Herzogenrath - Bergbauverein hat große Ziele

Bergbauverein hat große Ziele

Von: Hanna Sturm
Letzte Aktualisierung:
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Großes Interesse am Miniaturbagger: Sebastian Sevenig, Louis Seeger, Jupp Walker, Jochen Helbig, Peter Dieterich und Ralf Scheuermann. Foto: Sturm

Herzogenrath. Ein Druck auf den roten Knopf, dann setzt sich die Maschine in Bewegung. Das Schaufelrad gräbt sich tief in den Berg aus weißem Sand, hebt ihn auf ein langes Förderband, bis der feine Sand schließlich säuberlich auf einem anderen Haufen wieder abgeladen wird.

Der Verein Bergbaudenkmal Adolf bemüht sich seit über 15 Jahren um den Erhalt der Bergbautradition in Merkstein. Rund um das renovierte Fördermaschinenhaus finden bergbautechnische Geräte und Konstruktionen ihren Platz, werden regelmäßig gewartet und bei Führungen präsentiert.

Auf dem weitläufigen Gelände können Besucher unter anderem eine funktionstüchtigen Fördermaschine aus dem Jahr 1913, ein Förderrad, mehrere Lüfteranlagen und auch einen sogenannten Blindschacht mit einer Wendel, die zum Transport von Kohle und Gestein diente, und einen Förderkorb mit Förderwagen besichtigen. „Bei unseren Führungen können wir den ganzen Kreislauf der Kohlegewinnung nachgehen”, sagt Dr. Jochen Helbig, der Vorsitzende des Vereins. Dabei soll aber nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft der Energiegewinnung dargestellt werden. So gibt es beim Sommerfest auch einen „Papillion”-Solarkocher zu bestaunen, der die Sonnenkraft der Sonne direkt nutzt.

„In den Köpfen bleiben”

Einem bisher eher unbekannten Aspekt der bergmännischen Vergangenheit Herzogenraths widmet sich die Sonderausstellung über Braunkohle im Inneren des Fördermaschinenhauses. „In den Köpfen der Menschen soll präsent bleiben, dass hier nicht nur Steinkohle, sondern auch Braunkohle abgebaut wurde”, erklärt der Vereinsvorsitzende Dr. Jochen Helbig. Dass beide Sorten Kohle an einem Ort gleichzeitig vorkommen, sei weltweit einzigartig. So gab es in Herzogenrath gleich drei Abbaugebiete: im Braunkohlebergwerk Noppenberg, im Feld Maria-Theresia bei Niederbardenberg und im Feld Ottilie Hofstadt. In der Nähe des Herzogenrather Bahnhofs hat es auch eine der ersten Fabriken für Braunkohlebriketts im Rheinland gegeben.

All diese historischen Standorte konnten die Besucher auch noch einmal aus luftiger Höhe nachvollziehen. Gemeinsam ging es auf die Aussichtsplattform der Merksteiner Halde. Da ein Transporter des Roten Kreuzes zur Verfügung stand, konnten auch ältere und gehbehinderte Menschen diesen Ausblick einmal genießen.

Auch am Bergbaudenkmal selbst wird sich in den nächsten Monaten einiges tun. In Eigenarbeit werden die Vereinsmitglieder in den nächsten Wochen den Bodenbelag des großen Saals renovieren, Veranstaltungen finden in dieser Zeit am „Büdchen im Park” statt, das weiterhin geöffnet bleibt.

Bis zum nächsten großen Fest im Fördermaschinenhaus sollen alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein. Am 12. September zum Tag des offenen Denkmals wird auf der ehemaligen Grube Adolf alles im Zeichen von Verkehr und Handel stehen. „Kohle war ja zur Zeit der Dampflokomotive sehr wichtig für den Transport. Außerdem wollen wir die Geschichte der Eisenbahn in Herzogenrath darstellen”, erklärt Jochen Helbig die Pläne für den Tag des offenen Denkmals.
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