Herzogenrath/Alsdorf - Bergbautradition soll nicht verloren gehen

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Bergbautradition soll nicht verloren gehen

Von: Hanna Sturm
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Jeder Handgriff sitzt: (v.l.) Willi Classen und Jupp Verliehn ziehen die letzten Schrauben am Förderkorb im Blindschacht fest. Foto: Hanna Sturm

Herzogenrath/Alsdorf. Heute erinnern beinahe nur noch die markanten Haldenlandschaften daran, dass die Region im Nordkreis über Jahrhunderte hinweg vom Bergbau geprägt wurde. Allein in Merkstein förderte der Eschweiler Bergwerksverein (EBV) zwischen 1899 und 1972 etwa 37 Millionen Tonnen Kohle und gab 2700 Menschen Arbeit.

Von den riesigen Förderanlagen ist meist wenig geblieben. Nur einzelne Gebäudeteile - wie das Gerüst des Hauptschachts und das Kauengebäude der Gruben Anna 1 und 2 in Alsdorf, oder das Fördermaschinenhaus der Grube Adolf in Merkstein - stehen noch und dienen heute als Stadtwahrzeichen und Bergbaumuseen.

Der Verein Bergbaudenkmal Adolf bemüht sich seit über 15 Jahren um den Erhalt der Bergbautradition in Merkstein. Rund um das renovierte Fördermaschinenhaus finden bergbautechnische Geräte und Konstruktionen ihren Platz, werden regelmäßig gewartet und bei Führungen präsentiert. „Wir geben uns alle Mühe, die Technik zu erhalten und den Umgang mit ihr zu vermitteln”, sagt Manfred Fecke, stellvertretender Vorsitzende des Vereins.

Neben der funktionstüchtigen Fördermaschine aus dem Jahr 1913, einem großen Förderrad, einem Dampfgenerator und mehreren Lüfteranlagen kann das Bergbaudenkmal Adolf seinen Besuchern ab jetzt mit weiteren neuen Ausstellungsstücken die Arbeit im Bergwerk näher bringen. Vom kürzlich aufgelösten Bergbaulehrpfad in Alsdorf hat der Verein einen so genannten Blindschacht aus dem Jahr 1954 übernommen.

Die drei Meter hohe runde Stahlkonstruktion mit einem Durchmesser von vier Metern diente dazu, zwei Talsohlen miteinander zu verbinden. Im Blindschacht ist eine Wendel, die zum Transport von Kohle und Gestein diente. Der passende Förderkorb mit Förderwagen dazu wurde dem Verein vom Aachener Aufzugsdienst zur Verfügung gestellt.

Fünf Wochen hat es gedauert, die einzelnen Teile mit Hilfe von etwa zehn Vereinsmitgliedern abzubauen, Instand zusetzen und vor dem Fördermaschinenhaus wieder aufzubauen. Ersatzteile bauen die Mitglieder in der eigenen Werkstatt selbst, alles andere würde den finanziellen Rahmen des Vereins sprengen.

„Der Erhalt von solchen Maschinen erfordert schon sehr viel Arbeit und auch viel Geld, aber uns ist wichtig, dass die Tradition nicht verloren geht”, betont Peter Gayck. Dass sich doch viele Menschen nicht nur aus Merkstein, sondern auch aus Düren oder den Niederlanden für das Bergbaudenkmal Adolf engagieren, sieht er vor allem in der langen Bergbautradition der ganzen Region begründet.

„In keinem Beruf ist die Kameradschaft und die Bindung zum Arbeitgeber so ausgeprägt wie im Bergbau”, weiß auch Manfred Fecke, der sein ganzes Berufsleben für den EBV, erst in der Grube Anna 1 und später in der Grube Emil Mayrisch in Siersdorf, gearbeitet hat. Einerseits liege diese starke Bindung an dem sozialen Umfeld in den Bergbausiedlungen, in denen der EBV nicht nur Betreiber der Förderanlagen, sondern auch Träger vieler Kindergärten und Schulen war. „Außerdem waren die Bergleute unter Tage aufeinander angewiesen und mussten einander vertrauen, wenn sie wieder sicher nach oben kommen wollten.”
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