Bergbauluft alter Zeiten geschnuppert

Von: mabie
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Das gigantische Schwungrad, das früher den Antrieb für die Förderung darstellte, wurde in Bewegung gesetzt. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Natürlich hatten die ehemaligen Bergleute ihre Kameras dabei, als der jüngste Tag der Offenen Tür auf das großzügige Gelände des Bergbauvereins Grube Adolf lud. Zu sehen gibt es in dieser hervorragend betreuten Museumsanlage nämlich jede Menge.

Aber das richtige „Aroma“ des früheren Lebens mit und durch die Kohle gibt es eigentlich erst, wenn Vorsitzender Dr. Hans-Joachim Helbig und die vielen fleißigen Helfer, Sammler und Ehrenamtler ihre Türen öffnen.

„Ein Höhepunkt ist immer die Vorführung unserer Fördermaschine“, sagt Dr. Helbig. Und so ist es, denn als sich nach drei Schlägen auf die hell klingende Glocke das riesige Schwungrad in Bewegung setzt, sind die Kameras gefragt. Strom ist übrigens ein schönes Stichwort, wenn hier die einst per Dampf betriebene Anlage Fahrt aufnimmt. „Das Ganze läuft natürlich jetzt mit Strom“, sagt Willi Klaßen, der für die Gäste das imposante Schauspiel kommentierte. Die wunderten sich übrigens wieder einmal über das geringe Laufgeräusch der gigantischen Anlage.

Wer auch etwas Rhythmisches wollte, war bei der großen Lüfteranlage an der richtigen Adresse. „Der Lüfter sorgte früher für eine Luftzufuhr von 10.000 Kubikmetern in der Minute“, sagt Dr. Helbig, „das entspricht in der Menge einem Würfel von 22 Metern Kantenlänge.“ Durch Steine, die den Weg zum Lüfterrad gefunden haben – das natürlich auch elektrisch und bei weitem nicht mit dem möglichen Tempo lief – bewegten sich auch in den Lüfter geworfene Steine in einem beinahe hypnotischen Takt hin und her.

Der Herr über 70 Grubenlampen freute sich über reges Interesse an seiner unglaublich umfassenden Sammlung und erklärte gerne und ausführlich, wann und für welchen Zweck welche der Lampen genutzt wurde. „Schon das Brennmaterial ist unterschiedlich“, sagte er. Öl, Karbid und später, für die elektrischen Lampen, natürlich Akkus sorgten für das Licht, das über teils offene, meist verdeckte Flammen und oft auch durch einen Glühdraht entstand.

Er freute sich natürlich besonders über fachlich bestens informierte Kumpel, ist er doch selbst immer noch auf der Suche nach Grubenlampen. „Mehr habe ich einfach noch nicht gefunden“, sagte er lächelnd, während er ein paar seiner Stücke wieder zum Leuchten bringt. Nicht nur hell, sondern auch lebensrettend konnten diese Lampen sein, denn die mit der Flamme zeigten teilweise auch die Konzentration des beim Kohleabbau unvermeidlich freiwerdenden Grubengases – hochexplosives Methan – durch den jeweiligen Flammenstand an.

Unter Lebensgefahr musste sich beim Tag der Offenen Tür aber niemand wähnen, auch wenn Vandalen durch ihre üblen Verwüstungen nach einem Einbruch in der Nacht vor dem Schautag einen bitteren Nachgeschmack hinterließen. Der ließ sich aber schnell wieder vergessen, denn natürlich hatten die vielen fleißigen Hände des Bergbauvereins trotz des unerwünschten nächtlichen Besuches alles Leckere rund ums leibliche Wohl zu bieten.

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