Alsdorf - Berührende Gemälde: Rafael Ramírez Máro zeigt „Holocaust-Zyklus”

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Berührende Gemälde: Rafael Ramírez Máro zeigt „Holocaust-Zyklus”

Von: Christoph Hahn
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Präsentierten den Holocaust-Z
Präsentierten den Holocaust-Zyklus in der Stadtbücherei: (v.l.) Autor Werner Janssen, Maler Rafael Ramírez und Brigitte Hamburger, Witwe des unlängst verstorbenen KZ-Überlebenden Max Hamburger, der den Künstler zu seiner Werkreihe angeregt hat. Foto: Christoph Hahn

Alsdorf. Farbe bekennt, ganz im Sinne der Aktionswoche in Alsdorf, der Maler Rafael Ramírez Máro auf seine eigene Weise - in dem er alles Bunte aus seinen Bildern herausnimmt und die Farbe auf wenige Braun- und Rottöne reduziert.

Gerade darum berühren seine großformatigen Gemälde, die bis zum 21. November auf der ersten Etage der Stadthalle am Denkmalplatz vor dem Eingang zur Stadtbücherei zu sehen sind, so stark, weil nichts an ihnen schreit und doch jeder Quadratzentimeter Leinwand purer Ausdruck ist. Das Thema von Ramirez Kunst indes erweist sich als von der Art, das eigentlich jeden Pinselstrich gefrieren lässt: „Holocaust-Zyklus” ist die Werkreihe betitelt - keine dokumentarische Geschichtsmalerei und doch ganz beim Thema.

Die Anregung zum Holocaust-Zyklus verdankt der im ostbelgischen Grenzort Hauset lebende Ramirez seinen Gesprächen mit dem im Sommer dieses Jahres verstorbenen niederländischen Psychotherapeuten und KZ-Überlebenden Dr. Max Hamburger, dessen Witwe Brigitte an der Eröffnung in Alsdorf teilnahm. Hamburgers frappierendes Bekenntnis „Ich habe Gott in Auschwitz gefunden” ermutigte Ramírez, den Katholiken, Sohn des aus Peru stammenden Malers Antonio Maró, ermutigt, das Leid(en) jüdischer Menschen in den Höllen deutscher Konzentrationslager darzustellen - freilich nicht 1:1 auf die Leinwand gebracht, sondern durch Eingriffe von des Künstlers Hand verfremdet.

Was der Betrachter in Alsdorf als sichtbares Ergebnis des Dialogs zwischen dem Künstler und dem Holocaust-Überlebenden zu sehen bekommt, rührt ihn eben deshalb im tiefsten Innere an, weil der Maler eben nicht jedes Detail mit allen Facetten darstellt. Das von Angst gekennzeichnete Kinder-Gesicht, die KZ-Häftlinge in ihren Etagenbetten - alles das scheint zu den Grenzen der Leinwand stets undeutlicher zu werden, ja zu verschwimmen.

Die Tönen der Farben, größtenteils Nuancen von Braun, verwöhnen die Augen nicht gerade - wie sollten sie auch. Mitunter hat Ramírez seinen Bildern auch ein Stück Stacheldraht einverleibt - ein Verweis auf die Todeszäune des KZ. Doch es scheint nicht verkehrt, dass die Christen unter den Betrachtern geneigt sind, hierbei auch an die Dornenkrone Christi zu denken.

Auf seine Weise kam auch Werner Janssen der Kunst und ihrem Gegenstand bei - gerade weil seine mit ebenso dichterischem wie rhetorischem Gestus vorgetragenen Texte aus dem vor einem Jahr erschienen Buch „Bitte, vergiss mich nicht” alles andere als reine Begleitmusik zu den Gemälden waren. Nicht alles aussprechen, aber vieles sagen: Nicht zuletzt wegen ihres kongenialen Geistes stellten Janssens Worte die denkbar beste Entsprechung zu Ramírez Werken dar.

Die Werke von Rafael Ramírez sind bis zum 21. November in der Stadtbücherei Alsdorf zu sehen.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung, die von der Stadt und dem Kunstverein präsentiert wird: dienstags und freitags 10-12 und 15-18, mittwochs 13-18, donnerstags 13-19 und samstags 10 bis 13 Uhr.

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