ein deutscher und um 10.30 Uhr ein afrikanischer Gottesdienst in englischer Sprache gehalten wird.

Schutzpatron der Seefahrer

Am Rande erwähnte Breidenbach: Kreuz und Tabernakel der Kapelle schuf Goldschmied Bücken aus Kohlscheid. In der kleinen Kapelle im Turm begegneten die Gäste dem heiligen Nikolaus als Schutzpatron der Seefahrer. Und in der ehemaligen Kirche, die heute für schulische und kulturelle Zwecke genutzt wird, machten sie Bekanntschaft mit den beiden Ordensgründern, Claude Poullart des Places und des Elsässers Francois Marie Paul Libermann. Auf Anordnung Roms schlossen sich beide Gemeinschaften 1847 zur Missionsgesellschaft der Spiritaner zusammen, die auch heute noch weltweit tätig ist.

Im heutigen Atrium erinnerte ein Rest des alten Chores mit einem alten Altarstein an das einstige Nikolaus-Gotteshaus. Zuletzt besuchte Pater Breidenbach mit seinen Gästen einen weiteren „Ort der Erinnerung“. Er erinnert an die Spiritaner, die in früher Zeit in Broich Hand angelegt haben. Ihre leibliche Überreste wurden dort beigesetzt, nachdem der alte Friedhof bei der Errichtung des neues Traktes des Missionshauses aufgegeben worden war.

Der Arbeitskreis hatte sich nicht zuletzt auch deshalb getroffen, um Rückschau auf die bisher geleistete Arbeit zu halten, Meinungen auszutauschen und den weiteren gemeinsamen Weg bis zur Drucklegung des neuen Werkes, das in absehbarer Zeit herausgegeben werden soll, zu besprechen. Vorgelegt wurde nämlich durch Hubert Wickerath ein „Umbruch“ der gemeinsamen Arbeit an den Werk „Vom Kirchhof zur Stele“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert