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Bergbau und Kultur liegen Josef Kohnen am Herzen

Von: Stefan Schaum
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Für die Barbara-Skultpur haben Josef Kohnen und seine Mitstreiter eine Kapelle geschaffen. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Ein großes Fest hat Josef Kohnen schon hinter sich. Die Eröffnung der Alsdorfer Barbarakapelle vor wenigen Wochen war auch ein persönlicher Triumph, die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Jetzt wird wieder gefeiert, denn sein 80. Geburtstag steht ins Haus. Für ihn ist das ganz sicher kein Grund, plötzlich kürzer zu treten.

„In meiner Familie glaubt niemand daran, dass ich mich jetzt auf den Hintern setze und nichts mehr mache“, sagt Kohnen, der seinen Geburtstag am Donnerstag, 9. Oktober, feiert. Mit vielen Gästen beim Empfang am darauf folgenden Sonntag, darf man annehmen, denn im gesellschaftlichen Leben der Stadt hat der Jubilar einige sehr deutliche Spuren hinterlassen. Als Bergmann und Schulleiter, als Politiker und Kulturförderer.

Seine Wurzeln liegen im Bergbau. Vater Bergmann, Onkel Bergmann – da war die Berufswahl für Josef Kohnen recht naheliegend. 1951 begann der in Zopp Aufgewachsene die Knappenlehre. „Nach dem Abitur war der einzige Weg für mich der Weg zum EBV“, erinnert er sich. Hauer, Schießhauer, Schießmeister, dann der Besuch der Bergschule, um es zum Grubensteiger zu bringen. Die berufliche Zukunft schien gesichert, doch nach zehn Jahren war Schluss.

„Mein Vater litt an einer Staublunge, ich habe ihn zuhause oft keuchen gehört.“ Auch bei dem jungen Josef wurde bereits eine „nicht rentenpflichtige Staublunge“ festgestellt. Da zog er die Bremse. Parallel zur Arbeit unter Tage begann er zunächst ein Studium mit dem Ziel, Berufsschullehrer zu werden. „Nach der Nachtschicht bin ich nach Aachen zur Hochschule gefahren“, sagt Kohnen, der zu dieser Zeit bereits zweifacher Familienvater war und seit 1993 in zweiter Ehe mit seiner Resi verheiratet ist. Nach wenigen Semestern sattelte er um um begann ein Studium an der Pädagogischen Akademie in Aachen. Als Lehrer ist er anschließend „durch Alsdorf getingelt“, wie er es nennt. Zunächst arbeitete er an der Volksschule in Ost, nach der Schulreform war er von 1968 bis 1972 in Busch tätig, bevor er von 1972 bis 1977 als Konrektor in der Grundschule Alsdorf-Mitte war. Nach einer Zeit als Rektor der Grundschule Ost (1977 bis 1983) kehrte er bis 1999 als Leiter zurück in die Grundschule in Mitte. Humorvoll – aber im Unterricht mit der nötigen Strenge: so beschreibt er seine Zeit als Lehrer.

Nur zehn Jahre Bergmann und 35 Jahre an der Schule. „Geprägt hat mich vor allem die Zeit unter Tage, ich bin davon nie losgekommen. Ich fühle mich bis heute wohl unter Kameraden.“ Eine Ehrensache sei es daher gewesen, nach dem Aus der Alsdorfer Zechen den Bergbaumuseumsverein zu gründen, dessen Vorsitzender er bis 2012 war. Dass das ursprüngliche Vereinsziel – ein eigenes Bergbaumuseum zu schaffen – nicht erreicht wurde, nennt er „eine herbe Niederlage“. Doch sieht er auch das Erreichte: „Dass heute noch so viele Bergmannsgebäude in Alsdorf erhalten sind, ist auch dem Verein zu verdanken. Der EBV hätte am liebsten alles platt gemacht.“

Josef Kohnen ist niemand, der platt macht. Er ist ein Gründer. An der Wiege des Alsdorfer Geschichtsvereins stand er gemeinsam mit Rudolf Bast, auch die Beginne des Alsdorfer Kunstvereins tragen seine Handschrift. Tradition und Kultur den Menschen nahebringen – das ist sein Anliegen. Sozialdemokrat ist er eher zufällig geworden. „Ich komme eigentlich aus einem unpolitischen Haus“, sagt er. Und als er begann, sich doch für Politik zu interessieren, „da waren die Programme der Parteien gar nicht so unterschiedlich“.

Es waren Menschen wie der Alsdorfer Bundestagsabgeordnete Kurt Koblitz, die ihn für die SPD gewannen. „Das ging bei mir vor allem nach Sympathie.“ 1968 rutschte er über die Reserveliste in den Rat, dem er 25 Jahre lang angehörte. Unter anderem war er als Vorsitzender im Sport-, Schul- und Kulturausschuss aktiv. „Das waren andere Zeiten – wir hatten ja noch Geld zur Verfügung, mit dem man etwas auf die Beine stellen konnte.“ Mag sein. Aber dass sich auch ehrenamtlich richtig viel bewegen lässt, hat Josef Kohnen mehr als einmal bewiesen.

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